Wer Anonymität im Internet sucht macht sich erst recht Verdächtig

Häufig bekommen Nutzer im Internet den gut gemeinten Rat, alles zu verschlüsseln und Spuren zu vernichten. Wer mal eben den Wetterbericht  abruft, verrät schon seine Reisepläne oder den aktuellen Aufenthaltsort. Wer das TV-Programm online checkt, legt seine Neigung zum Fernsehkonsum offen. Daher besser beim surfen im Internet einen Anonymisierungsdienst nutzen und auf Sicherheit achten. Oder macht mehr Sicherheit erst recht unsicher und bringt den Nutzer ins Visier von Ermittlern?

Seit Jahren galt das TOR-Netzwerk (The Onion Router) als sichere Möglichkeit für anonymes Internetsurfen. Ein kleines Softwarepaket installiert die grafische Benutzeroberfläche Vidalia und schon kann der Nutzer per Mausklick entscheiden, ob er seine Daten über viele „sichere“ Server versenden möchte oder nicht. Ein Rückschluss auf Absender oder Empfänger der Daten sollte unmöglich sein. Doch das war einmal. Inzwischen mehren sich Fälle, bei denen Ermittler verschiedener amerikanischer Behörden (FBI und NSA)  gegen Nutzer in Tor-Netzwerken wegen Verbreitung unerlaubter Inhalte ermitteln. Eine Schadsoftware nutzt Sicherheitslücken  im Browser aus und lieferte die IP-Adresse gleich mit, die es eigentlich zu verschleiern galt. Doch wer etwas verbergen will, macht das aus Sicht von Ermittlungsbehörden nicht aus Spaß und gerät direkt ins Visier der Fahndung.

tor-vialia

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Als freiwilliges Projekt war das Tor-Netzwerk immer zwiespältig, es konnte nur auf das Vertrauen der Nutzer zählen und die Nutzung ist kostenlos.

Bieten kommerzielle Anbieter wie Steganos, CyberGhost oder der türkische Dienst Boxpn zu Preisen ab 5,-€/Monat mehr Sicherheit?

Im Grunde schon, denn hier gibt es klare Datenschutzvereinbarungen mit dem Nutzer und die Betreiber überprüfen die Integrität ihrer Netzwerke ständig selbst. Doch schon bei der Anmeldung ist Schluss mit der viel gesuchten Anonymität im Netz: Name, Anschrift, E-Mail und sogar Kontendaten oder Kreditkartendaten sollen an die Betreiber übermittelt werden. Also auch hier braucht der Nutzer vertrauen zum Betreiber, wie so oft in der scheinbar so anonymen Welt des Internet.

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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2 thoughts on “Wer Anonymität im Internet sucht macht sich erst recht Verdächtig

  • Reply Eiko 7. März 2014 at 17:12

    Ich habe dieses Programm schon sehr oft mehrmals. Jedoch hatte ich immer sehr langsame Proxys. Wer hat auch diese Probleme gehabt? Mometan

    • Reply Holger Rohde 10. März 2014 at 09:09

      Leider verlangsamen die Proxys immer die Verbindung. Es spielt auch keine große Rolle, ob es sich um „freie“ Proxys handelt oder es bezahlte Dienste sind. Dies ist nun mal der Tribut an die „Verschleierung“.

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