Facebook oder Instagram? Was nutzen die Deutschen mehr?

Facebook ist nur etwas für digitale Oldies auf der Suche nach sozialen Kontakten. Instagram ist jung und hip. TikTok macht Pubertierende süchtig mit Banalitäten, und bei Twitter treffen sich die sensationslüsternen Wichtigtuer. Aber stimmen die Urteile mit der Realität überein? Hier einige aktuelle Zahlen, Daten, Fakten:

WhatsApp

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

Auf dem ersten Platz aller sozialen Netzwerke rangiert in Deutschland mit Abstand WhatsApp. Ob jung, ob alt – acht von zehn Internetnutzern (83,6 Prozent der Bevölkerung) sind mindestens einmal monatlich bei WhatsApp aktiv. Weltweit sind zwei Milliarden Menschen bei WhatsApp registriert.

YouTube oder Facebook?

Zählt man YouTube zu den sozialen Netzwerken, rangiert die Videoplattform von Google auf Platz zwei. Viele Studien jedoch sehen YouTube eher als Medium-Plattform und nicht als Kommunikationstool. Inwieweit das gerechtfertigt ist sein dahingestellt. Auf jeden Fall zeigt die Geschichte, dass der Facebook-Mutterkonzern Meta weitaus mehr Geschick bei der sozialen Ausschöpfung digital basierter sozialer Kommunikation beweist als Google, die Megasuchmaschine. Auf Rang zwei rangiert hinter WhatsApp das gute alte Facebook, dahinter liegt die Bilderplattform Instagram.

Facebook oder Instagram?

60 Prozent der deutschen Internetuser nutzen Facebook. Tatsächlich ist das Durchschnittsalter um einiges höher als bei Instagram. Facebook nutzen vor allem Menschen ab 30, bei den unter 30-Jährigen ist Instagram das beliebteste Social Media Netzwerk. Instagram hat sich immer weiter dem erfolgreichen TikTok angenähert. Videosnacks aller Arten unterhalten die Nutzer, die auf der Suche nach Inspiration, Kaufempfehlungen, News und Einblicke in das Leben von Freunden und Prominenten sind.

Facebook ist textlastiger als Instagram. Bei Facebook wird mehr kommuniziert und ausführlicher kommentiert. Um aktiv bei Facebook zu posten, braucht man Selbstvertrauen und ein verlässliches soziales Netzwerk. Die meisten Facebook User sind mit ihren Beiträgen privat und nur für Freunde sichtbar. Instagram lässt zwar auch private Konten zu, doch da für viele Nutzer die Steigerung der eigenen Reichweite ein Motiv zum Posten ist, ist es weniger üblich, die Öffentlichkeit auszuschließen. Die meisten Instagram-Nutzer sind passiv und posten eher selten – in erster Linie Urlaubsfotos.

Pinterest auf Rang 4

Pinterest folgt auf Platz 3. Ich bin etwas überrascht, dass YouTube nicht als soziales Netzwerk eingegliedert ist – Pinterest hingegen schon. Pinterest ist nämlich eher ein digitales Sammelalbum von Rezepten, Fashion-Inspirationen, DIY-Anleitungen, Reiseanregungen und anderen Interessensgebieten als eine kommunikative Austauschplattform. Wer Pinterest nutzt, ist auf jeden Fall meistens jung und regelmäßig dabei.

TikTok folgt auf Rang 5

Wer Jugendliche verstehen will, sollte auf jeden Fall einmal TikTok installieren und anschauen. Der Algorithmus ist extrem ausgereift und weiß schon nach kurzer Zeit, welche Art von Kurzvideos die Nutzer mögen. TikTok ist nicht auf Likes oder Abonnenten von Creatorn angewiesen, anhand des Nutzungsverhalten wird ein immer perfekteres Kaleidoskop der maximal drei Minuten langen Videos präsentiert wie es ein einarmiger Bandit tut. Noch eins und noch eins und noch eins. Kein Wunder, dass die Verweildauer bei TikTok sehr viel höher ist als bei den oben genannten Netzwerken.

Erst auf Rang 6 ist Twitter

Auf Rang 6 folgt schließlich Twitter. Bei Twitter wird der Meinungsdiskurs besonders hoch geschrieben. Bei Twitter sind sehr viele Politiker, mit Twitter macht man Politik. Über Hashtags kann man News und Meinungen gezielt verbreiten. Wenige der Twitter-User twittern aktiv, die meisten lesen nur mit und drücken ihre Zustimmung per Like aus oder retweeten die Tweets ihrer bevorzugten Creator. Twitter verdient zwar kein Geld, aber Twitter ist von allen sozialen Netzwerken das politisch einflussreichste. Nicht selten schafft es ein Tweet in die Nachrichten.

Fazit

In Deutschland sind zwar viele Nutzer bei Facebook Mitglied, doch dort aktiv zu kommunizieren gilt als altmodisch. In anderen Ländern dieser Welt ist Facebook das wichtigste Netzwerk für Nachrichten, Informationen, Zusammenschlüsse und Gruppierungen. Kann sein, dass auch bei uns sich die Nutzerzahlen verändern, wenn TikTok angesagter ist als Instagram und Facebook zur neuen digitalen Regionalzeitung wird. Soziale Netzwerke sind anstrengend, lästig, ermüdend und oft genug Zeitverschwendung – doch ein Leben ohne sie wird es wohl ebenso wenig wieder geben wie ein Leben ohne Telefon.

Quelle: RND vom 26.04.22

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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