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Eva Ihnenfeldt und ihr „Mini-Podcast“ – von der Idee über das Konzept bis zur Umsetzung 0

Eigentlich war es nichts weiter als eine spontane Idee, die mich darauf brachte, im E-Mail-Newsletter eine Audiobotschaft einzubauen. Wenn Marken jetzt schon Print-Mailings nutzen, um mit der guten alten „klingenden Grußkarte“ Kunden zu überzeugen, warum sollte ich „Neandertal-Bloggerin“ (Blog seit August 2008) nicht das innovative Podcast-Format wählen, um meine geliebte Abonnenten-Gemeinschaft zu erfreuen? Die erste Grußbotschaft wurde gestern im Dienstags-Newsletter eingebaut und versendet. Zu meiner großen Freude kamen direkt einige Rückmeldungen von SteadyNews-Lesern/Innen – und nun will ich live mit Euch ein Konzept aufbauen, um es tatsächlich wahr zu machen: Eva Ihnenfeldt wird Podcast-Creator.

Episode vom 12. Mai 2020: Spontanheilung meiner Shoppingsucht?

Mein erster Podcast-Workshop vor Jahren in Köln

Von der spontanen Idee zur Umsetzung…

Nachdem ich durch einen HORIZONT-Artikel dazu inspiriert wurde, mich an einer Audio-Begrüßung der Newsletter-Abonnenten zu versuchen, war ich überrascht und erfreut, wie viele Rückmeldungen per Mail und Messenger kamen. Das hat mich gestärkt und wurde zum letzten Anstoß, um tatsächlich eine Podcast-Serie zu starten.

Die positiven Rückmeldungen zeigten, dass einige meiner ca 1.500 Newsletter-Leser (die meisten kennen mich persönlich) sich freuen, meine Stimme zu hören. Das verstehe ich gut, und wir alle kennen den Effekt der persönlichen Verbundenheit ja von den WhatsApp-Sprachnachrichten. Allerdings kennen wir alle auch von Sprachnachrichten, dass es zeitraubend und lästig sein kann, die Sprachmitteilungen abzuhören. Ich will auf keinen Fall Ungeduld erzeugen! Es muss also kurz sein – und persönlich.

Rückmeldungen geben Richtung an

Was den Anbieter Soundcloud betrifft, wurde kritisch bewertet, dass nach dem Track automatisch ein nächster Track von der Plattform abgespielt wurde. Das kann natürlich den Genuss verderben ähnlich wie bei YouTube. Mir wurde empfohlen, doch direkt in der Mediathek von WordPress eine MP3-Datei hochzuladen. Ich habe darüber nachgedacht und mich dagegen entschieden, da ich nicht ausschließlich über die SteadyNews gehört werden will. ITunes, Spotify, TuneIn, Google Podcasts… Ich möchte sämtliche Verteilermöglichkeiten nutzen und die bestmögliche Reichweite erzielen.

Mehrere Newsletter-Herausgeber wiederum schrieben, dass sie es mir gern nachtun würden in ihrem Newsletter. (was ja auch eigentliches Ziel war von mir, weil ich schließlich mit den SteadyNews Marketingtipps gebe) Wieder andere freuten sich, dass der persönliche Kontakt zu mir aufgefrischt wird, wenn sie meine Stimme hören. Das waren die emotional schönsten Rückmeldungen. Das tut richtig gut.

Im nächsten Step habe ich versucht, den roten Faden zu identifizieren: Worauf hätte ich Lust? Ich schrieb in meine Google Notizen auf dem Fußweg zum Supermarkt im Handy dieses hier:

Überschrift: 1-Minute Geschichten stärken die seelischen Abwehrkräfte

Ideen für Geschichten:
– Erfolg kommt von…
– Mut kommt von…
– Sinn und Unsinn
– Reise des Helden

1 Wort nehmen und daraus eine Idee entwickeln
https://christinaloew.de/ueber-mich/kreatives/twitter-poesie/

Die Widerstands-Aufbau-Rede
Anekdoten aus meinem Leben

Evas Geständnisse als Grundthema?
– Was treibt mich an? (Wut)
– Warum ich am Liebsten provinziell bin
– Serientipp:
Community http://m.quotenmeter.de/mn/117156/10-erkenntnisse-fuer-die-wir-community-alle-lieben-sollten
Tipp der Woche
– faul sein lernen
– Flohsamenschalen

Nachdem ich heute früh beim Frühstück zum Einen kurze Audio-Stories gegooglet habe und zum Anderen gängige Podcast-Hosts (also Alternativen zu Soundcloud, kamen folgende Erkenntnisse hinzu:

Zu der Auswahl der Themen:

  • Ich als Konsumentin liebe kurze Geschichten, wenn diese meinen Tag inspirieren/ aufheitern/ wach machen
  • Ich mag keine moralisierenden Geschichten, Predigten, „Verkündigungen“
  • Meine Vorbilder sind Komödianten der „alten Schule“, so etwas wie Heinz Erhardt oder Heidi Kabel
  • Ich traue mich dank der Rückmeldungen, meine Persönlichkeit herauszustellen
  • Hey, ich bin 61 – ich darf jetzt alles ausprobieren!

