Home / Management / Interview mit Dortmunder Unternehmen: Jeannette Peters und mediaPResence

Kann eine PR-Agentur mit weiblicher Führung vor allem IT, Technologie- und Hightech-Firmen als Kunden an sich binden? Sie kann, wenn die Chefin, Jeannette Peters, selbst ein intensives Verständnis von dieser Thematik hat und die besondere Gabe, schwer erklärbare Produkte für Branchenfremde zu übersetzen – sowohl bei der Pressearbeit als auch in allen anderen Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit. Seit einigen Jahren übernimmt die Agentur, die Anfang des Jahres nach Dortmund umgezogen ist, auch Social Media Marketing für ihre Kunden.

Frage 1: Wo genau liegt der Schwerpunkt Deines Unternehmens? Was unterscheidet Deine Agentur vom Angebot der Mitbewerber?

Jeannette Peters: Unsere Schwerpunkte sind PR und Kommunikation. Viele unserer Kunden kommen aus IT, Hightech, Technologie – also aus Branchen mit erklärungsbedürftigen Produkten. Es gibt zwei, drei angrenzende Schwerpunkte wie Automotive und Gesundheitswesen. Warum sich unsere Kunden schon seit vielen Jahren für eine Zusammenarbeit mit uns entscheiden, liegt vielleicht ein Stück darin begründet, dass ich als Kunst- und Literaturwissenschaftlerin der technischen Welt einen anderen Blickwinkel hinzufüge.

Mittlerweile geht es bei unseren Kundenprojekten immer häufiger um interne Kommunikationsprozesse. Die klassische Pressearbeit, Redaktion und Publizierung von Fachpresseartikeln ist nur noch ein Teil unserer Kommunikations-Dienstleistungen. Was uns von Mitbewerbern unterscheidet, ist zudem sicherlich unsere Kompetenz in digitaler Kommunikation – einschließlich Social Media.

Frage 2: Welche Strategien nutzt Du für den Erfolg Eures Unternehmens? Wo liegen die Schwerpunkte im Marketing, im Vertrieb, im Personalwesen, in der Produktentwicklung, bei der Gewinnung von Mitarbeitern und Kooperationspartnern?

Jeannette Peters: Netzwerke sind das zentrale Element, sowohl im Offline-Leben als auch in den sozialen Netzwerken. Ich sehe zu, jeden Tag mindestens eine Stunde meine Kontakte dort zu pflegen und neue zu gewinnen. Unsere Website ist wichtig, außerdem haben wir einen „Chefinnen-Blog“ und eine Rubrik „Wissenswertes“ auf der Agenturseite – unter anderem mit Gastautoren aus PR, IT und Wirtschaft.

Ansonsten bin ich viel präsent vor Ort bei unseren Kunden, nicht nur hier im Ruhrgebiet, sondern auch in Süddeutschland. Dort entwickeln wir seit kurzem einige Projekte mit Kooperationspartnern. Akquisegespräche auf Augenhöhe sind unabdingbar für die Neukundengewinnung, ob hier oder dort. Als Chefin bin ich zuständig für Keyaccount-Kunden und scheue mich auch nicht vor der Kaltakquise nach Maß und mit Geduld.

Xing und LinkedIn sind meine wichtigsten sozialen Netzwerke. Über diese Plattformen kann ich nicht nur meine Kontakte pflegen, sondern durchaus auch Kunden gewinnen. Facebook ist eher imagebildend, aufmerksamkeitserregend. Zum Dritten kann es durchaus sein, dass meine Leidenschaft für den historischen Motorsport – ich schraube und fahre selbst – indirekt zu meiner Marketingstrategie beiträgt, da ich ja viel mit typisch männlichen und technischen Branchen zu tun habe.

Frage 3: Wo siehst Du Vorteile und Chancen für Euer Unternehmen beim Standort Dortmund? Was unterscheidet den Standort Dortmund positiv von anderen Regionen?

Jeannette Peters: Als „Neu Dortmunderin“ – wir sind erst Anfang diesen Jahres mit der Agentur nach Dortmund umgezogen – sehe ich, wie viel hier im Umbruch und im Wandel ist. Bergbau und Stahlindustrie sind zwar geschrumpft, doch die zupackende Art des ehemaligen Industrie-Standorts ist geblieben. Und natürlich ist es für unsere Agentur sehr von Vorteil, dass in Dortmund so viel neue Hightech- und IT-Firmen entstanden sind und weiter entstehen. Das ist fruchtbarer Boden für uns – das können wir!

Frage 4: Wo liegen die Risiken und Schwächen des Standorts Dortmund? Welche Herausforderungen müssen bewältigt werden, um als Wirtschaftsstandort gegenüber anderen zu punkten?

Diese Stadt wird noch nicht als Standort für IT und Hightech wahrgenommen. Das ist eine Verschwendung von Potential, weil es so viele gute Ansätze und Projekte gibt. Hier wird so viel Gutes getan, doch es wird so wenig darüber geredet. Wir brauchen IT-Nachwuchs, Ingenieur-Nachwuchs, ich wünschte, mehr Studenten würden nach ihrem Hochschul-Abschluss in Dortmund bleiben. Dortmund könnte interessante Persönlichkeiten anziehen, die diese Stadt weiter beleben. Die Attraktivität ist da, es muss nur besser kommuniziert und beworben werden.

Frage 5: Was wünscht Du Dir konkret an Unterstützung für den wirtschaftlichen Erfolg Eures Unternehmens und die Stärkung des Standorts Dortmund?

Ich würde mir genau diese Medienpräsenz, genau dieses eindeutige Image wünschen. Irgendwie ist da in den vergangenen Jahren etwas in der Kommunikation steckengeblieben. „Wir haben den Wandel von Stahl und Kohle vollzogen“ ist zwar richtig – aber nun braucht es einen neuen Schritt vorwärts in der Kommunikation. Wir sollten diesen Satz nicht permanent wiederholen, sondern Dortmund als IT- und Technologiestandort offensiv präsentieren.

Ich wünsche mir einen lebendigen Austausch von jungen StartUps und alteingesessenen Unternehmen, um voneinander zu lernen und sich gemeinsam zu entwickeln. Alle müssen sich verändern, die jungen müssen wachsen, die etablierten brauchen frischen Wind und frisches Knowhow. Das ist nicht nur in der Technologie wichtig, sondern auch in Führung, Kommunikation, Marketing und Wertewandel.

Und zuletzt wünsche ich mir über diesen Austausch hinaus meine ganz persönliche Verortung in Dortmund – ich mag diese Stadt!

Jeannette_PetersJeannette Peters
mediaPResence – Agentur für Kommunikation
Gutjahrstr. 12
44287 Dortmund
Tel.: +49-231-90 621 66-0
info@mediapresence.de
www.mediapresence.de 

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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