Lohnt es sich, Gleichmut und Gelassenheit zu lernen?

Heute führe ich mit mir selbst eine „Pro&Contra-Diskussion“ zu einem Thema, das mich seit zwei Wochen beschäftigt: Bin ich bereit, mich selbst zu Gleichmut und Gelassenheit zu *erziehen*, oder ist es mir wichtig, auf jede Situation authentisch und ungefiltert zu agieren? Im Folgenden also ein innerer Disput, den ich am Sonntag, den 18. Januar, morgens beim Frühstück mit mir geführt habe. Eva I und Eva II im schriftlichen Austausch:

Ausgangslage: Wie definieren die beiden Evas ihre Positionen zum Thema „Gleichmut und Gelassenheit“?

Eva I: ich vertrete die Position, dass es sehr wichtig für mich ist, grundlegend zu innerer Gelassenheit und innerem Gleichmut zu kommen.

Eva II: Ich vertrete die Position, dass ich in aller Authentizität ehrlich sein will – sowohl im Kontakt mit anderen Menschen, als auch für mich allein. Darum danke für diesen Austausch, liebe Eva I. Eine gute Möglichkeit, ungeschminkt ehrlich sein zu können. Wie fangen wir an?

Eva I: Ich schlage vor, wir definieren beide zunächst, wie wir das Ziel der Übung von Gleichmut und Gelassenheit definieren: Was ist das Ziel? Um welche Vision geht es?

Eva II: Sehr gern, ich fange an: Ich definiere das Training in Gleichmut und Gelassenheit – häufig Achtsamkeitstraining genannt – als eine Selbsterziehungsmethode, die Konflikte, Leid und schmerzhafte Konsequenzen vermeiden soll. Gleichmut und Gelassenheit sind hierbei Mittel, um unangreifbar für Angriffe zu werden, da man nichts Unüberlegtes mehr tut: Erst durchdenken, dann reden oder handeln.

Eva I: Ich definiere Gleichmut und Gelassenheit als Tugend, die alles annimmt, was da ist, die nicht urteilt, nicht bewertet, die sich von ihren ersten *nervlichen* Impulsen nicht mehr fremdsteuern lässt. Zorn, Angst, Begeisterung und Ablehnung werden mit Bewusstsein angereichert

Eva II: Wir haben demnach im Wesentlichen die selbe Definition – nur unsere Bewertung ist unterschiedlich: Für Dich ist diese Achtsamkeits-Bewusstseinsübung ein Akt der Liebe, für mich ist sie eine Disziplin, die mich unangreifbar macht. Ich stelle mich mit dieser Disziplin mental über mein Gegenüber. Entweder ist dieser ebenfalls in vollkommenem Gleichmut – oder ich bin ihm durch meine nie versiegende Gelassenheit überlegen. Ich werde zu einer Autorität.

Eva I: Ich sehe dies als Gefahr wie Du. Ich möchte auf keinen Fall durch unablässigen Gleichmut und *wachsame* Achtsamkeit eine Trennung von Menschen, die in Spontanität und Verletzlichkeit impulsiv reagieren auf etwas, was ihre Emotionen als Angriff oder Grenzüberschreitung interpretieren.

Eva II: Was machen wir denn jetzt? Immerhin haben wir in den letzten zwei Wochen gelernt, wie wir Gleichmut lernen können: Durch tägliche Reflektion des vergangenen Tages erkennen, wo wir genervt, besorgt, verletzt oder ängstlich gestresst etwas gesagt oder getan haben, was wir mit unserem *Erwachsenen-Ich* nicht gesagt oder getan hätten.

Eva I: Diese tägliche schriftliche Reflektion, die nur wenige Minuten dauert, empfinde ich als extrem hilfreich. Allein dadurch hat sich bei uns schon etwas verändert. Sobald unser emotionales Nervenkostüm das Kommando übernimmt, merkt unser Bewusstsein das und denkt ‚Stopp – erst Mal tief durchatmen‘.

Eva II: Ja, die Situation spätabends im Auto, als ich in Panik war, ob ich noch den letzten Zug nach Hause erwischen werde, war super. Trotz unsere berechtigten Angst, nachts hilflos am Bahnhof zu stehen, haben wir uns nicht wütend abreagiert an einer der Mitfahrerinnen, die irgendetwas faktisch Falsches lang und breit ausführte, was unsere Ungeduld nach oben trieb.

Eva I: Wir waren zwar sichtlich genervt in unserer Reaktion ‚Google es doch einfach‘, doch wir waren nicht verletzend. Wir waren nicht wie ein emotional überfordertes Kind, sondern ruhig und im Vollbesitz unserer Erwachsenen-Identität.

