Jede Gesellschaft wünscht sich, dass die Menschen, die dort leben, zum Erhalt und Wohlergehen dieses Systems beitragen. Jede Gesellschaft hat ihre eigenen Werte, in der Gesetzgebung und der Festlegung von Regeln und Normen lassen sich diese Werte abschätzen. Was ist erwünscht? Was ist verboten? Welche pädagogischen Ideale werden vermittelt? Mit welcher Persönlichkeit (geformt aus angeborenen, geprägten und erworbenen Merkmalen) wird man erfolgreich, erhält Wertschätzung und Anerkennung?
Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie
In unserer Leistungsgesellschaft, die durch die zunehmende Kontrolle der datenverarbeitenden Computerintelligenz in eine Art Schraubzwinge geraten ist, fürchten wir Menschen uns zunehmend vor den rücksichtslosen, egoistischen Verhaltensweisen unserer Artgenossen. Auf der einen Seite werden wir bewertet von anscheinend objektiven, seelenlosen Maschinen, auf der anderen Seite manipuliert von Artgenossen und menschlichen Systemen, die nach größtmöglichem Gewinn streben – und sich gern der maschinellen Intelligenz bedienen.
Auch fragen wir uns, inwieweit wir selbst zu denen gehören, die nur an sich selbst denken und andere Menschen für die eigenen Interessen ausnutzen. Möchten wir Erfolg und Macht? Streben wir nach Reichtum, Unabhängigkeit und Führungsqualität?
Die dunkle Triade
Wünschen wir uns, unsere Artgenossen manipulieren zu können, indem wir durch Einfühlungsvermögen, strategischen Einsatz von Feedback, Belohnung und Bestrafung – und durch die Fähigkeit, Ziele und deren Umsetzung mitgefühlsfrei zu fokussieren, vorankommen in Beruf und Business?
Zwei Selbsttests mit unterschiedlichem Ansatz
Die beiden hier verlinkten Selbsttests zur „Dunklen Triade“ können ein wenig Licht ins Dunkle bringen, inwieweit wir persönlich geleitet werden von Motiven, Leidenschaften und Fähigkeiten, die in unserer Gesellschaft als „Dunkle Triade“ bewertet werden.
Diese und ähnliche Testverfahren werden nicht nur von Polizei, Justiz, psychiatrischen Gutachten etc. genutzt, um kriminelle Veranlagungen zu erkennen, sondern auch im beruflichen Kontext. Auf der einen Seite wünschen sich Unternehmen loyale Mitarbeiter, die „teamfähig“ und sozial vorbildlich sind.
Auf der anderen Seite sind Führungspersönlichkeiten erwünscht, die für bestmögliche Leistungen beim Humankapital sorgen. Dafür kann es schon hilfreich sein, nach Macht und eigenen Vorteilen zu streben. Mitgefühl und soziales Gewissen sind nicht unbedingt hilfreich, um messbare Effizienz und Gewinn des Unternehmens zu steigern.
Der erste Test ist kürzer und eindeutiger in seiner Ausrichtung, Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie zu entlarven. Voraussetzung für ein brauchbares Testergebnis ist, sehr ehrlich und schonungslos Antworten zu geben, da der Proband wohl kein Problem damit hat, die Tendenz der Fragen und Antworten zu erkennen und dementsprechend zu manipulieren. Empfehlenswert ist der Test für Menschen, die keine Angst vor ihrem „Mr. Hyde“ haben und ehrlich neugierig sind, inwieweit sie Neigungen zu überzogener Selbstliebe, Machtstreben und emotionsloser Bindungslosigkeit in sich tragen.
https://www.idrlabs.com/dark-triad/test.php
Der zweite Test der Uni Ulm ist von Forschern entwickelt worden, die den „dunklen Faktor der Persönlichkeit“ ausleuchten, um das Böse im Menschen klassifizieren zu können.
http://qst.darkfactor.org/
Immerhin – ein Misanthrop bin ich nicht
In meinem Fall unterscheiden sich meine beiden Testergebnisse – sind aber trotzdem tendenziös vergleichbar. Machtstreben ist mir fremd, menschlich dauerhafte Bindungen sind mir ebenfalls fremd, meine Selbstliebe ist ausgeprägt. Für Führungspositionen in Unternehmen eigne ich mich aufgrund des fehlenden Machtstrebens überhaupt nicht, als Angestellte fehlt mir die Bindungsfähigkeit, dank meiner Liebe zu den Menschen und meiner ausgeprägten Empathie bin ich gut in sozialen Berufen, in denen ich frei und ungebunden arbeite und selbst gestalte.