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Blogparade „Zur Sache Chef“ – wenn eine Eva Ihnenfeldt zur Chefin wird… 70

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich war noch nie Chefin. Höchstens als Mutter von vier Kindern – zählt das mit? Ich war auch selten Angestellte und hatte Chefs. Und wenn ich mal in diese prekäre Situation kam, ging es nie lange gut. Entweder der Chef fand mich toll und die Mitarbeiter kamen nicht mit mir klar – oder die Mitarbeiter waren meine „Bande“ und der Chef fühlte sich übergangen. Bin wohl ein Dickkopf und schlecht in Hierarchien einzugliedern. Seufz. Aber nun muss ich langsam. Die Business Academy Ruhr wächst und ich muss mich mit einer Rolle auseinandersetzen, die mir als „Ur-Demokrat“ nicht gerade im Blut liegt…

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Quelle: Flickr/ Nooku – CC-BY

Als Mutter war ich von der Sorte, die eher fragt und vorschlägt als anordnet, die eher „bitte“ sagt als „wenn Du nicht sofort…“. Das fand schon meine Schwiegermutter damals sehr auffällig – und sie wunderte sich nach eigener Aussage, dass meine Kinder trotzdem so ausgesprochen gut mitmachten. Ich hatte fast nie Probleme mit meiner Führungsrolle und fühle auch heute noch Respekt von den meisten meiner erwachsenen Kinder 😉 . Was allerdings auf der Strecke blieb war der schulische Ehrgeiz. Alle meine Kinder wurden erst dann ehrgeizig, als sie sich intrinsisch Ziele gesetzt hatten, ansonsten ist die ganze Familie Ihnenfeldt Meister darin, sich durch fremdbestimmte Anforderungen freundlich durchzumogeln – gute Untertanen gibts bei uns weit und breit nicht 🙂

Als ich dann später versuchte, im Angestelltenleben Karriere zu machen, war ich ein völliger Versager. Ich arbeite immer aus Leidenschaft, bin communityorientiert und kreativ – und ich vertrage überhaupt keine Kritik. Setzt man mich unter Druck falle ich zusammen wie eine Mimose.

Ich musste schmerzhaft lernen, dass diese Eigenschaften der so genannten „Querdenker“ in den allermeisten Anstellungen schädlich sind. Nur dreimal hatte ich Glück: Zweimal, weil ich keine wirklichen Chefs hatte und machen konnte was ich will – und einmal, weil das Lehrerteam in dem ich war, genau so gestrickt war wie ich. Zu dritt unterrichteten wir 20 seelenpflegebedürftige Jugendliche – und in unsere Klasse hatte auch die sprachunfähige Autistin die gleichen Rechte wie wir aus dem Lehrpersonal – es klappte hervorragend und unsere Jungens und Mädchen brachten herausragende Leistungen.

Das werde ich dann jetzt wohl auch als frischgebackene Chefin so angehen. Für mich ist jeder im Team gleich kompetent, motiviert, klug und wichtig. Wir sind im Moment zu viert (ab Januar fünf) – einige freie Mitarbeiter als Dozenten kommen hinzu. Ich will Menschen um mich haben, die genau so dickköpfig und freiheitsliebend sind wie ich. Menschen die arbeiten weil sie ihre Arbeit lieben. Menschen die morgens gerne aufstehen und sich abends auf den nächsten Tag freuen. Menschen die mir vertrauen und die keine Angst haben auszusprechen, wenn sie sich unwohl fühlen. Und Menschen die mich so nehmen wie ich bin.

Ich bin übrigens auch gegenüber meinen Studenten (ich unterrichte ja noch bei verschiedenen Institutionen und Hochschulen „Marketing“) so ein ewiger Demokrat. Und es macht fast immer total Spaß zu sehen wie die Studenten mitgestalten anstatt zu „gehorchen“ und wie sie mitdenken und mir immer wieder Tipps geben, was ich noch verbessern kann – danke schön!

Bis jetzt klappt das genau so hervorragend wie damals mit meiner Familie. Ich darf Fehler machen und Dinge vergessen, ohne dass mich meine „Bande“ verurteilt. Ich darf mich auf jeden Einzelnen verlassen, ohne enttäuscht zu werden. ich bin total stolz auf uns und ich schätze die einzelnen Charaktere und speziellen Fähigkeiten und Kenntnisse sehr. Holger (Rohde) ist unser kluger Finanzminister, der sich als Geschäftsführer nie zu fein ist auch mal für alle Kaffee zu kochen, Marie (Huchthausen – ab Oktober in der Geschäftsführung) ist eine so sanfte Pädagogin, dass sie auch mich Querkopfkopf lenkt und führt, Irene (Mechsner – Redaktion) fühlt sich dermaßen verantwortlich für unseren Außenauftritt, dass ich mich um nichts kümmern muss und mich fühle wie eine Mutter, die von ihrer Tochter umsorgt wird. Milena (Teske) wird dann ab Januar noch unsere Projektleiterin sein – da freue ich mich ganz besonders drauf. Milena ist ein Mensch voller Loyalität und Treue, unfähig schlecht über andere Menschen zu sprechen und gewohnt, völlig selbständig komplette Marketing Projekte von der Idee bis zur Evaluation durchzuführen. Was für ein Luxus!