Eva II: Wenn wir nicht versuchen müssen, uns zu *Achtsamkeits-Disziplin* zu erziehen wie ein chinesischer Partei-Bürokrat, sondern wenn wir durch diese Reflektion ganz automatisch achtsamer werden, dann bin ich einverstanden. Ich möchte ja niemanden verletzen, und ich möchte auch nicht künstlich versteinert durch die Welt laufen. Wenn staunende Kindlichleit und gütiges Erwachsenen-Ich Hand in Hand agieren, bin ich happy. Dann kann auch ich Gleichmut und Gelassenheit als erreichbares Ziel toll finden

Eva I: OK, bitte Dein Schlusswort – warum sind Gleichmut und Gelassenheit auch für Dich, der sich nie über andere Menschen stellen will, ein erstrebenswertes Ziel?

Eva II: Es zerreißt mit das Herz, wenn ich einen Menschen einschüchtere, wenn er sich mir unterlegen fühlt, wenn er denkt, ich wäre etwas *Besseres* oder Wichtigeres. Ich will Augenhöhe. Da ist der Kernpunkt meiner Art, Menschen zu coachen.
Zum Zweiten bringt es mich in eine unterlegene Position, wenn ich bei Angriffen emotional spontan reagiere wie ein Kind. Ich weiß sehr gut, wie ich wütend werde, aggressiv zurückschlage, alles hinwerfe, alles verlassen, was ich aufgebaut habe. Obwohl…

…eigentlich waren diese Wut-Ausbrüche immer das Beste in meinem Leben – weil ich dann vor dem Nichts stand und etwas Neues beginnen musste….

OK, das kann bleiben. Aber beim Alltagskram, wenn ich mich aus Ärger, Genervtheit oder Abwertung hochmütig verhalte – das will ich verlernen – durch tägliche, kurze Selbstreflektion.

Eva I und Eva II: Wunderbar, und geht viel schneller als Atemmeditationen oder der Besuch von Achtsamkeits-Kursen. Morgens zehn Minuten lang den vergangenen Tag  schriftlich durchgehen – und fertig.

Und noch ein einfaches Trainingsvideo:

Hier noch ein feines Video, wie man seine Emotionen kontrollieren und in jedem Moment Ruhe bewahren kann –

vom YouTube-Kanal @Erschaffedichneu (seit 9 Jahren aktiv)

Eva Ihnenfeldt: Superhelden-Coaching – Deine Traumwelt, Deine Kraft Was wäre, wenn wir dank Streaming, YouTube und Social Media unsere eigenen Interpretationswelten bauen? Abseits von Religionen und Ideologien als Regisseure unserer Realität – selbstbestimmt mit Bedeutung gefüllt? Das ist mein Job: Gemeinsam mit meinen Klienten gestalten wir ihre Realität neu – nicht Fakten entscheiden, sondern die selbstgewählten Interpretationen. So können meine Klienten erkennen, wie großartig sie sind. Die Superhelden-Transformation In meiner Kindheit wurde ich zur Superheldin, um zu überleben. Fantasie rettete mich: unsichtbare Gefährten, Zauberwelten, starke Vorbilder aus dem Fernsehen – mutig, selbstbewusst, unregierbar. Als Einzelkind träumte, malte, schrieb und spielte ich mir ein emanzipiertes Leben mit meinen Barbies zurecht. Ab der Pubertät wurde ich meine eigene Superheldin: halb Heilige, halb Rebellin – mal Mary Poppins, mal Cruella de Vil. In der prozessorientierten Psychologie heißt das: Traumwelten aufbauen. Mein Coaching Heute baue ich mit Klienten Superhelden-Traumwelten. Als „heilige Verbrecherin“ gehe ich auf Augenhöhe: Ich antworte offen auf ihre Fragen zu meinem Leben und zeige Wege in ihre einzigartige Großartigkeit. Erfahrung zeigt: Nicht Geld, Macht oder Liebe machen glücklich – sondern die Überzeugung, ein fantastischer Superheld zu sein. Ob Soldat, Mutter oder Rebellin: Erkenne Deine Kraft, handle danach. Wie wir arbeiten Wir tauchen wie Alice im Wunderland in Deine persönliche Realität: spüren Abenteuer aus, wachsen durch selbstbestimmte Entscheidungen. Formate (Videocalls fallen weg – die schaffen künstliche Distanz) Telefon (mit Protokoll) WhatsApp-Chat Persönliches Treffen (z. B. Café) Honorar Frei vereinbart im Erstgespräch – passend zu Deiner Situation. Bereit für Deine Superhelden-Geschichte? Lass uns starten!

steadynews.de

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