„Reich und glücklich“ – Wie jeder seine Zukunft selbst gestalten kann

Vor einigen Tagen habe ich hier mal wieder einen älteren Beitrag aus der Glücksforschung aktualisiert. Er berichtet von einem Experiment, bei dem Probanden über vier Wochen täglich aufgeschrieben haben, wie ihr Leben in zwei bis drei Jahren sein soll – und nach zwei Jahren erstaunt feststellten, wie viel davon sich „spielerisch“ verwirklich hatte. Diese Methode wirkt tatsächlich, doch der Mensch neigt dazu, die Fragen zunächst sehr allgemein zu beantworten, darum hier eine von mir überarbeitete Version mit 12 Fragen, die sogar mein 19-jähriger Sohn sehr gern beantwortet hat – interviewen Sie doch einfach mal kommentarlos Ihre Kinder, Eltern oder ihren Partner – es macht viel Spaß, lässt staunen und wirkt!

Kleine Anleitung vorneweg: Formulieren Sie Ihre Antworten immer im Präsenz, also „Ich bin“ „Ich habe“ „Ich lebe“ „Ich gehe“…, vermeiden Sie „Ich möchte“ „Ich will“ und/ oder „Ich werde“ – das schwächt nur das Ergebnis und schiebt es schlimmstenfalls ins Reich der unerfüllbaren Träume…

Frage 1: Wie und wo lebe ich in zwei Jahren? Wo genau, an welchem Ort, unter welchen Konditionen und in welchem Umfeld?

Frage 2: Wie arbeite ich in zwei Jahren? Was genau ist meine Aufgabe? In welchem Umfeld arbeite und ich und unter welchen Bedingungen? Wo arbeite ich und mit wem? Wie sehen mich meine Kollegen, Chefs, Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner? Wer und was bin ich genau in meinem Beruf?

Frage 3: Wie lebe ich mein Liebesleben? Wie erhält mein Herz, meine Seele und mein Körper seine Sehnsuchtsnahrung? Wo lasse ich mich vertrauensvoll fallen und erfahre Geborgenheit und Liebe? Wen genau liebe ich und wie genau werde ich geliebt?

Frage 4: Welche Stärke habe ich in zwei Jahre zusätzlich zu heute entwickelt? Was kann ich in zwei Jahren zulassen, was ich heute noch nicht lebe? Was habe ich in der Zwischenzeit gelernt und in Besitz genommen?

Frage 5: Was werde ich in zwei Jahren nicht mehr tun? Welche Fehler, Schwächen, Angewohnheiten, Kummer und Beschwerden habe ich abgelegt und losgelassen? Was ist bis dahin aus meinen Gedanken und Gefühlen verschwunden?

Frage 6: Worauf bin ich in zwei Jahren besonders stolz? Was genau ist bis dahin mein größter Erfolg, meine größte Errungenschaft und mein köstliches neu erworbenes Gut?

Frage 7: Wie genau geht es mir finanziell? Welches Einkommen habe ich monatlich zur Verfügung und wie hoch ist der Kontostand? Was habe ich an Vermögen und Besitz und wie pflege und verwalte ich meine materiellen Güter? Was genau werde ich mir leisten und was ist für mich die Bedeutung von Geld und Wohlstand?

Frage 8: Wie lebe ich mit meiner Familie? Was genau bedeutet mir meine Familie? Meine Kinder, mein Partner, meine Eltern, meine Enkel, Großeltern, Onkel, Tanten, Nichten, Neffen? Wie ist unsere Verbundenheit und was genau leben wir?

Frage 9: Wie lebe ich meine Freundschaften? Mit wem genau bin ich befreundet und was bedeutet Freundschaft für mich? Wie und wann leben wir unsere Verbundenheit und genießen unsere gemeinsame Zeit?

Frage 10: Wie genau gestaltet sich meine Beziehung zu meinem Körper? Was tue ich, um gesund, lebendig und kräftig zu sein? Wie ernähre ich mich und wie gestalte ich Bewegung, Schlaf, Pflege und Entspannung?

Frage 11: Wenn sich alles genau so entwickelt, wie ich es mir heute vorstelle, wenn alles vollkommen eintritt und wenn mein Leben in zwei Jahren glücklich ist und nach meinen Wünschen verläuft, wie zeige ich meine Dankbarkeit gegenüber der Welt und dem Leben? Was gebe ich meiner Welt zurück als Zeichen meiner Dankbarkeit?

Frage 12: Wie lässt sich all diese Arbeit in einem Satz, in einem Spruch, Zitat, Gedicht oder einer Weisheit zusammenfassen?

Als ich selbst (diese 12 Fragen sind auch Klausurthema bei einem Fach, das ich unterrichte und immer mal wieder Bestandteil von Coachings von StartUps) mal wieder am Wochenende für mich die Zukunft in die Gegenwart projizierte, entstand daraus mit Frage 12 folgendes Gedicht:

„Ich weiche nicht und wanke nicht.
Mein Leben ist die Zuversicht.
Mein Boden ist der Selbstverzicht.
Der Himmel sagt „Das glaub ich nicht“.
Ahoi!

Viel Spaß wünscht Eva Ihnenfeldt
Unternehmensberaterin, Dozentin und Coach

SteadyNews
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Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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4 thoughts on “„Reich und glücklich“ – Wie jeder seine Zukunft selbst gestalten kann

  • Reply Claudia Engelberts 15. Februar 2011 at 13:51

    Liebe Eva, danke für diesen wichtigen Hinweis, alles so zu denken und zu formulieren, als wäre es schon da. Sonst macht es unsere Seele wie der Wirt, über dessen Theke der denkwürdige Satz hängt: „Freibier gibt es morgen!“ Und alles bleibt in der zukünftigen Ferne….

  • Reply Eva Ihnenfeldt 15. Februar 2011 at 22:05

    Oder „Ich brauch mehr Geld“ – da hat Byron Katie eine schöne Übung zu gemacht:
    http://www.youtube.com/watch?v=awRb2vpTA9A

    Bis bald!
    Eva

  • Reply Claudia Engelberts 16. Februar 2011 at 07:31

    Robert Betz arbeitet ebenfalls nach der Methode von Byron Katie und bietet sehr schöne und hilfreiche Seminare an, die sich genau um diesen Themenkreis drehen: achtsamer wahrnehmen und denken, Verantwortung für seine Gedanken und Entscheidungen übernehmen, Glaubenssätze überprüfen etc., z.B.: https://www.robert-betz.de/joomla/content/view/67/199/
    Das Video ist fantastisch, danke!!! Und auch ich freue mich täglich an den vielen Wundern und Geschenken des Lebens, es trägt mich gerade jetzt durch eine schwere Zeit: lange krank, nicht arbeiten können, nicht verdienen, und dennoch: ich brauche nicht mehr Geld, denn es gibt Menschen, die jetzt für mich sorgen. Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar.

  • Reply Claudia Engelberts 16. Februar 2011 at 07:32

    übrigens: wunderschönes Foto von Dir!!!

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