Zu Audio-Plattformen und Formaten: Sicher könnte ich im Blog auch mp3-Audios einfügen so wie ich Bilder einfüge – doch dann wäre sie einzig und allein über die SteadyNews findbar. Ich möchte auf jeden Fall ein „YouTube für Audios“ nutzen, damit ich mehr Reichweite und mehr Distributionsmöglichkeiten habe. Ich will Cloud, ich will Feed-URL’s der Beiträge, ich will mich komplett in die Öffentlichkeit wagen (wie gesagt: Ich bin 61 – was habe ich zu verlieren? Nichts!)

Der passende Podcast-Host

Soundcloud ist tatsächlich nicht die beste Wahl, weil man in der kostenfreien Version nur insgesamt drei Stunden Upload-Zeit hat. Heißt: Entweder ich müsste nach einiger Zeit ältere Beiträge löschen – oder schon bald jährlich knapp 100 Euro zahlen, um dauerhaft sämtliche Audiobeiträge verfügbar zu lassen. Außerdem brauche ich eine RSS-Feed-URL, damit ich über meinen Podcast-Host auch andere Anbieter wie iTunes und Spotify versorgen kann. Wenn schon, denn schon 😉
Evas Begrüßung mit Soundcloud

Was mir gut gefällt bei Soundcloud, ist die optische Darstellung der Podcast-Folge. Ich will also einen Podcast-Host, der kostenlos ist, der schöne Vorschaubilder für die Einbettung bietet – und der über die RSS-Feed-URL überall hin transferiert werden kann.

So sieht es bei Soundcloud aus – doch es geht noch besser!

Soundcloud-Alternative Buzzsprout

Und so sieht es nun bei Buzzsprout aus – einen Podcast-Hoster, der monatlich zwei Stunden kostenlosen Upload erlaubt – und den es ebenfalls schon seit vielen Jahren gibt. Ich brauche also nicht zu befürchten, dass ich plötzlich vor dem Nichts stehe. Gefällt mir gut. Es gibt viele Anleitungen (zum Beispiel, wie man den eigenen Podcast zu Spotify bringt) und ich fühle mich respektiert als Podcast-Neuling. Buzzsprout arbeitet mit WordPress zusammen – die Werteausrichtung bzw. Community gefällt mir.

Ziele des Podcasts:

Eigentlich will ich nur Mut machen und zum Lachen bringen. Meine Botschaft als Lehrkraft ist stets: „Ich möchte, dass Ihr alle mich überholt.“ Ich möchte dass Ihr Euch sagt „Was die Eva kann, kann ich schon lange. Wenn die sich traut, trau ich mich auch“. So möchte ich mit meinen 1-Minute-Botschaften ein wenig Übermut und Tatkraft zu den Menschen bringen, die mich schätzen. Ich möchte meine Stimme einbringen, da über das Ohr viel mehr Zuneigung und Vertrauen transportiert werden als über das geschriebene Wort oder über Bilder.

Und was ist mit monetären Zielen?

Vor Kurzem hörte ich Dieter Bohlen in einem hörenswerten Podcast sagen „Wenn Du das machst, in dem Du richtig gut bist, läuft Dir das Geld von allein hinterher“. Ich glaube, der Mann hat recht. Ich fühle mich finanziell mit dem Nötigsten abgesichert und kann einfach ausprobieren, ob ich verborgene Talente habe. Wenn nicht, auch gut. Dann begrüße ich eben nur per Stimme meine Abonnenten in der E-Mail. Wer will, kann es anhören – wer nicht will, kann es lassen.

Themen, Titel und Positionierung

„Evas Geständnisse“ haben sich für mich als passend herausgestellt, da sie neugierig machen und da so viele Möglichkeiten bieten für Themen. Ich kann Anekdoten aus dem Alltag erzählen, kann die Presse kommentieren, kann Tipps geben und echte Geständnisse machen… Geständnisse sprechen den Voyeur in uns an – da muss ich mich eben auch mal was trauen!

Podcast: Evas Geständnisse

Strategie

Strategie ist es, frei nach dem Motto meiner Oma „Viel hilft viel“ viele kleine „Quick and Dirty“-Audios zu produzieren und damit auch den Einleitungstext im wöchentlichen Newsletter zu vereinfachen. Durch die Audiobegrüßung erwarte ich eine kleine Zeitersparnis. Das ist mir wichtig. Da ich mein Creator-Dasein aus Hobby und Leidenschaft praktiziere und nicht aus monetären Gründen, möchte ich mir die Arbeit vereinfachen und den Genuss meiner Abonnenten erhöhen. Ich will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Jetzt zum Schwierigsten: Die Umsetzung!

