DeepFakes: Definition und Auswirkungen

Unsere Welt wird immer komplexer – und immer unzuverlässiger. Deepfakes zum Beispiel kommen zu Text-Betrügereien hinzu als Fälschungen von Video- und Audiobeiträgen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz ist es nicht nur sehr leicht geworden, Bewegtbilder und Tonaufnahmen zu manipulieren – es wird auch immer schwieriger, solche Fälschungen zu erkennen. Sogar die Werbeindustrie nutzt die Technik schon, um Gesichter und Charaktere „einzukaufen“, die sie dann beliebig für Werbeanzeigen und Werbespots einsetzen kann. (BR: Bruce Willis lizensiert sein Gesicht für Deepfake-Werbung).

Deepfake kann also nicht nur eingesetzt werden, um Menschen zu diskreditieren, erpressen, betrügen und zu begünstigen – Deepfake ist ein Teil der neuen Welt, die nicht mehr einzuordnen ist mit klassischen Wahrheitsansprüchen.

Facebook baut an einem Metaverse, das ein regelrechtes Paralleluniversum zu unserem haptischen Dasein werden soll (Einiges ist ja schon umgesetzt- nur die hässlichen VR-Brillen stören noch erheblich), Verschwörungs-Theorien und Zweifel an der Objektivität und aufrichtigen Wahrheitssuche der heutigen Wissenschaft verunsichern die Menschen; die ständige (zumindest scheinbare) Überprüfbarkeit von Behauptungen durch das Web und lernende Systeme lässt selbst Professoren immer vorsichtiger werden in ihren Vorlesungen und Äußerungen.

Politiker stehen ständig unter Druck, bei einer Unwahrheit oder anderen Verfehlung erwischt zu werden. Bricht unser Selbstverständnis, uns auf Worte und Bilder verlassen zu können, nach und nach zusammen?

Was passiert, wenn wir resignieren und nur noch nach dem Motto leben „Kann sein, kann nicht sein“? Kann sein, dass ich im Homeoffice automatisch vom Arbeitgeber überwacht werde, kann auch nicht sein. Kann sein, dass im TV gerade eine Live-Talkrunde übertragen wird – können auch maschinell erzeugte Projektionen sein. Kann sein, dass ich mir ein gesichertes Leben mit Familie, Haus und geordneten Finanzen aufbauen kann – kann auch nicht sein.

Ich denke, die Entwicklung lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Autoritätsgläubigkeit funktioniert nicht mehr, wenn ein Grundzweifel alles überdeckt. Doch vielleicht ist dieser Verlust der Wahrheitsgläubigkeit auch eine Chance. Vielleicht können wir unser Feingefühl für Inspiration, Intuition und Imagination weiter entwickeln, um uns zu orientieren. Vielleicht können wir in Gemeinschaft mit den Menschen, die zu uns passen, Sicherheiten und eine Infrastruktur aufbauen, die uns handlungs- und gestaltungsfähig leben lassen. Die vorgelegten Fakten nicht mehr so kritiklos zu übernehmen wie in früheren, analogen Zeiten, kann auch eine Chance sein. Eine unfassbar riesige Herausforderung ist sie auf jeden Fall.

Kein Wunder, dass so viele Menschen psychisch erkranken. Wer die Sicherheit in einer verlässlichen Welt verliert, wird in seinen Grundfesten erschüttert. Wie viel Vertrauen braucht ein Mensch, um das ertragen zu können? Wir werden es zunehmend erleben…

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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