WHO: Frühkindliche Sexualerziehung in der Kita – pro und contra

Ich komme aus einer Zeit, in der sexueller Verkehr mit vorpubertierenden Mädchen alltäglich war. In den sechziger Jahren war Inzest und sexuelle Übergriffigkeit von männlichen Familienmitgliedern ganz einfach etwas, was alltäglich war und worüber man nicht sprach. Kaum jemand wäre in der Lage gewesen, den Vater, Onkel, Cousin, Nachbarn, Freund der Familie oder Stiefvater bei der Polizei anzuzeigen.

Die Nachbarschaft meiner Familie flüsterte sich zu, dass das Baby eines 16jährigen Mädchens wohl vom leiblichen Vater wäre, und wir Mädchen erzählten uns von dem Grauen an unbeobachtbaren Orten. Dagegen etwas unternehmen konnte man nicht. Nicht nur einmal bin ich Männern entwischt, die mich in ihr Auto locken wollten oder mich auf der Straße verfolgten.

Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

Frühkindliche Sexualaufklärung

In den letzten Jahren haben sich die Ansprüche an Sexualaufklärung verändert. Ging es in vergangenen Jahrzehnten darum, dass in der Schule über Fortpflanzung, Verhütung und Vorbeugung vor Gefahren aufgeklärt wird, geht es heute auch darum, Kindern und Jugendlichen Zugang zu sexueller Freiheit zu ermöglichen.

Dass nun auch in der institutionellen Kleinkindpädagogik das Recht auf Sexualität eingezogen ist (zum Beispiel mit Räumen, in denen Kindern sexuelle Erfahrungen mit anderen Kleinkindern machen können) weiß ich erst seit Kurzem. Ich habe mehrere Erzieherinnen danach gefragt, und sie haben mir bestätigt, dass diese pädagogischen Möglichkeiten kein unverbindlicher Vorschlag sind, sondern dass die Standards für Sexualaufklärung verbindlichen Charakter haben. Schön zusammengefasst hat das der Bayrische Erziehungsratgeber vom
Bayerischen Landesjugendamt (BLJA): Kindliche Sexualität

Pro und Contra frühkindliche Sexualerziehung

Kann es sein, dass der WHO-Leitfaden zur sexuellen Früherziehung in der Kita sexuellem Missbrauch entschieden entgegentritt? Kann es sein, dass Mädchen und Jungen besser geschützt sind, wenn sie schon als Kleinkinder darüber aufgeklärt werden, dass auch sie ein Recht auf ihre sexuellen Gefühle haben?

Pro Sexualaufklärung in der Kita

Die von der WHO entwickelten Standards gehen davon aus, dass jeder Mensch als sexuelles Wesen auf die Welt kommt. Eltern wird vermittelt, dass schon Säuglinge sexuelle Bedürfnisse haben. Bayrischer Erziehungsratgeber: „Schon Säuglinge haben sexuelle Erfahrungen. Sie verlaufen jedoch unbewusst und instinktiv und sind nicht wie beim Erwachsenen auf einen lustvollen Höhepunkt ausgerichtet.“

Sollte es so sein, dass in unserer Gesellschaft sexuelle Bedürfnisse von Kindern unterdrückt werden, bin ich auf jeden Fall dafür, die kindliche Sexualität aus Tabu- und Verbotszonen zu befreien. Sollten die altbekannten „Doktorspielchen“ ein natürlicher Drang von Kindern sein, mit anderen Kindern sexuell zu experimentieren, könnte das offene Angebot in Kitas eine neue Generation selbstbewusster Erwachsener hervorbringen, die entspannt ihre sexuellen Bedürfnisse ausleben, ohne etwas zu tabuisieren oder zu pervertieren.

Kleinkinder können in der Kita nun viel leichter mit ihren Erzieherinnen darüber sprechen, wenn sie daheim sexuelle Erfahrungen mit Erwachsenen machen. Die Erzieherinnen könnten bei Missbrauchsverdacht einschreiten und zum Beispiel das Jugendamt einschalten. Ob auch männliche Erzieher diese Aufgaben übernehmen können? Warum eigentlich nicht!

