Taugen Social Media Manager Weiterbildungen was?

Gäste bei der BarSession vom 12. August 2013 im Westfalenpark

Heute wurde ich mal wieder von einem Social Media Influencer gefragt, ob denn die ganzen Aus- und Weiterbildungen zum Social Media Manager überhaupt etwas taugen. Ich merke es auf allen BarCamps und anderen Social Media Treffen – schnell wird von den Insidern auf diejenigen herabgeblickt, die keine Nerds sind sondern engagierte Angestellte, die sich in dieses „Neuland“ erst einmal einarbeiten müssen – warum bloß?

Ich gebe natürlich sehr gerne zu, dass unsere IHK Zertifikatslehrgänge mit 80 Stunden plus 20, 30 Stunden Hausarbeit (Facharbeit Social Media

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Strategie) viel zu kurz sind für eine ausreichende Ausbildung. Social Media Manager in einem mittelständischen oder großen Unternehmen zu sein ist eine wirklich verantwortungsvolle Herausforderung. Das alles kommt auf einen Social Media Manager zu:

  • Die tägliche Redaktion (normalerweise muss man selbst die Social Web Kanäle und Blogs bedienen, da es dafür nur in wirklich großen Unternehmen eigene Redaktionen gibt)
  • Konzepte und Strategien entwickeln (so wichtig, dass es in unserer Weiterbildung das Herzstück und die Bewertungsgrundlage ist)
  • Überzeugungsarbeit (ob Vorgesetzte oder Mitarbeiter – Social Media Manager müssen ständig überzeugen, motivieren, vermitteln, abholen…)
  • Change begleiten (Social Media verändert ein Unternehmen. Es wird transparenter, Hierarchien flacher – was für eine Herausforderung!)
  • Recherchieren (Themen, News, Menschen, Treffen und Events müssen recherchiert werden – und das mehrmals täglich)
  • Netzwerken (Social Media lebt von den Netzwerken der Influencer. Wenn man sich da nicht mit einbringt, bleibt man allein)
  • Persönliche Weiterbildung (Jeder Social Media Manager muss immer auf dem neusten Stand sein, das geht nur durch tägliche Weiterbildung über Blogs, Twitter und RSS-Feeds)
  • Öffentlicher Auftritt (Social Media Manager repräsentieren ihr Unternehmen nach außen. Sie sollten ab und zu mal einen Vortrag halten und sich öffentlich zeigen)

Es ist also wirklich eine ganze Menge, und ohne Leidenschaft und viel Eigeninitiative ist die 80-stündige Weiterbildung schnell verpufft. Und natürlich sind viele unserer Absolventen (bisher ca 150) zunächst Anfänger in einer völlig neuen Welt. Natürlich brauchen sie Zeit, um souverän zu werden, um sich im Web auszudrücken und sich ihre Reputation zu erkämpfen unter den „alten Social Hasen“, die meistens Nerds sind, und denen Marketing und PR von vorn herein suspekt sind.

Aber ich warne davor, die Nase zu rümpfen über hochqualifizierte Marketing- und PR-Experten, die sich über die Weiterbildung zum Social Media

BarSession Grill-Buffet - 120 Menschen waren im August dabei - es war toll

BarSession Grill-Buffet – 120 Menschen waren im August dabei – es war toll

Manager in diese spannende virtuelle Welt einarbeiten. Technik ist lernbar, so wild ist das alles nicht. Und Experten für SEO und Technik kann man sich zukaufen, das muss man selbst nicht können.