„Nichts Gutes entsteht durch Zwang“

Gestern fand ich auf dem Weg zum Supermarkt riesige Pamphlete aus Straßenkreide, die sich mit den Einschränkungen der Bürgerrechte wegen der Corona-Krise befassten.

Hmmm, dachte ich, Straßenkreide als neues Medium für Guerilla-Marketing gefällt mir. Da kommen mir gleich tausend Ideen, wie man es einsetzen könnte – für Tinder-Dates, Sonderangebote, Wegbeschreibungen…. und natürlich für die Organisation von Bürgerbewegungen in der Zeit der Versammlungseinschränkung. Ist ja wichtig!

Doch wie wird aus so einem Kopfkino eine Geschichte? Und dann noch eine kurze!

Umsetzungsstrategie

  1. Audios sind anders als Texte: Gesagt ist gesagt und kann nur mit Aufwand korrigiert werden durch Schnittprogramm-Bearbeitung. Diese Option fällt also weg. Entweder alles wiederholen – oder es so lassen wie es ist.
  2. Mehrere Versuche haben ergeben, dass eine Minute definitiv zu kurz ist für eine Geschichte. Zwei Minuten müssen es sein – vielleicht auch mal drei. Da ich selbst WhatsApp-Sprachnachrichten zeitraubend finde, geht mir das quer runter – aber was habe ich für eine Wahl? (sorry, tut mir so leid!)
  3. Eine Option ist es, über die Funktion „Sprache in Text“ den Audiobeitrag zu transkribieren. So ist „Eva’s Geständnis“ auch als Text bzw. Blogbeitrag verfügbar. Klingt vernünftig.
  4. Da es auf jedes Wort und jede Formulierung ankommt, ist sorgfältige Planung unumgänglich. Einen Text abzulesen ist keine Option, da die Spontanität für ungeschminkte Echtheit steht. Aber wie plant man unter diesen Umständen eine Audiostory?

Storytelling für „Eva’s Geständnis“

Jede gute Geschichte besteht aus drei Elementen: 1. Einleitung (Neugierig machen) 2. Hauptteil (Spannungsbogen) 3. Fazit (am Besten mit Cliffhanger 😉 ).

Ich wähle zunächst ein Thema: Nehmen wir Eva’s Geständnis, dass sie nicht „grün“ ist. Da dies dem Zeitgeist widerspricht, macht es auf jeden Fall neugierig. Ich formuliere den Titel der Episode

„Zu dickköpfig für Umweltschutz?“

Nun notiere ich einige Begriffe, die erläutern, warum ich schon immer jeder Mainstream-Bewegung misstraut habe: Mainstream gehört den Meinungsbildnern; Meine Vision vom Zusammenhalt aller Menschen. Dann das Fazit: Wir brauchen mich und Dich und alle!

Nun Rekorder am Smartphone öffnen und einfach mal sprechen. Ohgottohgott, das war nichts. Das Thema eignet sich ganz einfach nicht für mein Konzept, da es für so wenige Sekunden zu komplex ist.

Learning: Minutengeschichten müssen auch inhaltlich „Snacks“ sein. Behauptung – Erklärung – Fazit. Zweites Learning: Eva bleib bei Dir persönlich. Versuche nicht, Allgemeingültiges zu predigen. Erzähle einfach von Dir.

Nächster Versuch, Rekorder an: Alles gut! Habe nun in anderthalb Minuten erzählt, warum ich schon immer so ein Dickkopf war und warum mir Mainstream schon immer suspekt war.

Zack – zwei Podcast-Episoden vorproduziert

So, nun habe ich schon zwei Geständnisse aufs Band gesprochen und in der Dropbox abgespeichert. Das beruhigt mein Gewissen. Ab jetzt kann ich immer dann, wenn etwas Inspirierendes passiert, direkt den Rekorder anschalten und reden. Ob unterwegs oder zu Hause, ob Anekdote oder Erkenntnis – Hauptsache ich bekomme ein Gespür für die Länge von 2 Minuten – und ich bleibe immer bei mir selbst.

Das also ist die Strategie für meine Entscheidung, jeden Dienstag per Podcast meine menschliche Umgebung begrüßen zu wollen. Andere senden WhatsApp-Sprachnachrichten an Einzelne – Eva macht es öffentlich für alle, die es hören wollen.
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Danke für die Begleitung der Ausarbeitung  meines Plans. Und nun weiter frisch ans Werk. Ich glaube, das tut mir gut das Ganze…

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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