Contra Sexualaufklärung in der Kita

Sexualität empfinde ich als etwas sehr Intimes. Ich gehörte sehr wohl zu den Kleinkindern, die (Einzelkind) tatsächlich sehr früh „schöne Gefühle“ kennengelernt haben, natürlich allein. Hätte damals ein Mann diese Neigung für sich ausgenutzt, weiß ich nicht, wie ich so etwas Entsetzliches überlebt hätte. Wahrscheinlich wäre ich dann heute so kaputt wie meine Klientinnen, die so gut wie alle in ihrer Kindheit von Nachbarn, Vätern – und gerne auch vom neuen Partner der alleinerziehenden Mutter – benutzt wurden zur sexuellen Stimulation und Befriedigung.

Ich bin gar nicht sicher, ob das alles Pädophile waren (es sollen ca 1 Prozent der Männer betroffen sein von der sexuellen Sucht nach Kindern). Eine mir gut bekannte äußerst taffe Mutter hat ihre neue Liebe aus dem Haus geworfen, nachdem er der achtjährigen Tochter lachend angeboten hat, sie solle mal in seine Jeanstasche fassen, da wäre ein ganz großer Stift drin. Glaubt mir, der Mann war kein Pädophiler, er hat sich nicht einmal etwas dabei gedacht.

Mein erstes schwerwiegendes Contra-Argument

Lasst die Kinder in ihrer Intimsphäre! Zieht Sex nicht ins Rampenlicht. Stellt Euch vor, dass unsere kleinen Mädchen und Jungen wie zarte Pflänzchen Schutz brauchen vor neugierigen Blicken. Keine Erzieherin, keine Lehrerin und keine Therapeutin sollte tiefer in das Innerste eines kleinen Kindes eindringen als unbedingt notwendig. Lasst unseren Kindern ihre unschuldigen Geheimnisse. Geheimnisse sind etwas Kostbares. Es gibt nur einen Grund, Geheimnisse aufzudecken: Wenn ein Kind Gewalt erfährt und davor geschützt werden muss. Ob es masturbiert oder Doktorspielchen mit anderen Kindern spielt, geht niemanden etwas an.

Mein zweites schwerwiegendes Contra-Argument

Wie gesagt, glaube ich nicht, dass sexueller Missbrauch an Kindern vor allem von Pädophilen ausgeübt wird. Meiner Erfahrung nach passiert es eher nach dem Grundsatz „Gelegenheit macht Diebe“.

Ich bin 1982 zu den Grünen gekommen. Damals war die Partei sehr jung, viele Richtungen waren vertreten. Eine davon waren die Stadtindianer, die für das Recht eintraten, dass Kinder mit Erwachsenen sexuellen Verkehr haben dürfen. Ich habe sie beim Grünen-Parteitag auf der Bühne gesehen. Da waren junge und ältere Männer mit lustigem Kopfschmuck, einige begleitet von ihren kindlichen Liebespartnern, Jungen wie Mädchen.

Damals war ich durchaus zugänglich für die Idee der „freien Liebe“ zwischen Männern und Kindern. Es gab Kinderläden, es gab Kommunen, es gab alles Mögliche – warum nicht Kinder, die gerne „schöne Gefühle“ mit Erwachsenen teilen wollten?

Viel später kam heraus, wie in linken Internatseinrichtungen Kinder missbraucht wurden. Die Betroffenen leiden noch heute unter ihrer „freien Sexualität“ von damals. Es gibt keinen wirklichen Unterschied zu den Missbrauchstätern in kirchlichen Zusammenhängen. Ich mache mir Sorgen, dass es eine Wiederholung der damaligen Freiheitsentartungen geben könnte, wenn Sexualität in Institutionen einzieht, die für Kinder ein Schutzraum sein sollten.
Welt.de von 2013 – Der Einfluss von Pädophilen bei den Grünen war größer als bisher angenommen

Kinder sind so zart, so empfindlich – bitte lasst nicht zu, dass Sexualität ihnen von Erwachsenen aufgezwungen wird.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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