Der Tipping Point am Beispiel Tesla: Wie sich eine ganze Industrie selbst zerstört

Durch die Digitalisierung sind die „qualitativen Umschlagpunkte“, die Tipping Points, ein alltägliches Phänomen in der Wirtschaft geworden. In einem Markt, der die weltweite Vernetzung von Entwicklung, Produktion und Infrastruktur spielend leicht ermöglicht, können sich Ideen rasend schnell ausbreiten. Das gute alte Herrschaftswissen verliert zunehmend an Macht. Besonders gut zu beobachten ist so ein Tipping-Point gerade bei dem Elektromobil-Hersteller Tesla. Der Zeitpunkt, zu dem die neue Technologie leistungsfähiger und günstiger sein wird als die traditionelle, ist zum Greifen nahe. Indien will bis 2030 eine hundertprozentige Elektroauto-Nation werden. Kann es sein, dass der deutschen Automobilindustrie ein ähnliches Schicksal droht wie vor knapp 10 Jahren Nokia?

Wenn Trends offensichtlich werden, ist es zu spät

In dem folgenden 30-minütigen Video erläutert der Zukunftsforscher Lars Thomsen, wie sich gerade bei der Technologie der AutoVerbrennungsmotoren ein solcher Tipping Point vollzieht. Es geht also darum, dass eine neue Technologie entwickelt wurde, die zwar zunächst teuer und fehlerhaft ist, dann laufend verbessert wird, und schließlich den Punkt erreicht, in dem die Produkte mit der neuen Technologie preiswerter und leistungsstärker sind als die herkömmlichen. Ob Analogkameras, Röhrenmonitore, Handys… disruptive Innovationen schießen wie Pilze aus dem Boden und zerstören innerhalb weniger Jahre ganze Industrien und Branchen.

Wenn ein Trend offensichtlich wird, ist es normalerweise bereits zu spät für die etablierten Marktführer. Auch das ist ein Kennzeichen von Tipping Points. Erfolgreiche StartUps und innovative Unternehmen von heute hören buchstäblich das Gras wachsen, wenn sie neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen. Sie erahnen Trends und sind bereit, auch mit unfertigen Technologien und Modellen auf den Markt zu gehen – das Prinzip der ständigen Verbesserung ersetzt das Prinzip der Perfektion und Sicherheitskontrolle.

Nokia schaffte es ein Jahr nach der Markteinführung des iPhones nicht mehr, mit eigenen Technologien auf den Markt der Smartphones aufspringen – wird es im Bereich Elektroautos der deutschen Automobilindustrie genau so ergehen? Lohnt es sich eigentlich heute noch, ein Auto mit Verbrennungsmotor zu kaufen – oder wird diese Technologie schon 2017, 2018 für Neuwagen als veraltet angesehen?

Lars Thomsen sagt in diesem Vortrag auf der 26. internationalen „Motor und Umwelt“-Konferenz der AVL List GmbH im September 2013 ein radikales Ende des Verbrennungsmotors vorher – es sieht so aus, als sollte er recht behalten mit seiner 520 Wochen Theorie. Vernünftig ist es, sich von fossilen Brennstoffen zu verabschieden und dem 180 Jahre alten Verbrennungsmotor Lebewohl zu sagen – doch es ist zu befürchten, dass der neue Markt des Individualverkehrs Unternehmen wie Google, Samsung, Tesla und Co gehört – die Elektroindustrie übernimmt die Führung in der Automobilindustrie.

Bildquelle: pixabay_AdinaVoicu

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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One thought on “Der Tipping Point am Beispiel Tesla: Wie sich eine ganze Industrie selbst zerstört

  • Reply Newsletter der SteadyNews vom 12. April 2016 - Steadynews | 19. April 2016 at 16:00

    […] Der Tipping Point am Beispiel Tesla: Wie sich eine ganze Industrie selbst zerstört Durch die Digitalisierung sind die „qualitativen Umschlagpunkte“, die Tipping Points, ein alltägliches Phänomen in der Wirtschaft geworden. In einem Markt, der die weltweite Vernetzung von Entwicklung, Produktion und Infrastruktur spielend leicht… […]

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