Angststörungen – die häufigste psychische Störung

Nicht Depressionen, sondern Angststörungen sind die psychischen Erkrankungen, die am häufigsten in Deutschland auftreten. Etwa 10 bis 14 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer behandlungsbedürftigen Angststörung. Ich selbst begleite viele Menschen, die durch ihre Ängste, sozialen Phobien und Zwänge regelrecht gefesselt leben müssen.

Bild von Kleiton Santos auf Pixabay 

Auch habe ich in meiner therapeutischen Arbeit festgestellt, dass Eines die Voraussetzung ist, um sich mühsam – aber erfolgreich – daraus befreien zu können: Erst wenn ich an etwas glaube, was mir wichtig ist, kann ich mich meinen Ängsten stellen. Erst mit einer Sehnsucht, einer Vision, einem lohnenswerten Ziel habe ich die Kraft, dieses Mammutwerk zu vollbringen.

Es ist wie bei der Geschichte von David und Goliath. Nur der zu Allem bereite David findet Wege, Goliath zu bezwingen. Nur wer an sich selbst und an ein eigenes, erfülltes Leben glaubt, traut sich den Kampf zu.

Angst und Furcht

Wir leben in einer Zeit, in der wir Angst meist als etwas Diffuses, Ungreifbares wahrnehmen. Sehr selten geht es um konkrete Ängste wie Angst vor von außen einwirkender Gewalt, Angst durch konkrete bedrohliche Risiken, Angst durch gefährliche Tiere, Hunger, Durst, Krieg…. Diese von außen auf uns einwirkenden angstauslösenden Situationen sind im Deutschen als „Furcht“ bekannt – Angst hingegen kommt von innen. Wohlstand kann uns vor Angst nicht schützen – es könnte sogar sein, dass die Angsterkrankungen gerade in Friedens- und Wohlstandsgesellschaften steigen.

Warum gibt es so viele Angststörungen?

Ich vermute anhand meiner therapeutischen Erfahrungen, dass Angststörungen uns vor etwas schützen wollen, was wir als fremdartig und bedrohlich empfinden. Angststörungen betreffen den/die Manager/in wie den/die Arbeitslose/n, den oder die Jugendliche/n oder den/die Rentner/in. Angststörungen meinen es eigentlich nur gut mit uns, sie warnen uns und schützen uns.

Es könnte also sein, dass diffuse Ängste, Phobien und Panikattacken auch die Menschen heimsuchen, die bisher wenig Erfahrungen mit Gewalt, existenzieller Not und traumatisierenden Erlebnissen hatten. Die innere Angst sucht sich Anlässe, um sich ausdrücken zu können – bzw. um ihre/n Besitzer/in vor etwas Diffusem, Unerklärlichen zu schützen.

Häufige Angststörungen

  • Panik beim Auto fahren
  • Panik beim Einkaufen
  • Panik in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Panik wenn das Telefon klingelt
  • Panik bei Begegnungen mit Menschen
  • Angst vor der Beurteilung durch Andere
  • Angst vor Prüfungen
  • Angst vor Verlust
  • Angst vor Versagen
  • Angst ausgelacht zu werden
  • Angst, die Post zu öffnen
  • Angst vor Spinnen, Insekten, Schlangen, Menschen…
  • Angst vor dem Alter, dem Tod
  • Angst, erblickt zu werden, sprechen zu müssen, berührt zu werden

Panikattacken

Panikattacken sind Zustände, in denen sich der/die Betroffene nicht mehr unter Kontrolle hat. Der Körper spielt verrückt, scheint in einer lebensbedrohlichen Krise zu stecken. Häufig haben die Betroffenen ähnliche Ängste wie bei einem Herzinfarkt. Viele von Angststörungen und Panikstörungen Geplagte müssen zusätzlich erleben, dass Magen, Blase und Darm überreagieren, was besonders stark einschränkt. Man traut sich kaum noch aus der Reichweite der eigenen Toilette.

Ursachen von Angsterkrankungen

Es ist sehr schwierig, eindeutige Diagnosen zu stellen. Wir Menschen erleben im Laufe unseres Lebens so viele kleine und große Bedrohungen, existenzielle Zwangslagen, Verluste, Schmerzen und Gewalteinwirkungen, dass es schwierig ist, eindeutige Ursachen zu identifizieren.

Bei Angststörungen auf jeden Fall zum Arzt

Auch wenn die Diagnostik schwierig ist, kann der Neurologe/ Psychiater die Symptome der Erkrankung durch Medikamente erheblich lindern. Nicht immer wird auf Anhieb das passende Medikament gefunden, doch meiner Erfahrung nach ist es mehr als ratsam, bei Angst, Burnout und Depression den Facharzt aufzusuchen.

Zusätzlich ist es wichtig, sich therapeutisch begleiten zu lassen. Nur wenn wir unsere Ängste mit Bewusstheit durchdringen, wenn wir sie annehmen lernen und Techniken trainieren, mit deren Hilfe wir unsere Ängste abbauen und überwinden können, werden wir irgendwann gestärkt und selbstbewusst aus unserer Angststörung hervorgehen.

Erst der Wille, dann die Tat

Leider reicht es in der Regel nicht aus, etwas Schlimmes nicht mehr zu wollen – Kraft erfährt der Mensch erst durch das, was er unbedingt will und woran er glauben kann. In meiner Arbeit geht es zunächst darum, diesen Willen und diesen Glauben an sich selbst zu visualisieren.

Warum bin ich so einzigartig wertvoll, unersetzbar und wichtig für diese Welt? Ist es wahr dass ich das Recht habe, ein erfülltes, glückliches Leben zu führen? Ist es wahr, dass ich etwas wert bin? Etwas Besonderes kann? Etwas dieser Welt zu geben habe?

Immer wieder habe ich das Wunder erlebt, dass Menschen in dem Moment, in dem sie ihre Berufung entdeckten und sich selbst lieben konnten, auch die Kraft fanden, mit Ehrgeiz und Disziplin ihre seelischen Blockaden aufzuräumen. Erst dann beginnt die Phase des Trainings, der Verhaltenstherapie, der Lebensumstellung.

Erst dann können meine Leute sich für sich selbst einsetzen, Grenzen ziehen, erkennen, analysieren, annehmen, durchhalten, loslassen. Erst dann ist es Zeit, Strategien zu entwickeln, um das ersehnte Ziel zu erreichen: Ein selbst bestimmtes, erfülltes Leben finden, sich selbst und die anderen Menschen lieben. Es ist immer möglich, das zu erreichen – doch es ist ein mühsamer Weg – und der Wille gibt die Kraft. Die Selbstliebe freut sich. Und die Welt macht mit.

EVA IHNENFELDT, JOBCOACHING, AVGS-COACHING, SOZIALTHERAPIE (HPG)

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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