Und wartet mal ab, Ihr lieben Nerds und Social Media Urgesteine, Ihr werdet Euch noch wundern. Wenn Ihr sehen und lesen könntet, welche großartigen Leistungen unsere Teilnehmer in den zweieinhalb Monaten der Weiterbildung erbringen – Facharbeiten zum Teil auf Diplom-Niveau – und wenn Ihr miterleben könntet, wie sich immer mehr Netzwerke und Beziehungsgeflechte bilden über die Lehrgänge hinaus, wie sich nachhaltig Kompetenzen austauschen und ergänzen, wie wir schnell und in Echtzeit uns gegenseitig helfen und unterstützen, dann würdet Ihr vielleicht unruhig werden auf dem hohen Ross der Fundamentalisten 😉

Ich bin sehr stolz auf unsere Alumnis, egal ob sie von Konzernen kommen, aus KmU Unternehmen oder aus Kleinstunternehmen. Ich sehe die Erfolge und ich sehe, wie  viele von ihnen Experten und Führungskräfte werden, die die Attribute des Social Media Marketings: Authentizität, Glaubwürdigkeit und Großzügigkeit verstehen und anwenden. Unser Netzwerk wird immer dichter, immer einflussreicher, immer vielschichtiger. Über unser Alumni-Netzwerk werden Aufträge vermittelt, Kooperationen geschlossen – viele der Kurse treffen sich noch nach vielen Monaten regelmäßig bei Stammtischen und halten zusammen.

Aber natürlich seid Ihr immer herzlich eingeladen mitzumachen! Kommt einfach mal zu einer BarSession und seht selbst, ob klassisch ausgebildete Marketing- und PR-Führungskräfte, die sich Schritt für Schritt im virtuellen Planeten einarbeiten, nicht eine sehr wertvolle Ergänzung sind zum technikbasierten Nerd-Tum. Und außerdem sind sie es, die Aufträge an Nerds und Agenturen vergeben – es ist also wirklich dumm, sich abseits zu stellen – kommt einfach dazu!

Nächste BARsession am 14. Oktober 2013, hier ein Bericht der letzten von August 2013

 

 

 

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

3 thoughts on “Taugen Social Media Manager Weiterbildungen was?

  • Reply Stephan 7. September 2013 at 21:01

    Hallo Eva,

    schöner Artikel: Mir gefällt es, dass Du die Ausbildung nicht nur führst, sondern auch dafür einsetzt.

    Aus dem Projektmanagement kenne ich ähnliches: Zum einen gibt es jede Menge Zertifikate, zum anderen die Aussagen, dass das noch lange nichts bringt. Die Wahrheit liegt irgendwann dazwischen.

    Aber ich muss auch die Nerds, wie Du Sie nennst, etwas in Schutz nehmen: Der Begriff Social Media Manager ist nicht geschützt, und das Themenfeld wird von vielen Experten beackert. In der Vergangenheit sind uns so viele „Experten“ untergekommenm genauso komische, selbsternannte Institute, die viel Geld für ein „Zertifikat“ verlangen, dass die Ausbildungen zuerst mal belächelt werden. Wenn die „Ausbilder“ 27 Jahre sind und propagieren „Sie müssen Ihr Business neu überdenken“, dann weiß man, woher die Vorbehalte kommen.

    Social Media muss erwachsen werden, immer noch. Schaut man sich die Umsätze, die bei B2C Unternehmen durch Facebook induziert werden, weiß man: Das ist noch ein weiter Weg.

    Ich wünsche Dir alles Gute, und hoffe, dass seriöse von „eigentümlichen“ Anbietern weiter differenziert werden können.

    Alles Liebe
    Stephan

    • Reply Eva Ihnenfeldt 7. September 2013 at 21:14

      Ich danke Dir sehr für diesen klugen Kommentar. Du hast natürlich recht – Wildwuchs gibts ja nun wirklich… Aber man kann nicht alles schützen, im Marketing gibts ja so viele Quereinsteiger! Und bei uns Selbständigen erst recht 😉 Hope we see us! Alles Wunderbare Eure Eva

  • Reply Social Media Management Basics lernen mit der Hootsuite Academy 28. Juni 2016 at 07:58

    […] Boden schießen, sind eine nette Idee, aber so praxisfern wie der Bachelor. Zwar gibt es durchaus Argumente, die für die eine oder andere Ausbildung sprechen; unserer Erfahrung nach kann jedoch nichts die tägliche Praxis am offenen Herzen ersetzen. […]

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