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YouTube Werbevideos: Views kaufen ist ganz normal – lasst Euch nicht von Viewzahlen täuschen! 0

Digitale Kompetenz zu erwerben ist eine ewige Herausforderung – sozusagen ein Wettlauf zwischen Publisher und Nutzer. Da es völlig legal ist, in sozialen Netzwerken Follower, Abonnenten, Klicks, Kommentare und Likes zu kaufen, braucht der Konsument Wissen und Erfahrung, um zumindest ein wenig hinter die Kulissen zu blicken, wenn er zum Beispiel bei YouTube auf einen Werbespot mit Millionen von Views trifft. Online Marketing Rockstars hat einen aufklärenden Beitrag geschrieben, wie Marken ihre Spots pushen – und welche Kennzahlen helfen, um gekaufte Massenaufrufe zu entlarven.

YouTube-Views kosten ca 2 Cent pro Klick

In der Analyse von Online Marketing Rockstars werden zwölf YouTube-Spots bekannter Marken analysiert. Dabei wird in erster Linie das Verhältnis von Views und Abonnentenzahlen gegenübergestellt. Zwar kann man auch Abonnenten problemlos bei den entsprechenden Agenturen kaufen – doch das scheint anscheinend nicht so weit verbreitet zu sein.

Außerdem werden die Kommentare analysiert: Wie viele Kommentare gibt es und wie ist die Tonalität? Kann man anhand der Kommentare ablesen, ob der Inhalt tatsächlich Begeisterungsstürme erzeugt hat und zu einer viralen Verbreitung des Spots geführt hat?

Unbedingte Leseempfehlung! OMR zu YouTube Advertising 2018

Ich selbst habe lange damit gehadert, dass auf der einen Seite Online-Händler und Online-Publisher permanent von Abmahnungen bedroht sind – und andererseits weder Plattformen und Gerichte Interesse daran zeigen, gekaufte organische Zahlen zu sanktionieren. Meiner Meinung nach wäre das UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) durchaus geeignet, um solche Aktivitäten abzumahnen.

Dass Google und Facebook diese Praxis dulden liegt nicht daran, dass die digitalen Giganten getäuscht werden können, sondern dass sie sehr pragmatische Gründe haben, um nicht von ihrem Recht auf Sperrung und Abstrafung Gebrauch zu machen (außer jemand ist bei YouTube im Partnerprogramm und übertreibt, um über gekaufte Klicks mehr Werbeeinnahmen von Google zu ergaunern).

In der Zwischenzeit habe ich mich daran gewöhnt, mir einige Minuten Zeit für Quellenrecherche zu nehmen, wenn mich die Viewzahlen bei YouTube misstrauisch machen. Meine Vorgehensweise:

  1. Views von werbenden Videos mit der Anzahl der Abonnenten vergleichen (OMR sagt, 1 Abonnent pro 500 Views ist fantastisch – unter 5.000 ist gut)
  2. Anzahl und Inhalt der Kommentare prüfen
  3. Sämtliche Videos des Kanals überfliegen und dabei auf Unregelmäßigkeiten achten (langweilig typische Werbespots mit extrem hohen Aufrufzahlen?)
  4. Wenn Kommentare und Bewertungen deaktiviert sind, denke ich in mir „Alles klar…“

Fake-News sind eben die Normalität!

Wir haben uns an die vielen SEO-Tricks gewöhnt, die Content künstlich nach oben pushen – nun müssen wir uns daran gewöhnen, dass in sozialen Netzwerken massenhaft getrickst wird. Es gehört zum normalen Online-Marketing dazu. Wir haben verstanden. Desillusionierung ist nicht das Schlechteste. Macht unempfindlich gegenüber Heilsversprechen. Also nicht ärgern – digitale Kompetenz stärken und gut.

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Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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