Offenes WLAN: Sicherheitsrisiko oder Menschenrecht?

In Südkorea, Großbritannien, den USA und China ist der Zugang zu öffentlichem WLAN eine Selbstverständlichkeit, in Deutschland gibt es starke rechtliche Einschränkungen, die auch Privatpersonen dazu zwingen, ihr WLAN zu verschlüsseln, um nicht für illegale Handlungen per Störerhaftung belangt werden zu können. Tatsächlich nutzen nur 39 Prozent der Internetnutzer in Deutschland außerhalb ihrer eigenen Wohnung ab und zu WLAN-Netzwerke. Bei den Smartphone-Nutzern sind es immerhin 45 Prozent, die per WLAN in fremde Netze gehen.

WLAN: Das Tor zum Himmels-Neuland?

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Meistens gehören diese WLAN-Netze zu Hotels, Cafes und Restaurants. Doch auch bei Freunden und Familienangehörigen loggt man sich ein. Weniger als die Hälfte der „WLAN-Erfahrenen“ nutzen Hotspots in öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlichen Einrichtungen, Flughäfen, Bahnhöfen und Freizeiteinrichtungen. Quelle: FAZ

Für mich und viele andere Smartphone-Nutzer ist die karge Ausstattung Deutschlands mit öffentlich zugänglichem WLAN kein großes Problem, da wir mindestens 2 GB Internet Flat gebucht haben. Die sind zwar schnell verbraucht, wenn man streamen will, Videos gucken oder online Musik hören, doch es gibt gute Möglichkeiten, sich zu schützen. Ich persönlich schalte zum Beispiel in meinen WLAN Netzen (zu Hause und im Büro) die mobile Datennutzung aus, um nicht aus Versehen Downloads über Mobil zu aktivieren – und mit einer „Batteriespar-App“ lösche ich ab und zu alle Apps, die im Hintergrund laufen, ohne dass ich sie brauche.

Traurig macht mich jedoch, dass Deutschland so technologiefeindlich ist und keine Web-Willkommenskultur pflegt. Ich wünschte mir, dass in jeder Schule, jeder öffentlichen Einrichtung und jeder Bildungseinrichtung öffentliches WLAN eine Selbstverständlichkeit wäre – so wie man ja auch überall Radiowellen zur Verfügung hat.

Ich wünschte, dass Menschen in Deutschland unabhängig von Alter und Geldbeutel immer und überall Zugang hätten zum Internet, ihre kleine Enzyklopädie immer zur Verfügung hätten, und mit ihrem Laptop immer und überall arbeiten könnten. Internet bedeutet Wissen, Kommunikation, Unterhaltung. Und zu jammern, dass man sich ja nicht mehr im Bus mit dem Nachbarn unterhalten kann, weil er/ sie ständig mit dem Smartphone beschäftigt ist, lässt mich schmunzeln: In meinem Universum saßen die Fahrgäste früher stets schweigend nebeneinander und starrten irgendwohin. Und ehrlich gesagt, möchte ich mich auch nicht dauernd mit Fremden unterhalten – ich wüsste gar nicht, worüber. Außer „Wetter“ fällt mir nicht viel ein…

Verbreitung und Nutzbarkeit von WLAN in Deutschland – eco-Verband/ November 2014

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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