„Welches Loch würde bleiben, wenn es Dich oder Dein Unternehmen nicht gäbe?“

Eva Ihnenfeldt: Gestern war ich Speaker beim Wirtschaftsforum Münster. Ich hatte mir das Thema ausgesucht „Die Unternehmenspersönlichkeit im digitalen Zeitalter“. Für mich eine neue Erfahrung, da Prof. Dr. Gerhard Nowak bei diesem Format Wert darauf legt, dass die Speaker ohne Powerpoint und andere Hilfsmittel präsentieren. In 12 Minuten einen echten Mehrwert für die Teilnehmer aus Mittelstand und Konzernen zu geben – wie sollte mir das gelingen? In der Vorbereitung hatte ich mir überlegt, dass ich auf das zurückgreifen werde, was ich seit über 10 Jahren tue: Gründer, StartUps, Unternehmer und Führungskräfte in Social Media weiterbilden und erfolgreiche Marketing-Strategien entwickeln. Dabei geht es grundsätzlich darum, eine Frage zu beantworten:

„Welches Loch würde bleiben, wenn es Dich oder Dein Unternehmen nicht gäbe?“

DankbarkeitOb Selbstständiger, Kleinunternehmen, Mittelständler oder Konzern, das, was so gern als USP (Unique Selling Proposition) bezeichnet wird, ist mehr als die vernunftgeprägte Positionierung in einer Nische. Welchen Dienstleister, welche Marke oder welchen Händler ich wähle, hängt weniger davon ab, wie sich die Produkte von denen der Mitbewerber unterscheiden, als von der Persönlichkeit des Anbieters. Kunden entscheiden im Wesentlichen nach zwei Kriterien: Preis oder Qualität – Schnäppchen oder Exklusivität. Belohnung durch Preisvorteil – oder durch Glücksempfinden.

Die wahrgenommene Qualität ist zu 80 Prozent subjektiv. Kaum ein Kunde kann objektiv beurteilen, ob ein Arzt, ein Webdesigner oder eine Kfz-Werkstatt tatsächlich hochwertigere Leistungen erbringen – oder ob ein Shirt tatsächlich qualitativ überlegen ist. Was ein Kunde sicher beurteilen kann, ist das eigene Empfinden. „Ich fühle mich geborgen, angenommen und sicher. Ich habe Vertrauen. Die Zusammenarbeit passt in mein eigenes Wertesystem. Der Handel mit dem jeweiligen Produkt bzw. Anbieter bereitet mir ein gutes Gefühl“.

Vielen Anbietern fällt es (noch) schwer, diese emotionalen Aspekte beim Handel zu akzeptieren. Sie sind schließlich stolz darauf, hochwertige Produkte zu verkaufen bzw. herausragende Dienstleistungen zu erbringen. Vor allem bei B2B (Business to Business) Dienstleistern und bei produzierenden Industrieunternehmen ist es eher verpönt, Marketingstrategien auf subjektiven Bedürfnissen und Wünschen des Kunden aufzubauen. Im Laufe der Zeit habe ich mir angewöhnt, diese Scheu vor dem Emotionalen durch diese Frage abzubauen:

„Welches Loch würde bleiben, wenn es Dich oder Dein Unternehmen nicht gäbe?“

Das klappt erstaunlich gut, selbst bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern, selbst bei Anwälten und Handwerkern. Die Bereitschaft, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen, ist allerdings nur dann gegeben, wenn der Mensch, der sich auf eine Social Media Schulung einlässt, hungrig ist. Das kann sein, weil er/ sie eine neue berufliche Herausforderung sucht, oder weil ein Unternehmen in den ersten Jahren noch nicht die passgenaue Positionierung gefunden hat. Das kann sein, wenn neue Geschäftsfelder am Markt platziert werden, oder wenn das Unternehmen in eine Krise gerät.

Mir persönlich ist die Kombination aus Wissensvermittlung, Gruppenprozess und Strategieerarbeitung sehr wichtig. Ich habe irgendwann entschieden, mich nicht länger auf Unternehmensberatung zu fokussieren, sondern auf die Arbeit als Trainer. Meiner Erfahrung nach sind die Lernerfolge am intensivsten, wenn die Menschen ihre Erkenntnisse selbst erarbeiten. Dazu ist die Arbeit in der Gruppe sehr wichtig, ebenso wie die Integration von Selbststudium und kreativer Eigenleistung.

Gerade im digitalen Zeitalter ist die Unternehmens-Persönlichkeit entscheidend für den Erfolg. Die Menschen, die nun bequem aus einer Masse an Anbietern wählen können, die Preistransparenz und Rezensionen zu Hilfe nehmen können für ihre Kaufentscheidung, suchen nach Indizien für die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters. Auf den ersten Blick mag es danach aussehen, dass sie rein nach dem Preisvorteil wählen, doch das ist ein Irrtum.

Nehmen wir das Beispiel Friseure: Hier kann man gut verfolgen, wonach Menschen ihre Kaufentscheidungen treffen: Ein preisgünstiger Friseur mag genau so gut und zuvorkommen die Haare schneiden und färben wie ein hochpreisiger Salon – doch allein das Outing, zu einem „Billigfriseur“ zu gehen, schreckt viele Kunden ab. Sie tragen mit ihrem Haar ihren Status und ihre gesellschaftliche Zugehörigkeit – und selbst, wenn außer ihnen selbst kein Anderer den Unterschied bemerkt, sie selbst wissen, was sie sich leisten können und in welchen Kreisen sie verkehren.

Drei Dinge sind entscheidend für den Erfolg im digitalen Zeitalter:

  • Die Leidenschaft, mit der ich mit meinem Unternehmen/ meiner beruflichen Aufgabe verbunden bin
  • Souveränität im Umgang mit digitalen Medien (Plattformen, Tools und Content)
  • Beharrlichkeit und Zuverlässigkeit bei der Umsetzung der Strategie

Bei der Vorbereitung zum Vortrag beim Wirtschaftsforum Münster wurde mir klar, wie viele erfolgreiche Marketing-Strategien ich mit initiieren konnte – und wie viele außergewöhnliche Menschen und „Unternehmende“ ich begleiten durfte, das war sehr eine berührende Erkenntnis. Schön, wenn man seine Aufgabe gefunden hat und leben darf. Und so formuliere ich nun mal selbst eine Antwort für mich:

„Welches Loch würde bleiben, wenn es Dich oder Dein Unternehmen nicht gäbe?“

Das Unersetzliche und Einzigartige an mir, Eva Ihnenfeldt, ist, dass ich in der Lage bin, gemeinsam mit den Menschen, sie sich mir anvertrauen, ihr „Persönlichkeits-Gold zu schürfen“ und ihnen bewusst zu machen, wie außergewöhnlich und großartig sie sind. Bei über tausend Menschen, die meine Lehrgänge, Workshops und Weiterbildunge besucht haben, ist es noch nie vorgekommen, dass ich dachte: „Ne, hier ist nix, dieser Mensch/ dieses Unternehmen ist eigentlich überflüssig.“ Wenn es mich nicht gäbe, wüsste ich nicht, wer das ersetzen könnte. Ich stehe für Begeisterung, Wille und Stolz auf die eigene Persönlichkeit – in Hinblick auf Tüchtigkeit und den Wunsch, die Welt zu gestalten und ihr den eigenen Stempel aufzudrücken.

Eva_Ihnenfeldt_KMUdigital_kleinEva Ihnenfeldt
Marketing und Social Media
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Bildquelle: pixabay_johnhain

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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