Gründungsstandort Deutschland: Lieber nur im Nebenerwerb gründen?

Deutsche sind kein typisches Beispiel für nach Selbstbestimmung Strebende, die sich selbstständig machen, um ihr eigenes kleines Reich aufzubauen. Und doch ist es erschreckend, wie sehr laut DIHK-Report Unternehmensgründung 2025 die Anzahl der Gespräche mit Existenzgründern zurückgegangen ist. Waren es im Jahr 2010 mehr als 430.000 Gründungswillige, die ein IHK-Gespräch geführt haben, waren es im Jahr 2024 deutschlandweit nur noch etwas mehr als 151.000. Davon wollten ganze 38 Prozent nur nebenberuflich selbstständig sein. Was sind die Gründe für diesen extremen Rückgang von Unternehmens- Gründern?

Motive, sich selbstständig zu machen

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Menschen haben verschiedene Gründe, sich selbstständig zu machen:

  1. Finanzielle Motive: Sie wollen im Nebenerwerb etwas zu ihrem Festgehalt, Studium oder ihrer Aufgabe als Familienmittelpunkt hinzuverdienen
  2. Sie gründen, da sie befürchten, dass sie nur durch Selbstständigkeit dem Los einer Langzeitarbeitslosigkeit entkommen können
  3. Sie gründen, da sie sich als „Unternehmertyp“ wahrnehmen und sich in Festanstellungen unwohl fühlen
  4. Sie gründen, da sie ein StartUp auf den Weg bringen wollen in der Hoffnung, mit Unterstützung von Kapitalgründern in einigen Jahren das Startup mit hohem Gewinn verkaufen zu können.

Die DIHK schließt mit dem Fazit, dass in unsicheren Zeiten auch Fach- und Führungskräfte Wert darauf legen, ihre sichere Festanstellung zu behalten. Migrantische Gründungen nehmen hingegen in mehreren Regionen Deutschlands zu.

Gründungshemmnis Bürokratie

Von Gründungswilligen wird in der Befragung der DIHK als größtes Hindernis angegeben, dass die Bürokratie so kompliziert und langwierig sei – und dass die Wertschätzung fürs Unternehmertum in der Gesellschaft fehle.

Frauenanteil bei Beratung rekordartig gestiegen

Der Anteil an Frauen, welche die IHK-Gründungsberatung in Anspruch nehmen, hat einen neuen Rekordwert erreicht: 47 Prozent der Beratungssuchenden sind weiblich. Vor zwanzig Jahren lag der prozentuale Anteil noch bei einem guten Drittel.

Das Hauptmotiv für Frauen, sich selbstständig zu machen, liegt in der Hoffnung, Familie und Beruf besser miteinander kombinieren zu können. Aufgrund der angespannten Betreuungsituation erhoffen sich Mütter eine bessere zeitliche Flexibilität im Beruf – unabhängig von festen Arbeitszeiten. Weitere Motive sind finanzielle Anreize, der Wunsch, im sozialen Bereich tätig zu sein oder auch mangelnde Erwerbsalternativen. Im Gegensatz zu den männlichen Gründungswilligen wird das Gründungsmotiv „Schnelles Wachstum“ nur von vier Prozent der weiblichen Beratungssuchenden angegeben.

Im Anschluss an diese Zahlen listet die DIHK noch Vorschläge zum Bürokratieabbau bei der Unternehmensgründung auf.

DIHK Report Unternehmensgründung 2025 (pdf)

Seit über zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Manager/Innen. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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