Ein Tag im Leben eines Social Media Managers

Christian Spließ, Social Media Manager: Das Berufsbild des Social Media Managers ist sehr vielfältig. Deswegen kann man eigentlich auch nicht DEN typischen Arbeitsablauf im Arbeitstag eines Social Media Managers beschreiben – allerdings kann ich einen kleinen „Schnappschuss“ machen, wie momentan mein Arbeitstag so aussieht.

06:00 Uhr: Der Wecker klingelt. Zeit für die Morgentoilette während der Desktop-Rechner mit Drucker und Scanner hochfährt. So früh am Morgen kann ich noch nicht frühstücken, daher erstmal eine Tasse Kaffee. Browser öffnen, Soziale Netzwerke anwählen, RSS-Reader anwerfen und Mailprogramm starten. Die nächsten eineinhalb bis zwei Stunden bin ich damit beschäftigt in erster Linie Nachrichten zu sichten, die für meine Projekte interessant sein können. Im Mailfach von Xtranews haben sich einige Pressemitteilungen angesammelt. Die müssen eventuell noch überarbeitet werden bevor sie online gehen können. Rasch werfe ich einen Blick auf die von mir betreuten Fanpages. Super, alles in Ordnung – kein Kommentar unterhalb der Gürtellinie, einige Likes sind dazugekommen. Bei Google+ tut sich momentan noch nicht so viel, auch Twitter ist eher ruhig. Da ich einigen amerikanischen Quellen folge ist es jetzt an der Zeit, diese nachzusehen bevor die Deutschen allmählich aus dem Bett fallen.

08:38 Uhr: Der Zug nach Dortmund ins Büro von Steadynews fährt ab – vermutlich wieder mit fünf Minuten Verspätung, wie immer.

09:40 Uhr: Ich schließe das Büro auf, packe den Rechner aus und sorge für die Infrastruktur. Heute ist Montag, das heißt einige Kunden müssen heute mit Inhalten versorgt werden. Am Abend vorher habe ich schon einige To-Dos auf die Liste gesetzt, jetzt kommen noch ein paar dazu, die abzuarbeiten sind. Zum Aufwärmen beginne ich mit reinem Copy-Paste. Danach ein Blick in die Mailboxen – einige Infos kommen tatsächlich noch über die persönliche Email rein. Kurz zu Facebook – Fanseiten überprüfen. Heute scheint es da etwas ruhiger zu sein. Mittlerweile tut sich bei Google+ schon einiges, aber jetzt erstmal das Dringenste.

10:05 Uhr: Anruf eines Kollegen, mit dem ich zusammenarbeite. Wir sprechen den Terminplan für das morgige Seminar in Bocholt durch. Ich rufe anschließend noch eine andere Kollegin an, die sich am Dienstag eigentlich mit mir im Cafe Glück treffen wollte. Da der Workshop dazwischen kommt, muss ich den Termin auf Mittwoch verschieben. Organisiere meine Google+-Kreise nach dem Frank-Tentler-System, füge noch einen neuen für ein aktuelles Projekt hinzu und schaue durch ob sich was Interessantes ergibt.

10:30 Uhr: Aufarbeitung des Contents von gestern für die Philharmoniker und nochmaliges Erinnern, dass die Blogparade bis Ende Juli läuft.

11:06 Uhr: Heute startet ein größeres Projekt das bis August geht. In der internen Facebookgruppe schaue ich nach ob sich etwas geändert hat, per Mail habe ich die Nachricht erhalten, dass man sich wegen der Texte ab halb Zwölf melden wird. Wo ich schon mal bei Gruppen bin, sehe ich auch die aktuellen Postings der für mich relevanten Quellen durch und erlaube mir den Hinweis auf ein Video zu posten. Sonntags war der Duisburger Social Media Stammtisch „Mammut20“ im Museum und ein Mitglied hat ein schönes Video erstellt. Der Link wird gleich auch auf die Seite des Museums gestellt. Ungewollt hat der Macher damit einen kleinen Retweets-Storm ausgelöst: Innerhalb weniger Minuten kommen laufend Retweets von Social Media Kontakten bei Twitter rein. Dies sehe ich, da ich eine Kolumne mit dem Hashtag des Webstammtisches bei Hootsuite bzw. Tweetdeck angelegt habe. Monitoring ist auch privat eine feine Sache.

12:00 Uhr: Ich schreibe eine Pressemitteilung für einen Kunden. Während der ganzen Zeit bis hierhin ist Tweetdeck offen, ab und an schaue ich nach ob interessante Inhalte zu finden sind oder ob man im Web über meine Projekte spricht – ganz losgelöst vom Museums-Video.

12:30 Uhr: Die erste Fassung der Pressemitteilung geht an den Kunden zur Korrektursichtung. Währenddessen schaue ich erneut bei Facebook rein. Auf den Fanseiten hat sich bisher nichts Neues ergeben, dafür gibts aber eine interessante Diskussion in der SWI-Gruppe, deren Kommentare ich jetzt interessiert lese. Da man als Social Media Manager ständig auf dem Laufenden sein muss, gehört das Lesen von solchen Gruppen auch dazu.

14:00 Uhr: Die Aktion, die bis Ende August gehen wird, läuft an. Anhand des detaillierten Zeitplans kann ich genau sehen welche Gewinne heute ausgelobt worden sind und welche Frage gestellt wird. Ich poste die Nachricht über den Start bei Googleplus, Twitter und Facebook, beobachte die eingestellte Kolumne bei Tweetdeck, checke gleichzeitig die Twittersearch ab und habe ein Auge auf Facebook. Für die nächsten Stunden ist dies die Hauptbeschäftigung an diesem Tag.

15:23 Uhr: Kunde gibt Pressemitteilung von heute Mittag frei. Ich suche aus meinem Mailverteiler die passenden Ansprechspartner, schreibe einen kurzen Einleitungstext und verschicke die Pressemitteilung an die Redakteure – ich habe allerdings dem Kunden mitgeteilt, dass das für die morgige Ausgabe etwas spät sein könnte, Journalisten arbeiten ab 16:00 Uhr intensivst an der Ausgabe für den morgigen Tag. Mag sein, dass ein Redakteur noch Luft hat…

In den nächsten Stunden schreibe ich noch einige Artikel, redigiere Texte, habe ein waches Auge auf das Gewinnspiel meines Kunden bei Twitter – also das übliche Tagesgeschäft eigentlich, alles wie immer… Gegen 16:45 werde ich heute aus dem Büro aufbrechen und zu Start2Grow fahren.

17:45 Uhr: Ankunft bei Start2Grow – Coaching-Abend zum Thema Präsentationen. Anschließendes Netzwerken, bei dem ich an jemanden, der über Facebook informiert werden möchte meine Visitenkarte gebe. Auch das ist Arbeit.

22:01 Uhr: Zurück zu Hause. In der Bahn mit meinem Kollegen telefoniert. Wir brauchen für morgen doch ein Hand-Out. Deswegen sitze ich jetzt hier exakt zu diesem Zeitpunkt und ergänze den Artikel – denn gleich werde ich in die Tiefen von Keynote hinabsteigen. Und die Erkenntnisse vom Vortrag sofort konkret anwenden…


Christian Spließ, Social Media Manager

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Photo: Gesine Lübbers

 

 

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