Steuerberater oder Selbermachen? Wem Gründer ihre Steuern am besten übertragen

Um die Steuererklärung kommt kein Gründer herum. Viele versuchen, sie selbst zu erledigen, immerhin kann das viel Geld sparen. Doch um seine Steuern selbst zu machen, ist ein gewisses Hintergrundwissen nötig, das viel Recherche und damit Zeit einfordert. Wann Sie Ihre Steuern selbst machen können und welche Alternativen zum Steuerberater es gibt, erklären wir hier.

Welche Aufgaben ein Steuerberater für Gründer übernehmen kann

Bild von Steve Buissinne auf Pixabay

Die fundamentale Aufgabe eines Steuerberaters ist natürlich die Erstellung der Steuererklärungen für verschiedene Arten von Steuern. Dazu zählen zum Beispiel

  • Einkommenssteuer,
  • Umsatzsteuer,
  • Gewerbesteuer,
  • Körperschaftssteuer und
  • Schenkungssteuer

Er kümmert sich weiterhin um Anmeldungen, beispielsweise für die Lohnsteuer, die Umsatzsteuer und die Kapitalertragssteuer.

Zur Steuererklärung gehören manchmal auch Anträge, die der Steuerberater ebenfalls übernehmen kann. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Fristverlängerungen, die Aufhebung einer Steueranmeldung oder den Erlass von Steuerschulden. Außerdem kann der Steuerberater teilweise oder vollständig für die Buchhaltung sorgen. Das beinhaltet die Einrichtung und Umsetzung der Buchführung, die Ausarbeitung von Plänen für die Buchungen und das Erstellen von Belägen.

Wer sein Unternehmen eben erst gegründet hat, kann sich auch von einem Steuerberater beraten lassen. Er hilft dann dabei, einen Business- und Finanzierungsplan zu erstellen, berät bei der Wahl der Rechtsform und von Fördermöglichkeiten und gibt wichtige Steuertipps. Zuletzt kann ein Steuerberater auch bei der Betriebsprüfung und in Steuerstrafverfahren Hilfe leisten.

Unternehmensberater, Bekannte oder Selbermachen: Alternativen zum Steuerberater

Das Gesetz schreibt Ihnen nicht vor, dass Sie einen Steuerberater engagieren müssen. Stattdessen haben Sie verschiedene Alternativen. Viele Menschen wenden sich an einen Bekannten oder einen Freund, der sich in den Finanzfragen besser auskennt und die Steuererklärung erstellen kann. Doch als Unternehmer stehen Sie dennoch für das Ergebnis ein, wenn Ihr Freund einen Fehler macht. Sie sollten dem Menschen, dem Sie Ihre Steuern übertragen, also vertrauen.

Wenn Sie Ihre Steuern selbst machen möchten, ist das natürlich die günstigste Option. Für kleinere Unternehmen, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen, ist das auch völlig in Ordnung. Wenn die Sache jedoch komplexer wird, sollte ein Fachmann eingeschaltet werden. Denn das Steuerrecht ist für Amateure recht kompliziert und Unwissenheit ist kein Grund, einer Strafe zu entgehen.

Sie können anstelle eines Steuerberaters auch einen Buchführungsservice oder einen Unternehmensberater engagieren. Für beide gilt jedoch: Sie dürfen nur mit bestimmten Qualifikationen eine Steuererklärung erstellen. Als solche Qualifikation gilt zum Beispiel ein Abschluss als Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer.

Was einen guten Steuerberater ausmacht und wie viel er kostet

Zahlen sind unbestechlich – trotzdem kommt es bei der Suche nach dem passenden Steuerberater auf die Sympathie an. Denn der Steuerberater ist der erste Ansprechpartner in allen Fragen rund um die Finanzen und die Unternehmensgründung. Deshalb ist ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander unerlässlich.

Steuerberater dürfen nicht für sich werben. Es gibt jedoch Online-Anzeigen oder Artikel in Finanzzeitschriften, die sachliche Informationen bereitstellen. Bei der Suche nach dem richtigen Steuerberater kann auch der Online-Service des DSTV, des Verbandes der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe, behilflich sein. Weiterhin können Kollegen, Geschäftspartner und andere Existenzgründer Ratschläge geben.

Die Gebühren, die ein Steuerberater in Rechnung stellt, hängen vom Jahreseinkommen oder Jahresumsatz des Unternehmens abhängig. Die Gebührenverordnung für Steuerberater legt präzise fest, wieviel für die Leistungen verlangt werden darf. Trotzdem sollten Sie vor der Zusammenarbeit einen Festpreis erfragen. Später können Sie die einen Teil der Kosten des Steuerberaters als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.

Fazit: Steuern selber machen oder einem Steuerberater überlassen?

Juristisch gesehen ist es nicht Ihre Pflicht, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen. Stattdessen können Sie Ihre Steuererklärung auch selbst machen, einen Bekannten fragen oder einen Unternehmensberater beauftragen. Besonders Kleinunternehmer oder nebenberuflich Selbständige, die schon einige Vorkenntnisse haben, haben keinen Nachteil, wenn sie sich selbst um ihre Steuererklärung kümmern. Wächst das Unternehmen jedoch an, ist die Beauftragung eines Fachmannes immer der richtige Weg.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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