Dann kommt noch Christian Spließ hinzu, der seit Jahren großartig aus Social Media/ Nerdsicht bloggt, Ralf Wenda, Birgit Schultz, Thomas Dörmann, Maik Swienty, Benjamin Wichert, Olivera Wahl als Dozenten und Freunde – und natürlich die vielen Kooperationspartner, mit denen wir gemeinsame „Abenteuer“ erleben und Stück für Stück weiter an diesem herrlichen virtuellen Planeten arbeiten.

Ich bin ein zutiefst glücklicher dankbarer Mensch. Der liebe Gott möge mir helfen, nie „Chef“ zu werden sondern mir bis zum letzten Atemzug meine immerhin 54-jährige Zusammenarbeits-Einstellung zu erhalten.

Vielen Dank an Heike Lorenz, die diese Blogparade angestoßen hat und mich dazu „verführt“, mal über das Thema nachzudenken. Wenn noch mehr sich Gedanken machen möchten: Die Blogparade läuft noch bis zum 20. Oktober 2013, 24 Uhr. Macht doch einfach mit!
Zur Blogparade „Zur Sache Chef“

 

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Die SteadyNews jetzt per WhatsApp abonnieren unter 01784084835 - Danke schön! Eva Ihnenfeldt ist seit vielen Jahren leidenschaftlich selbstständig - und für alle da, die sich unternehmerisch betätigen, die ihr berufliches Leben selbstbestimmt gestalten - und die gewinnorientiert kommunizieren wollen. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

12 thoughts on “Blogparade „Zur Sache Chef“ – wenn eine Eva Ihnenfeldt zur Chefin wird…

  1. Liebe Eva,
    was für ein unglaublich toller Beitrag.
    Du sprichst mir mit jedem Wort aus der Seele! Auch ich bin ein denkbar schlechter Angestellter und daher seid nunmehr 8 Jahren glücklich selbständig unterwegs! Und deine Zusammenarbeits-Einstellung teile ich zu 100%.
    Schön, wenn man wie wir das Glück hat, dies in seinem Leben verwirklichen zu können!

    Freue mich darauf mehr von dir zu lesen 😉

    Danke
    Heike

  2. Und ich bin Dir richtig dankbar, dass ich das mal so aufgeschrieben habe. Ein Prosit auf die schlechten Angestellten, die lieber malochen als gehorchen 😉 Bis ganz bald liebe Heike!!!

  3. Liebe Eva,
    stellenweise dachte ich, Du schreibst über mich…ich bin in Angestelltenverhältnissen andauernd aus den gleichen Gründen gescheitert. Es klingt aber auch für mich nach begnadeter Chefin – so, wie ich mir immer selber eine gewünscht hätte als Angestellte. Weiter so!

  4. Ich bin so gespannt… Aber vielleicht sind wir ja pleite, bevor ich plötzlich viele Angestellte habe 😉 Im Moment bauen wir das neue Büro um (140qm direkt am Dortmunder Hbf) und ich bin schon wieder besorgt, wie das alles finanziert werden soll. Gut dass ich so einen klugen BWL-er an meiner Seite habe – und bald so eine kluge Projektentwicklerin und kluge Wissenschaftlerin!

  5. Liebe Eva,
    Du schaffst das mit so viel Unterstützung!
    Wer, wenn nicht Du?

  6. Liebe Eva!
    WAHRE Worte, Du sprichst mir aus der Seele und welch wunderbarer Luxus, sich nicht verbiegen zu müssen – auch wenn wir Selbständigen die Zahlen immer ein wenig im Auge behalten müssen!
    Aber was ist das schon gegenüber der Freiheit im Denken und Handeln und der täglich positiven Herausforderung.

    Ich freue mich sehr für Dich!! Viel Erfolg schon jetzt!
    Ganz liebe Grüße sendet Dir
    Petra

  7. Liebe Eva Ihnenfeldt,

    über die Blogparade fand ich den Weg zu Ihnen. Es ist mir ein Bedürfnis Ihnen zu schreiben, dass Ihr Blogpost mich eben sehr berührt hat. Er ist so menschlich warm, authentisch und motivierend…dass ich mich am liebsten gleich bei Ihnen bewerben würde 😉

    Es finden irgendwie doch immer die richtigen Menschen zusammen – und Sie bilden offenbar ein kongeniales Team. ich wünsche Ihnen allen einen sensationellen Erfolg für Ihr Projekt!

    Herzlichst
    Bettina Schöbitz | Respektspezialistin

  8. Danke schön! Ach tut das gut. Gerade hab ich aus Versehen viele aktuelle Daten vom iPhone gelöscht – nun lese ich Ihren Kommentar – und schon kann ich wieder lächeln – ich habe ja wirklich so viel Glück – was machen da so ein paar gelöschte Fotos und SMS’se 😉

  9. Pingback: Finale - Blogparade „Zur Sache, Chef!“

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