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Gründen im digitalen Bereich: Welche Möglichkeiten bestehen? 0

Die Unternehmensgründung im digitalen Bereich ist eine gute Chance, sich selbst zu verwirklichen. Zumal gerade für den Anfang eine gute Idee genügt, denn anders als in Produktionsbetrieben oder herkömmlichen Start-Ups sind zu Beginn keine großen Flächen oder Anlagen nötig. Trotzdem fordern digitale Start-Ups viel vom Gründer. Beispielsweise die Auswahl des eigentlichen Unternehmensfeldes, in dem schließlich Geld verdient werden soll. Dieser Artikel stellt drei Möglichkeiten vor.

Abbildung 1: Wenn es um ein digitales Business geht, ist vorherige Planung genauso wichtig wie bei allen anderen Gründungen.

  1. Online-Portale für Produktvergleiche gründen

Mitunter ist diese Idee perfekt für Einzelkämpfer geeignet. Die großen Vergleichsportale kennen wohl die meisten Gründer, doch auch sie selbst können ein solches Portal aufbauen. Das Geldverdienen gelingt dabei über mehrere Optionen:

  • Affiliateprogramm – der Portalbetreiber bewirbt sich um Affiliatelinks und baut diese ein. Je nach Bereitsteller wird ein Erlös für jeden Verkauf oder Abschluss berechnet.
  • Partnerprogramme – sie ähneln dem Affiliateprogramm, doch gibt es hier einen gravierenden Unterschied. Denn das Vergleichsportal erhält bereits für die Einbindung eines Vergleichsrechners, der Vorstellung einzelner Produkte oder anderer Formalitäten einen Betrag.
  • Werbung – natürlich bieten sich die Portale auch dazu an, Werbeanzeigen zu schalten und wieder durch Klicks auf die Anzeigen zu verdienen.

Wichtig ist jedoch, darauf zu achten, eine solche Seite rechtlich korrekt aufzuziehen. In der Vergangenheit gab es bereits TV-Berichte über sogenannte Nischenseiten, auf denen Produktvergleiche und Testberichte geboten wurden, die jedoch vom Betreiber mehr oder weniger frei erfunden oder von anderen Seiten zusammengesucht wurden. Bei solchen Testberichten ist somit Vorsicht geboten, doch gibt es andere Möglichkeiten:

  • Vorstellungen – es können Produkte oder auch Tarife vorgestellt werden. So erhält der Seitenbesucher wieder eine Übersicht über seine Optionen.
  • Selbsttest – natürlich kann jeder Seitenbetreiber Produkte auch ernsthaft testen oder testen lassen. Diese Testberichte sind absolut korrekt. Ein Beispiel: Der Kaffee von Firma X darf nicht aus dem Blauen heraus bewertet werden. Wird dieser Kaffee aber getrunken und für gut oder schlecht befunden, darf ein Testbericht erstellt werden.
  • Informationen – auch Informationsseiten können mit einem Vergleich kombiniert werden. Die Information über die Materie steht hier im Vordergrund. Ein Vergleichsrechner wird zusätzlich angeboten.

Die meisten Vergleichsseiten sind heute informativ und bieten zusätzlich den vom eigentlichen Vergleichsportal zur Verfügung gestellten Rechner an. Mögliche Tätigkeitsgebiete:

  • Mobilfunk/Telekommunikation – sie werden gerne für das erste eigene Onlineportal genommen, da stets neue Tarife auf den Markt kommen und somit die Nachfrage nicht abreißt.
  • Kfz-Versicherungen – auch dies ist ein sehr beliebtes Portalthema.
  • Finanzprodukte – ist das notwendige Vorwissen vorhanden, bieten sich Finanzprodukte wie Kredite durchaus an.
  • Online-Casinos – das Online-Portal könnte Wissenswertes rund um die Online-Casinos zusammenfassen, aber auch nützliche Informationen oder einen Vergleich der einzelnen Casinos bieten. Die eigene Affinität zum Spiel ist jedoch notwendig, weil dann die Testberichte entsprechend authentisch werden. So werden auf diesem Portale Mobile Casino Apps im Test betrachtet und dabei alle wichtigen Aspekte mit einbezogen.
  1. Apps entwickeln

Mobile Apps und das Angebot eigener Dienstleistungen im Internet sind ebenfalls lohnenswerte Ideen. Allerdings gibt es Voraussetzungen:

  • Fachliches Wissen – der Gründer muss wenigstens jemanden vom Fach kennen, um eine App zu erstellen. Nutzer haben heute ein hohes Qualitätsverständnis und funktioniert eine App nicht, fällt der Ersteller schnell durch.
  • Besonderheit – es gibt mehr Apps, als gezählt werden können. Ein Gründer benötigt eine Idee, die dem Nutzer einen ernsthaften Mehrwert bietet oder ihn gezielt unterstützt. Dabei ist immer auf die mögliche Ziel- und Nutzergruppe zu achten, denn wer groß durchstarten möchte, der wird mit Nischenprodukten wieder nicht weit kommen.

