Ich, Es, Über-ich? Oder Ich, mein HÜTEHUND und mein Gott?

Alles, was wir wahrnehmen, wird automatisch von unserem inneren Wächter bewertet. Kleine Kinder, die noch nicht so vollgestopft sind mit Erinnerungen und Erfahrungen, nehmen ihre unzähligen Bewertungen noch sehr bewusst wahr. Die 1 ist vielleicht standhaft wie ein Zinnsoldat, die 2 ist schön wie ein Schwan, die 3 auf der Suche nach der anderen Hälfte… Und so weiter. Farben haben Persönlichkeit, Menschen werden wahrgenommen wie Märchenfiguren, die ganze Welt ist ein Zauberreich. Und unser inneres Hüte-Hundchen lernt immer besser, Warnsignale zu geben, wenn Gefahr droht. „Da wo es gut riecht, geh hin – da wo es schlecht riecht, geh weg“.

Kinder und ihr Überleben

Leider kann ein Mensch nicht nach diesem Prinzip leben, zumindest Kinder können das nicht. Sie sind den Umgebungen, in denen sie leben, ausgeliefert. Meist reagiert das innere Hündchen so, dass es sich anpasst. Es wird erzogen durch das, was nicht zu ändern ist. Der Hütehund hilft dem Kind dabei, sein Über-Ich auszubilden. Viele kleine Kinder sind aus sich heraus engel- oder gottesgläubig. Sie formen sich ihr Über-Ich, das noch größer ist als Mama, Papa, Großeltern.

Das Über-Ich schützt vor Angst, Schmerz, ausgestoßen sein. Der persönliche Gott (oder die weibliche Form – der Schutzengel oder bei Katholiken auch die Mutter Maria) ist stark und gibt Orientierung.

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Unser inneres Hündchen nimmt wahr, bewertet, bellt, greift an, treibt uns zur Flucht, kuschelt sich ein. Es ist nicht nur Hütehund für unsere Seele und unseren Verstand, es ist genau so Hütehund für unseren Körper.

Es schützt uns vor Schmerz, Zerstörung und Angst und gibt Signale an unsere Körper. Dieser wiederum reagiert mit klugen Schutz-Reaktionen, die wir als „Störung“ und „Krankheit“ bezeichnen. Statt unser inneres Hütehündchen zu beruhigen – und voller Achtung zu sein für die Strategien unseres Körpers, der durch seine Krankheiten Hinweise gibt auf das, was nicht in Ordnung ist, bewertet unser innerer Gott das Ganze als persönliches Versagen.

Fluch der Selbstverurteilung

Wir funktionieren nicht richtig, sind fehlerhaft, haben Allergien und andere Autoimmunerkrankungen, sind entzündlich oder sklerotisch, sind Kämpfer oder wie gelähmt im Angesicht des Feindes. Wir sind nicht perfekt genug für unser inneres Wertesystem, für unser Über-Ich, und darum sind wir es auch nicht wert, geliebt zu werden, geachtet zu werden, glücklich zu sein.

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Lernt Euer inneres Hündchen kennen. Es ist so brav, so treu ergeben, will alles richtig machen mit seinem Gekläffe und seinen Urteilen. So wie ein Hundebesitzer mit Liebe, Geduld und (gesunden) Leckerli seinem Hund beibringt, dass dieser keine tollpatschigen Kleinkinder ankläffen darf, bringt Eurem braven inneren Hündchen bei, Bewertungen neutral zu halten und aus dem „Gut-Böse“ Schema in die Harmonie der liebenden Güte zu kommen. Eurem inneren Hütehund stehen goldene Zeiten bevor, wenn Ihr ihn liebevoll beruhigt und führt.

Und was Euren inneren Gott betrifft, sprecht mit ihm! Erklärt ihm, was Euch traurig macht und Euch in Selbstzweifel stürzt. Nennt ihn oder sie Schutzengel, Höheres Selbst, Jesus, Vater, Gottesmutter, Dschinn, gebt Eurem inneren Gott eine Gestalt und sprecht mit ihm.

So werdet Ihr nach und nach mit Eurer Seele und Eurer Persönlichkeit zum Anführer Eurer inneren Dreifaltigkeit. So werdet Ihr vom Getriebenen zum König, zur Königin Eures persönlichen Kosmos. So werdet Ihr nach und nach begreifen, dass Ihr Gestalter seid Eurer Welt, Eurer Erlebnisse, Eurer Erfahrungen.

Liebende Güte

Der Schlüssel hierzu lautet „liebende Güte“. Nur, wer seine Welt bedingungslos liebt, liebt auch sich selbst. Nur wer Dankbarkeit und Freude für das Geschenk des menschlichen Lebens empfinden kann, kann auch in schwierigsten Umständen wie Krankheit, Gewalt und Verlust seinen inneren Hütehund und seinen inneren Gott beruhigen und weise führen.

So wie der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer es im Nazi-Knast und im Angesicht seiner Hinrichtung Anfang April 1945 gezeigt hat. Hier sein Gebet, Gedicht und Lied aus der zweijährigen Folterhaft – überliefert durch einen Brief an Maria von Wedemeyer aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamts in Berlin, Dezember 1944.

Von guten Mächten treu und still umgeben

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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