WhatsApp gibt Daten an Facebook weiter – Ende der Facebook Fake-Accounts?

Vor Allem Jugendliche bemühen sich, ein Stück Privatheit bei Facebook zu bewahren, indem sie dort – entgegen der Facebook AGB – einen Fake-Namen nutzen. Doch nun, ab dem 25. August 2016, werden Profilinformationen, Adressbuch und Mobilnummer von WhatsApp direkt an das Mutterunternehmen Facebook weitergeleitet. Das macht es natürlich viel leichter, Facebook-Accounts mit Phantasienamen zu enttarnen. Es könnte also sein, dass eine Welle an Kontosperrungen über diese Facebook-User hereinbricht – oder dass Facebook sich dafür entscheidet, stillschweigend die AGB-Verletzung zu dulden, um nicht zu viele Nutzer zu verlieren. Man darf gespannt sein!

acceptance-968460_640Vor zwei Jahren, als Facebook WhatsApp kaufte, wurde versprochen, die Daten der WhatsApp-Nutzer zu trennen und zu schützen. Und tatsächlich gibt es ja seit Frühjahr 2016 die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aller Inhalte, die bei WhatsApp ausgetauscht werden. Es könnte sein, dass dieser Schritt die strategische Vorbereitung war, um die jetzige Neuerung zu rechtfertigen. Denn es wird betont, dass nicht einmal WhatsApp selbst Zugriff auf die Inhalte der WhatsApp-Inhalte hat. (Und mal ehrlich, was soll Facebook auch mit diesem ganzen Smalltalk-Zeug)

Bessere personalisierte Werbung und Freundschaftsvorschläge untersagen

Natürlich ist es nicht möglich, die Datenweitergabe an Facebook zu verhindern. Doch man kann in den Einstellungen bei WhatsApp Facebook untersagen, Mobilnummer und Profilinformationen zu nutzen, um die personalisierte Werbung bei Facebook und Instagram zu verbessern oder gezieltere Freundschafts-Vorschläge zu erhalten. Werbung selbst soll es weiterhin nicht auf WhatsApp geben – nur bei Facebook und Instagram.

Wer auf eine maßgeschneiderte Werbung bei Facebook und Instagram keinen Wert legt, kann die Verwendung bei „Einstellungen“ „Account“ untersagen. Dieser Widerspruch kann bis zu 30 Tage nach Zustimmung der neuen Nutzungsbedingungen erfolgen. Anleitung bei chip.de

WhatsApp-Daten werden auf jeden Fall an Facebook weitergegeben

Selbstverständlich ist es nicht möglich zu untersagen, dass Telefonnummer, Profilinformation, Daten zur Nutzung, Mobiltelefon-Adressbuch und Kontaktliste an die Facebook-Unternehmensgruppe – und von da aus auch an Drittanbieter – weitergereicht werden. Auch, wenn man kein Facebook-Konto hat, werden alle Informationen vom Unternehmen genutzt. Informationen werden auch darüber erhoben, wie, wann und mit wem man über WhatsApp kommuniziert.

Es werden Informationen gesammelt über das Gerät, die Installationen, Mobilfunknetz, Geräteerkennung etc. Standortinformationen werden nur dann erhoben, wenn der WhatsApp-User seinen Standort mit anderen WhatsApp-Usern teilt. Alle Informationen können an Drittanbieter weitergegeben werden. (Vielleicht sollte man sich nun mal ein paar Minuten nehmen, um bei WhatsApp die Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen zu studieren – ist schon interessant).

Sicher wird es auch jetzt wieder einen Aufschrei geben und viele WhatsApp-User werden sich auf die Suche machen nach dem „Abschalt-Knopf“ und den Widerspruch der neuen Nutzungsbedingungen. Ich selbst werde das nicht tun. Da ja sowieso alle meine Daten bis auf die Inhalte der WhatsApp-Nachrichten und der Standort-Bestimmungen erhoben werden, kann ich gern auch bessere personalisiere Werbung angezeigt bekommen. Ist doch lustig, wie ich so eingeschätzt werde! (Finde Männer ab 50 – LowCarb-Rezepte hier). Und vielleicht werde ich darüber staunen, was für Facebook-Freunde mir jetzt plötzlich aus meinem laaaaangen Mobiltelefon-Adressbuch vorgeschlagen werden 😉

Vor Allem bin ich gespannt darauf, wie Facebook sich entscheidet: Streng Fake-Accounts verbieten und löschen – oder gutmütig weiterhin diesen AGB-Verstoß dulden, obwohl man es besser weiß. Schließlich will man ja auch Jugendliche an Facebook binden – und das ist nun mal mit Klarnamenpflicht mehr oder weniger vergebene Liebesmüh.

Bildquelle: pixabay_geralt

 

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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