Studie der ETH Zürich von 2007: Kontrollieren147 Großkonzerne die Weltwirtschaft?

Ein Großteil der gesamten Weltwirtschaft wird von lediglich 147 Konzernen dominiert – zu dieser Erkenntnis kamen Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Git drei Viertel dieser Großunternehmen sind im Finanzsektor tätig. Die Studie war sehr aufwändig, weil nicht Umsatz und Gewinn die Grundlage der Datenanylse waren – sondern der „Einfluss, den Unternehmen über Beteiligungen, Aktien, Kresite etc. auf andere Unternehmen ausüben können“.

goldFür diese Ergebnisse wurde auf die Orbis Datenbank zurückgegriffen, bei der etwa 37 Millionen Unternehmen eingetragen sind. 43.000 dieser 37 Millionen Unternehmen sind multinationale Konzerne, die untereinander durch Aktienbesitz vernetzt sind, davon sind im „absoluten Machtzentrum“ 1.318 Unternehmen, die sich wiederum auf 147 reduzieren lassen. Laut dem Studienautoren Dr. James Glatttfelder wurden die Ergebnisse über mehrere Methoden mehrmals neu errechnet – und blieben immer ähnlich.

Mit der Fragestellung, welche Großunternehmen wie viele Anteile an anderen Firmen besitzen, bezogen sich die Forscher der ETH auf den Machtbegriff des Soziologen Max Weber: Macht definiert die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Individuum (bzw. eine Organisation) den eigenen Willen auch gegen den Widerstand anderer Beteiligter durchsetzen kann. Die Studie wurde 2010 veröffentlicht. Im Großen und Ganzen hat sich in den letzten vier Jahren wenig geändert, doch immer mehr Finanzinstitute werden von Staaten und ausländischen Investoren übernommen, und langsam kommt China als Wirtschaftsgigant hinzu.

Im Schnitt halten die 1.318 Top-Firmen Aktienpakete von durchschnittlich 20 anderen Großkonzernen. Damit vereinen sie vier Fünftel des Umsatzes der Weltwirtschaft mit dem eigenen Umsatz. Die 10 mächtigsten Unternehmen der Welt waren im Jahr 2011:

  1. Barclays (UK)
  2. Capital Group (USA)
  3. FMR (USA)
  4. Axa (Frankreich)
  5. State Street Corporation (USA)
  6. JPMorgan Chase (USA)
  7. Legal & General (UK)
  8. Vanguard (USA)
  9. UBS (Schweiz)
  10. Merril Lynch (USA)

Die Deutsche Bank ist auf Platz 12, die Allianz auf Platz 28. Alle Top 50 Unternehmen kamen 2010 (bis auf ein Unternehmen aus China) aus den USA, Europa und Japan. Heute dürften insgesamt 3 chinesische Großunternehmen unter den Top 50 sein.

Diese mächtigen Finanz-Unternehmen wurden inzwischen (auch als Folge der Finanzkrise) häufig von Regierungen übernommen oder unterstützt, oder sind abhängig von ausländischen Investoren wie des Golfemirats Abu Dhabi.

Erschreckend ist, wie sich die Steuereinnahmen durch diese mächtigen Großkonzerne verringert hat – vor Allem in den USA. Sorgten in den 50er Jahren die Großunternehmen in den USA immerhin noch für 30 Prozent der Steuereinnahmen, waren es 2010 nur noch 6,6 Prozent. Das größte US-Unternehmen, General Electric, musste 2010 sogar bei einem Gewinn von 5 Mrd. Dollar überhaupt keine Steuern zahlen.

Quelle: Die Welt, 25.10.2011

Bildquelle: pixabay_McLac2000

 

 

Seit über zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Manager/Innen. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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