Die „totale Überwachung“ rückt überall auf der Welt immer näher. Einige Staaten wie China sind Vorreiter darin, über digitale Techniken ihre Bürger und Bürgerinnen so umfassend zu überwachen, dass es dort kaum noch Kriminalität gibt. Wenn alles aufgezeichnet wird, was außerhalb der eigenen vier Wände geschieht, und wenn alles kontrolliert wird, was digital geschieht, bleibt wenig Freiraum für unentdeckte Gesetzesübertretungen. (Kriminalität in China)
In Großbritannien soll bis 2029 der digitale Ausweis mit Auskünften zu Sozialleistungsanträgen, Kfz-Papieren und anderen persönlichen Informationen verpflichtend werden. In Vietnam führt die Verpflichtung zur digitalen Identität gerade dazu, dass 86 Millionen Bankkonten gelöscht werden, weil ihre Besitzer keine biometrischen Daten angegeben haben.
Die Europäische Union will ab 2026 eine einheitliche digitale Identität einführen – die EU-ID, oder „European Digital Identity Wallet“. In dieser Smartphone-App sollen neben persönlicher Daten wie Name, Geburtsdatum, Steuer-ID und Führerschein auch Leistungs- und Ausbildungs-Nachweise, Impfdaten, Bankverbindungen – vielleicht sogar Sozialleistungsnachweise gespeichert werden.
Zunächst ist die europäische eID-Teilnahme freiwillig, doch aufgrund der Vereinfachung von Verwaltungsvorgängen ist davon auszugehen, dass es nachhaltig so wird wie in Großbritannien und vielen Staaten dieser Welt. Ansonsten könnten womöglich Bürger/Innen ohne eID nicht mehr in andere Länder einreisen, welche umfassend mit dieser Nachverfolgung arbeiten.
Wie stehe ich dazu?
1. Mir war schon bei den Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2013 klar, dass es früher oder später in die totale Überwachung gehen wird. Snowden hat bis ins Jahr 2020 zahlreiche Tipps gegeben, wie man sich vor Überwachung des Desktop-Computers und des Smartphones schützen kann:
– alternatives Betriebssystem zu Android und Apple installieren
– Kamera und Mikrofon „weglöten“
– nur kabelverbundene Digitalgeräte nutzen, niemals WLAN. Smartphone über kabelgebundenes Datennetz anschließen (Ethernet), möglichst jeder App verbieten, sich mit dem Internet zu verbinden.
Meines Wissens gibt er seit 2020 keine Tipps mehr – es ist wahrscheinlich aussichtslos, sich wirkungsvoll zu schützen. Oder in der Zwischenzeit sind wir ihm alle egal. Schließlich hielt sich die westliche Solidarität mit Snowden in Grenzen. Ich denke, das ermüdet Idealismus…
Zu denken, dass die Verweigerung von Meta-Diensten wie WhatsApp, von Google-Produkten wie gmail, von Microsoft-Betriebssystemen mit Office, Teams, LinkedIn etc. – und natürlich von all dem anderen, was wir unter „Social Media“ verstehen, vor irgendetwas schützen würde, halte ich für naiv. Das Einzige, was dadurch passiert, ist, dass registriert wird, wenn man sich der Überwachung entziehen will.
Sich verstecken oder sich offen zeigen
Ich bin gut mit der Strategie gefahren, ein offenes Buch zu sein. Meine politische Ausrichtung können die Überwachungssysteme an meinem YouTube-Konsum festmachen, meine Blog-Beiträge geben sehr gut preis, welche Geistes Kind ich bin:
„Misstraue jeder Obrigkeit, die Gewalt über Dich hat“
Ich war erschüttert, wie sich die „Linken“ 2020 den staatlichen Narrativen mit Begeisterung unterwarfen. Ob Grüne, Linke, oder das, was sich der deutschen Ausgestaltung der Antifa zugehörig fühlt: Plötzlich waren alle angeblich Linken für die Einschränkung der Bürgerrechte, für Impfpflicht, für aggressive Stimmung gegen „Querdenker“. Es folgten Kriegshysterie, das Gesetz gegen unflätige Kritik an Politikern, Denunziations-Plattformen, Einführung der CO2 Steuer (CO2-Preis 2027) Seit der letzten Bundestagswahl gehe ich nicht mehr wählen – wen den?
Ich empfehle jedem, darüber zu philosophieren, wie er sich als Bürger/In Chinas verhalten würde. Immer allem zustimmen, was offizielles Narrativ ist? Oder lieber von Anfang zu erkennen geben, dass man zu den „Bockigen“ gehört, die nicht mit allem einverstanden sind?
Zum Widerständler tauge ich nicht. Die meisten Menschen stehen loyal zu ihrer Führung – hier wie in China. Ich möchte nur bis an die Grenze des Erlaubten gehen, aber nicht gegen Unterdrückung und Kriegstreiberei rebellieren. Es kommt, was kommt. Meine Hoffnung ist, dass die mafiösen ökonomisch/politischen Verbindungen sich gegenseitig bekämpfen, ohne ihre Kriege auf den traditionellen Schlachtfeldern des Volkes auszutragen.
Doch wenn es auch hier Krieg gibt – dann ist das eben so. Dann möchte ich, solange ich es kann, Suppe ausschenken und anderweitig helfend tätig sein. Ich habe keine Angst vor Überwachung – ich bin von je her ein offenes Buch.




