Zwar kann man bis zum 25. September 2016 in den Einstellungen der WhatsApp App einstellen, dass man nicht bei Facebook personalisierte Werbung erhalten möchte, welche auf den WhatsApp-Daten beruht – doch die Weitergabe der persönlichen Daten und Telefon-Kontakte an Facebook kann man nicht verhindern. Das Einzige, was da hilft ist, die App zu deinstallieren und das WhatsApp-Konto zu löschen. Nutzt man die Frist bis zum 25.9.16 nicht, werden die Daten übertragen – ein nachträgliches Löschen von Konto und App ist dann also zu spät.
Bei vielen WhatsApp-Nutzern herrscht das Missverständnis, man könnte bei WhatsApp der Weitergabe der Daten an Facebook widersprechen – doch das ist ein Irrtum. Alles, was man abstellen kann, ist das Einspielen von passender Facebook-Werbung.
Ab Ende September kann der WhatsApp-Nutzer über die Telefonnummer auf seinen verschiedenen Geräten verfolgt werden – und er gibt auch Daten von seinen Adressbuch-Kontakten weiter, die womöglich noch nie im Internet waren, geschweige denn Facebook-Nutzer sind. Es ist also gerade spannend für Facebook, nun auch Informationen der vielen Menschen zu erhalten, die kein Mitglied von Facebook sein wollen. Ab dem 25. September ist es unerheblich, ob man Facebook nutzt oder eben WhatsApp.
Stiftung Warentest: Facebook-Werbung verhindern noch bis zum 25.9. möglich
Ob man nun wirklich noch schnell die WhatsApp App und das WhatsApp Konto löschen sollte? Für viele Menschen ist das gar nicht möglich, da ihre schulische oder betriebliche Situation das nicht erlaubt. Viele wirklich wichtigen Gruppen organisieren sich über WhatsApp, Arbeitspläne werden über WhatsApp weitergegeben, Änderungen und Termine erfährt nur, wer da mitmacht.
Was bleibt ist entweder Resignation oder die umfassende Verweigerung der ausspähenden Geräte und Dienste. Oder man bringt Bewusstheit in das eigene Nutzerverhalten und erarbeitet sich eine Strategie, um zumindest in Teilbereichen geschützt zu kommunizieren. Wenn uns das Jemand vor zwanzig Jahren prophezeit hätte, hätten wir es nie geglaubt. Die schleichende Einführung von Überwachung ist zu einer akzeptierten Selbstverständlichkeit geworden – sowohl von staatlichen Institutionen als auch von kommerziellen Anspruchsgruppen, Versicherungen, Arbeitgebern… Meiner Meinung hilft da nur die Politik der „lauten Stimme“ – denn das beste Geheimnis ist eben immer noch die geöffnete Tür.