#Blogparade zu „Authentizität“ – aus Anbieter- und Kundensicht

Himmel, ist das Leben schön!

Eva Ihnenfeldt: Zunächst herzlichen Dank an Ina Machold, die in ihrem Blog konflikte-entfalten.de zu dieser Blogparade eingeladen hat. Übrigens ist morgen (23.8.13) der letzte Tag, um noch mitmachen zu können – mit Blogbeiträgen oder Kommentaren. Was sage ich denn nun zu Authentizität? Schwöre ich hoch und heilig, immer ehrlich, aufrichtig, fair und urteilsfrei durchs Leben zu laufen? Kann ich als Leiter in einer Akademie für Social Media authentisch versichern, jeden Kunden wie mich selbst zu lieben, ihm/ihr zu dienen und sofort ehrlich auszusprechen, wenn mir etwas nicht passt oder mich etwas ärgert? Und will ich das überhaupt?

Einladung zur Blogparade Authentizität und Erwartungen in der Dienstleistung – ein Balanceakt?

Himmel, ist das Leben schön!

Himmel, ist das Leben schön!

Als ich jung war, war ich von Robin Hood beseelt, glaubte ich an Gerechtigkeit. Ich wollte die Welt verändern, Täler erhöhen und Berge absenken. Armen geben und Reichen nehmen. Heute muss ich lächeln wenn ich mich erinnere. Ich glaube weiterhin daran, dass ich die Welt verändern kann – aber das Streben nach Gerechtigkeit finde ich eher gruselig.

Ich mag Berge und Täler, und meine Einstellung zu Ungerechtigkeit hat sich ebenso verändert wie ich die eigene Angst vor Armut, Einsamkeit, Gewalt und Verbannung verringert habe. Auch bin ich nicht mehr der Auffassung, dass ich so schrecklich wichtig bin und das Wohl der Menschen von meinem Tun abhängig ist. Das macht natürlich freier. Ich dürfte also lügen und betrügen – aber will ich das?

Authentizität weil ich ein schlechtes Gedächtnis habe

Punkt eins, warum ich mich tatsächlich um Ehrlichkeit bemühe ist mein schlechtes Gedächtnis. Ich kann nicht lügen, weil ich mir die neuen Geschichten, Fakten und Zahlen gar nicht merken könnte! Was ich allerdings als Marketing Enthusiast hemmungslos und mit Begeisterung praktiziere ist die Kunst der orientalischen Übertreibung. Ich liebe es meine Geschäftspartner anzupreisen wie Kostbarkeiten – und tatsächlich muss ich mich dafür nicht verbiegen, da ich meine Freunde und Partner aufrichtig schätze und für sie durch dick und dünn gehe – also: Übertreiben gern, falsche Versprechungen machen nein.

Authentizität weil ich abergläubisch bin

Punkt zwei, warum ich Lügen meide ist mein Aberglaube. Ich bin schon immer religiös gewesen, und die Angst vor himmlischer Strafe hat sich im Laufe meines Lebens gewandelt in einen „Ursache-Wirkung“ Aberglauben. Wenn ich zum Beispiel am Telefon lügen würde dass ich einen Termin aus Krankheitsgründen nicht wahrnehmen kann, bin ich in meinem religiösen Wahn misstrauisch, ich könnte dann wirklich krank werden… Also beiß ich lieber in den sauren Apfel und gestehe, dass ich keine Lust habe zu kommen – seufz…

Authentizität weil ich ein Freiheitsfanatiker bin

Punkt drei, warum ich Fühlen, Denke, Sprechen und Handeln möglichst in Einklang bringe ist meine unbedingte Freiheitsliebe. Nimm mir mein Geld, meine Freunde, meine Sicherheiten und meine Zukunft – aber rühr bitte meine Freiheit nicht an. Ich habe viel weniger Angst davor, geschäftlich zu scheitern, als dass ich Angst vor dem Hamsterrad habe, vor fremdbestimmten erdrückenden Verpflichtungen, die mich zwingen zu lügen, Dinge hinunterschlucken und hinter dem Rücken schlecht über Andere reden zu müssen.

Natürlich bin auch ich erpressbar und verführbar, und weißgott bin ich keine Heilige. Aber ich habe es geschafft mir mein Leben so einzurichten, dass ich mich in einer unfassbar schönen Freiheit bewegen kann. Ich liebe und vertraue den Menschen, mit denen ich arbeite und gestalte. Ich liebe unsere Teilnehmer, Studenten und Kunden tatsächlich, weil ich finde, dass Menschen das Schönste und Kostbarste sind, was dieser Planet Mutter Erde hervorgebracht hat – die Krone der Schöpfung.

Ich gestehe jedem Menschen ein, mich zu belügen, zu betrügen, mich auszunutzen und schlecht über mich zu reden. Was ich dann nur tue sobald ich es merke – ich geh weg. Ich will nicht verurteilen und ich will Niemandem meine Moral aufzwingen – auch das bedeutet Freiheit. Es gibt so viele Menschen auf der Welt!

Wir haben nun schon 150 Social Media Manager ausgebildet, und viele bleiben unserer Community treu. Wir haben die SteadyNews mit 1.300 Newsletter Abonnenten, haben die BARsessions, haben viele Geschäftspartner und Freunde. Was macht es da, wenn es viele Leute gibt, die nicht zu uns passen? Also keine Sorge vor Ablehnung und verlorenen Kunden – es bleiben genug übrig, versprochen. Wer ehrlich durchs Leben geht hat immer Urlaub, denn auch Arbeit, Stress und Abenteuer fühlen sich verdammt gut an, wenn man im Einklang ist mit diesem herrlichen einzigartigen Leben. Ich sag dann einfach mal danke…

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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