Definition von Gehirnwäsche – Abgrenzung zu Manipulation

„Pass auf, Du fällst!“ Wohl jedes kleine Kind erlebt, wie es auf diese oder ähnliche Weise gewarnt wird, wenn es in Gefahr gerät. Ist das schon Gehirnwäsche? Wird das Kind zukünftig durch eine unsichtbare Stimme gebremst, wenn es schnell einen Abhang hinunterrennt? Natürlich hat die Ermahnung Einfluss auf das zukünftige Verhalten des Kindes – doch Gehirnwäsche ist noch Mal etwas ganz Anderes: Mit Mind Control wird sehr bewusst versucht, alte Überzeugungen zu löschen und neue Überzeugungen in den Menschen einzuprogrammieren: durch Folter, durch Bestrafung, durch Angst, durch Abhängigkeit.

Gehirnwäsche durch Medien?

Viele Menschen sind sich darüber bewusst, wie leicht sie manipuliert werden können durch Propaganda und Werbeversprechen. In unserer Zeit ist es immer weniger möglich, Texten, Bildern und Bewegtbildern zu glauben. Es ist so einfach geworden, zu fälschen – wem können wir noch trauen? Wessen „Pass auf, Du fällst!“ wollen wir noch glauben? Sollte die Lösung sein, Medien nur noch in analoger Form zu konsumieren (also auf Papier gedruckte Bücher und Zeitschriften), um sich zu schützen vor der allgegenwärtigen Propaganda bei TikTok, Google und Co?

Bild von janrye auf Pixabay

Gehirnwäsche versus Manipulation

Gehirnwäsche könnte man übersetzen mit „Zwangsüberzeugung“. Es wird mit Vorsatz Gewalt angewendet – auch wenn diese Gewalt an Belohnung, Rettung, Glaube oder Schutz gekoppelt ist. Gehirnwäsche erfordert bedingungslose Unterwerfung. Gehirnwäsche ist wie eine Amputation des selbstbestimmten Denkens.

Manipulation ist ein sehr weitreichender Begriff. Manipulation ist alles, was unser Interpretationsspektrum verändert – was uns neu bewerten lässt. Bewusste Manipulationsstrategien wie im Marketing oder in der Politik sind weit verbreitet – immer stärker werden sie auf die Vorlieben und Abneigungen des Einzelnen zugeschnitten. Mit Propaganda werden Einstellungen verändert, um Profit (z.B. durch Werbung) oder Gefolgschaft (z.B durch Politik) zu erwirken. So wurden in den USA das Rauchen bei Frauen durch geschickte Werbung gefördert – und auch die Zustimmung der Bevölkerung zum Eintritt in den 2. Weltkrieg.
Wikipedia: Edward Bernays – Moderne Propaganda

Manipulative Wirkungen können korrigiert werden, wenn neue Informationen auftauchen – Opfer von Gehirnwäsche hingegen erleiden einen irreparablen Schaden. Sie sind nicht mehr die, die sie waren. Etwas wurde unumkehrbar zerstört und durch Neues ersetzt. Gehirnwäsche ist eine grausame Umerziehungsmethode, die den Menschen zum Sklaven macht.

Digital Detox? (Digitale Entgiftung)

Immer wieder überlege ich, ob ich meine digitale Mediensucht beenden sollte durch einen strengen Entzug. Nur noch Bücher und analoge Zeitschriften konsumieren? Stille einkehren lassen für meine Ohren, Augen, mein Gehirn und mein fiktionales Gefühlssystem? Irgendetwas in mir widerspricht energisch dieser Möglichkeit. Ist es die Sucht, die mir einredet, digitale Medien seien ein Weg zu immer tieferen Wissen, zu Erkenntnis und Selbstwirksamkeit?

Sage mir, was Du konsumierst…

Ich stelle mir vor, auf einer Wochenend-Veranstaltung zu sein, auf der sich lauter Digitalforschende austauschen. Naturwissenschaft, Ökonomie, Politik, Spiritualität, Heilungswege, IT, Kunst, Geisteswissenschaft… – alle Anwesenden sind wie ich Maulwürfe des digitalen Universums, sie googlen, bearbeiten, speichern und verteilen Wissen. Sie haben Blogs, Podcasts, Videokanäle, sie sind Creator. Sie teilen ihre Forschungsergebnisse gern – viele haben keinerlei Profitstreben – sie sind Digitalforschende aus Leidenschaft.

Süchtig nach Tiefe

Mag sein, dass wir süchtig sind – doch ist es von Nachteil, süchtig nach Wissen zu sein? Ist es von Nachteil, immer weiter in die Tiefe vorzudringen, in den Kaninchenbauten aus Alices Wunderland?

Ich verändert mich von Tag zu Tag durch meine Buddelei. Ich stöbere kluge Köpfe auf bei YouTube, ich finde investigative Journalisten, Weltreisende, Politiker, Rebellen und spirituelle Größen, die aussprechen, was ich unterbewusst schon lange denke und fühle.

Ich lasse mich leiten von meinem Instinkt: Wo etwas mein Interesse weckt, höre ich zu – wo etwas mich langweilt, schalte ich ab. Ich ergänze meine aufsaugende Digitalsucht täglich durch viele menschliche Begegnungen, durch Umarmungen, durch Aktivierung all meiner Sinne, durch aufrichtige Gespräche. Durch gefühlte Liebe. 

Ja, ich liebe meine fiktionale Welt, meine Welt voller Helden. Ich liebe diese Märchenfiguren, die mich abends vom Alltag trennen durch ihre Abenteuer. Die meine Träume beeinflussen und die meine Vorbilder sind.

Ich liebe meine strategischen Schachspieler, meine melancholischen Rächer, meine entschlossenen Kämpfer für das Gute, für Leben und Freiheit. Ich liebe meine Helden, die nie aufgeben, die sich nie unterwerfen – und denen es egal ist, was „die Leute“ über sie denken. Ich liebe die, die sich in Gefahr begeben. Ich liebe die, die es nicht leicht gehabt haben – und die, die bereit sind, Opfer zu bringen für das, woran sie glauben bzw. für das, was sie zu Überlebenden macht.

Nein, kein Digital Detox für mich. Ja, ich werde manipuliert, doch ich versuche mit all meinen Instinkten und Fortschritten, mir meine Manipulationen selbst auszusuchen. Meine Nase leitet mich. Ich verweigere Werbung, so gut es geht – YouTube, Amazon Prime, Netflix, Mediatheken – ich zahle lieber einen Zusatzbeitrag, als Werbung auf mein Denken einwirken zu lassen. Ich suche mir meine Lehrer selbst aus. Ich streune durch die irdische Digital-Universität und suche nach Lehrern und Meistern.

Vielleicht werde ich eines Tages reumütig Stille und Natur zu meiner Welt erklären – und mich verabschieden von dem digitalen Planeten – dem Planeten aus menschlichen und technologischen Geist. Vielleicht werde ich kapitulieren vor Künstlicher Intelligenz und derer Macht. Aber ich bin sicher, wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, werde ich es relativ früh erkennen durch meine digitalen Recherchen.

Vielen Dank an Tom-Oliver Regenauer, an Daniel Stelter, an Kanäle wie Manova, an die Nachdenkseiten, an den Aufwachen-Podcast und all die diejenigen, die mich begleiten bei meinem Dschungeltrip durch die Zeitenwende, die gerade unseren Planeten durchzieht. Kein Digital Detox für mich. Lieber selbst gewählte Manipulation als vorgekaute „Wahrheiten“ …

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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