Home / Management / Gleichberechtigung in Unternehmen? Erkenntnisse beim Total Equality Award in Nürnberg

Am 8. und 9. November 2016 war ich dabei, als rund 20 Frauen und Männer mit dem Bus (gesponsert von DSW21) nach Nürnberg fuhren, um den diesjährigen Total E-Quality Award zu begleiten. Gleich vier Unternehmen aus Dortmund hatten sich in diesem Jahr beteiligt und umfangreich dargestellt, wie sie in ihren Unternehmen die Chancengleichheit von Männer und Frauen unterstützen – und wie sie Diversity umsetzen. Neben den großen Unternehmen Continentale Versicherungsverbund, EDG Entsorgung Dortmund GmbH und der WILO SE hatte sich in diesem Jahr auch der 45 Mensch-starke Mittelständler Hotel Esplanade um das Prädikat beworben – vor Allem dank der tollen Unterstützung der Wirtschaftsförderung Dortmund und der Gleichstellungsstelle. Denn wer den Award erhalten möchte, muss sich  intensiv mit der Thematik auseinandersetzen und den eigenen Betrieb und seine Bemühungen um Gleichberechtigung umfassend darstellen.

Leider gab es im historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg keine Möglichkeit, dass die Prädikatsträger, die aus ganz total_equality_traeger_2016Deutschland angereist waren, ihre individuellen Strategien und Erfolge darstellten. Das empfand ich als sehr schade, da wir alle positive Vorbilder und viele Inspirationen brauchen, um weiterhin mutig und entschlossen für Gleichberechtigung aller Beteiligten und Mitarbeiter zu arbeiten. So weiß ich vom Hotel Esplanade, dass sie zum Beispiel keinen Krankenschein einfordern, wenn Eltern (im Esplanade arbeiten einige alleinerziehende Mütter) nicht zur Arbeit kommen können, wenn die Kinder krank werden. Was für ein liebevolles, freundschaftliches Miteinander!

Das Vier-Sterne-Hotel, das wegen seiner digitalen, modernen Unternehmenskultur gerade junge Fach- und Führungskräfte und StartUps besonders anzieht, weist in Online-Buchungsportalen sogar ausdrücklich darauf hin, dass auch „schwule und lesbische Paare herzlich willkommen sind“ – was für eine Solidaritätsbekundung mit den eigenen gleichgeschlechtlich liebenden Mitarbeitern! Wenig überraschend, dass das Esplanade nun auch einen syrischen Geflüchteten als Auszubildenden eingestellt hat und den jungen, ehrgeizigen Mann nach Kräften dabei unterstützt, sich in Dortmund heimisch und angenommen zu wissen.

Sehr gern hätte ich mehr darüber gewusst, wie sich der Continentale Versicherungsverbund, die EDG Entsorgung Dortmund GmbH und der WILO SE so vorbildlich und außergewöhnlich für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzt – vielleicht ergibt sich ja in den nächsten Wochen und Monaten für mich die Möglichkeit, mit ihnen zu diesem Thema Interviews zu führen. Das wäre sicher für unsere Leser und Freunde sehr interessant. Schon im letzten Jahr hat mir die Wirtschaftsförderung und die Gleichstellungsstelle wunderbar darin unterstützt, mehr über die herausragenden Leistungen der Award-Träger zu erfahren und darüber zu schreiben.

Großartig fand ich es, dass so viele Frauen (und auch Sebastian Hosbach, junger Geschäftsführer des Reisebüros RTS mit stark digitalem Bezug und viel Online-Kompetenz) sich zwei Tage freigenommen hatten, um die Dortmunder Unternehmen nach Kräften zu unterstützen und zu würdigen. Sebastian Hosbach überlegt, ob er sich mit seinem Reisebüro nächstes Jahr um den Total E-Quality-Award bewerben will. Gerade hat das Unternehmen erneut den 1. Platz beim Ausbildungspreis der deutschen Wirtschaft belegt – da würde dieses Prädikat die großartige Unternehmenskultur noch besser nach außen tragen!

Meine Erkenntnisse aus der Reise nach Nürnberg

Es war fruchtbar und inspirierend, auf der langen Fahrt und beim abendlichen Miteinander mit den engagierten, erfahrenen Mitreisenden über Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit und die schwierige Stellung der Mutter im Berufsleben zu diskutieren. Als ich im Hotel morgens früh erwachte und das Smartphone anschaltete, war die Nachricht „Trump hat die US-Präsidentschaft gewonnen“ das Erste, was mich erwartete – und unser aller Stimmung beim Frühstück bedrückte.

Die Maschinenstürmer haben nun also, nach Ungarn, Polen und der Türkei, auch in den USA die Macht übernommen. Die Vertreibung aus dem analogen Paradies scheint sich zurzeit vor Allem darin zu äußern, dass man nach Spaltung, Vernichtung, Abgrenzung und Einschüchterung strebt – keine gute Zeit für Gleichberechtigung und den Kampf um ein soziales und menschenwürdiges Miteinander. Ich hoffe, dass wir nun gerade durch diese Machtergreifung besser zusammenwachsen und endlich verstehen, dass die digitale Kommunikations-Transformation keine „schlechte Angewohnheit junger Leute“ ist, sondern ein grundlegender Kulturwandel, der Diversity (soziale Anerkennung von Vielfalt in Gruppierungen) in vieler Hinsicht eigentlich erst möglich macht.

Leider wurde bei der Prädikatsverleihung die Chance verspielt, Diversity und Gleichberechtigung von Frau und Mann aus heutiger Sicht zu diskutieren – mit dem Blick in die digitale Zukunft und ihre Möglichkeiten und Chancen. Die extrem lange Podiumsdiskussion wirkte wie ein Pflichtprogramm, das viele Gäste (auch mich) so ermüdete, dass einige (auch ich) den Saal verließen und lieber noch ein wenig die schöne Stadt Nürnberg im herrlichen Novembersonnenschein erkundeten. Schade!

Aber schön war es zu sehen, wie die Wirtschaftsförderung Dortmund, der dffw (Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft) und die Gleichstellungsstelle Dortmund seit vielen Jahren ihre Kräfte bündeln und unermüdlich Unternehmen und engagierte Frauen motivieren, sich für Gleichberechtigung und Vielfalt der Menschen in Wirtschaft und Verwaltung einzusetzen. Natürlich gilt es stets, „dicke Bretter“ zu bohren wie immer in der Politik, doch durch die ehrliche Herzlichkeit und die aufrichtige, engagierte Unterstützung haben wir sie ins Herz geschlossen und wirken gern nach unseren Möglichkeiten mit, um die Arbeit innerhalb unserer Möglichkeiten zu unterstützen.

Das Hotel Esplanade #katishotel bedankt sich für das Total-E-Quality-Prädikat: Katja Kortmann (Das Hotel ist inhabergeführt von Familie Kortmann) und ihr Mitarbeiter Andrew Carruthers nach der Rückkehr aus Nürnberg im Facebook-Video!

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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