Warum feiern wir nicht? Ein Plädoyer gegen Angst und Spaltung

Vor einigen Tagen war ich Zeuge eines Gesprächskreises, der sich mit Themen der aktuellen Politik beschäftigte. Die Teilnehmer und die Moderation waren über viele Dinge besorgt: CO2-Anstieg, Trump, Putin, Kriegsgefahr, Soziale Medien in Kinderhand, maschinelle Intelligenz… Ich verweigere zunehmend solche Gespräche – nicht, weil ich mich nicht für Politik interessiere, sondern weil ich jedesmal spüre, wie Lager aus Mauern gebildet werden, so als würde man mit Steinen auf imaginäre Gegner werfen. Wenn den Menschen wenigstens diese emotionale Freindbekämpfung Vergnügen bereiten würde – so wie beim Fußball – aber die Stimmung ist jedesmal gruselig. Ich mache da nicht mehr mit.

Sind politische Themen für mich ein Tabu?

Bild von StockSnap auf Pixabay

Keinesfalls, ich liebe Politik! Ich informiere mich täglich über die aktuelle Weltlage, nutze gern die Möglichkeit, mir bei YouTube Analysen und Expertengespräche von hochrangigen Diplomaten, Geheimdienst-Pensionären, Ex-Generälen und kritischen Journalisten in deutsch übersetzen zu lassen, um vorbereitet zu sein auf das, was sich gerade über diesem Planeten „zusammenbraut“.

Was mir bei meinen erwählten Experten wichtig ist, ist die deutliche Distanz zu Regierungen – ich wähle aus anhand der Unabhängigkeit von politischen Institutionen – egal, ob aus Deutschland, der EU, Russland, den USA, Israel, Asien oder dem Nahen Osten. Nur wer professionell das Spiel der Mächtigen dieses Planeten seit vielen Jahren misstrauisch und faktenkundig bewertet und in anspruchsvollen Netzwerken aus hochrangigen, unabhängigen Experten agiert, weckt mein Interesse.

Jeder, wie er will

In der Zeit zwischen 2020 und 2023 habe ich gelernt, dass jeder Mensch auf andere Weise von Politik beeinflusst wird. Viele von uns sind ähnlich wie Staatsdiener/ Beamte, die sich der politischen Führung und deren Entscheidungen zugehörig fühlen. Ich selbst bin anders (Traue keiner Obrigkeit, die Gewalt über Menschen hat) – aber nach und nach habe ich gelernt, jedem Mitmenschen seine eigene politische Überzeugung gönnen zu können.

Machtzerfall ist selten friedlich…

Ich mag es nicht, den einen Menschen als wertvoller oder „richtiger“ zu bewerten als einen anderen. Mir sind die, die sich eine sozialistische Republik wünschen, genauso lieb wie die, die sich eine liberale oder autokratisch organisierte Führung wünschen. Ich selbst habe keine Wünsche diesbezüglich: Egal, wie Macht organisiert ist – am Ende wird sie immer für sich selbst sorgen. Jede Macht pervertiert. Ob nach der Französischen Revolution, im Sozialismus oder heute in Deutschland – es ist immer dasselbe. So ist Macht eben – wie gut, dass ich keine Macht habe, die ich für mich missbrauchen könnte…

Ich informiere mich einfach deshalb so gern, weil ich Politik spannender finde als Krimis oder das Privatleben von Promis. Strukturen wachsen, Strukturen erreichen ihren höchsten Gipfel, Strukturen verlieren an Einfluss, Strukturen werden vernichtet – oft genug durch Kriege und erfolgreiche Putsche.

Manchmal hat man Glück, und ein Machtssturz verläuft weitgehend friedlich wie 1990 die Auflösung der bipolaren Weltordnung. Meistens jedoch hat man Pech, und es kommen finstere Zeiten mit Hunger, Frieren, Heimatlosigkeit, Soldatenschicksalen und Gewalt jeder erdenklichen Perversität.

Mein Eindruck ist, dass wir weltweit in einen erneuten Niedergang der bestehenden Machtstrukturen geraten. Auf der einen Seite freut es mich, wenn gewaltiger Reichtum, Korruption, Ausbeutung und Macht fallen, auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass es schlimm wird für die, die es ausbaden müssen.

Doch ich möchte nicht auswandern zu irgendwelchen Fleckchen Erde, die weitab von den siedenden Kesseln der nächsten Transformation sind – ich möchte weiter mit all denen verbunden sind, die es mögen, dass es mich gibt.

In Gleimut und Nächstenliebe

Ich bin wahrlich kein selbstaufopfernder barmherziger Samariter – aber ich habe Spaß daran, zu helfen, Lösungen zu finden, Aufgaben zu bewältigen und ordentlich Arbeit zu haben. Ich langweile mich ja so schnell!

So lange ich noch die Kraft dazu habe, will ich Spaß haben – auch in Krieg und Not, indem ich tue, was ich tun kann, um meine Mitmenschen mit guter Laune und Vertrauen anzustecken. Von mir aus, bis ich 100 Jahre alt bin. Hauptsache Vertrauen und gute Laune – mich runterziehen lassen will ich nicht. Da, wo man das mag, da gehe ich ganz leise auf Zehenspitzen weg. Ich gönne Euch alles Spaltende – aber ich halte mich da wohlmeined ‚raus.

Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Wege des Laotse in die Emigration –

4-Minuten-Gedicht von meinem geliebten Bertolt Brecht (ich möchte auch so höflich sein – aber in die Emigration will ich nicht)

Eva Ihnenfeldt: Superhelden-Coaching – Deine Traumwelt, Deine Kraft Was wäre, wenn wir frei und selbstbestimmt unsere eigenen Interpretationswelten bauen? Abseits von Religionen und Ideologien als Regisseure unserer Realität? Das ist mein Job: Gemeinsam mit meinen Klienten gestalten wir Visionen und Realität neu. [email protected]

steadynews.de

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