Zudem ist an die Platzierung der Apps zu denken. Während es recht einfach ist, bei Google im Store aufgenommen zu werden, stellt Apple wieder völlig andere Ansprüche.

  1. Coaching-Business

Auch das Coaching ist eine wunderbare Möglichkeit. Generell gibt es hier zwei Aspekte:

  • Wissen – der Gründer ist ein Fachmann auf einem bestimmten Gebiet und möchte sein Wissen weitergeben. Das können Nachhilfe-Clips sein, aber auch Tipps rund um den Börsenmarkt, die Persönlichkeitsentwicklung oder die Sterneküche.
  • Privates Coaching – der Gründer ist kein anerkannter Fachmann, doch besitzt er das notwendige Wissen in eher privateren Themen: Hausbau, Gartengestaltung, Dekoration, Schneidern, aber auch Autopflege, Kindererziehung oder Elektronik.

Für die Gründung ist diese Idee zuerst einmal leicht, da kein besonderes Equipment für die ersten Schritte benötigt wird und die Videos beispielsweise auf YouTube mit Werbeanzeigen angeboten werden können. Später lassen sich aus den Videos auch E-Books generieren oder, themenabhängig, echte Workshops erstellen. Diese können Interessenten nun virtuell kaufen. Die Einnahmemöglichkeiten:

  • Werbung – über YouTube wird an der Werbung mitverdient oder auf die eigenen Produkte verwiesen. Generell lässt sich die Reichweite vergrößern, wenn auch die sozialen Medien mit eingebunden werden.
  • E-Books – an diesen wird direkt verdient, wobei es themenabhängig nicht leicht ist, eine gute Sichtbarkeit zu erhalten.
  • Workshops – sie können direkt auf der Homepage gebucht und vom Kunden abgerufen werden. Die Inhalte sollten jedoch nicht, zumindest nicht ausführlich, auf YouTube zu finden sein, damit die Käufer einen exklusiven Mehrwert erhalten.

Für das Coaching-Business sind tatsächlich nur Fachwissen, geniale Tipps und Ideen und die Fähigkeit, erklären zu können, notwendig. Der Inhalt kann durchaus aus Haushaltstipps oder Tipps rund um die Renovierung bestehen: Wenn die Inhalte in einer unterhaltsamen, hilfreichen und neuen Weise angeboten werden, funktioniert das Business oft schon. Eines der besten Beispiele aus diesem Bereich dürften all die Hilfe- und Coachingvideos und -bücher rund um »Backpulver« sein.

Abbildung 2: Ein Online-Business lässt sich auch sehr gut allein starten

Fazit – eine Fülle an Möglichkeiten

Das sind gewiss nur drei Ideen, mit denen sich Gründer im digitalen Bereich selbstständig machen können. Sie alle erfordern zuerst keine größeren Betriebsräume, denn wer vom Fach ist, der kann sowohl ein Vergleichsportal, als auch eine App oder ein Coaching-Business am Küchentisch aufbauen. Wichtig ist nur, Qualität zu liefern und sich rechtzeitig selbst fortzubilden und das Equipment aufzustocken. Rund um Apps sollten immer ausreichend Tester mit ins Boot geholt werden, denn eine App, die auf dem Smartphone Probleme verursacht, fällt beim Publikum samt Herausgeber schnell durch.

Auch im Coaching-Bereich gibt es heute weitaus mehr Möglichkeiten, als die einstigen Fachseminare oder Fachworkshops. Letztendlich kann jeder, der sein Handwerk in einem bestimmten Bereich versteht, auch ein Coaching-Business aufbauen, indem er sein Wissen verständlich und nachvollziehbar an Kunden weitergibt. Sicherlich ist Werbung nötig, doch die ersten Schritte sind relativ leicht.

Bildquellen:

  • Abbildung 1: @ Thomas Drouault / Unsplash.com
  • Abbildung 2: @ Glenn Carstens-Peters / Unsplash.com

 

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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