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Erektionsstörungen bei Männern 50 plus – leider ein Tabu 0

Durch eine persönliche Begegnung (und wegen meinem Tinder-Experiment) habe ich mich in den letzten Wochen intensiver mit der Frage auseinander gesetzt, wie viele Männer über 50 eigentlich Erektionsstörungen haben (Studie: Alter als Ursache für Impotenz). Die Ergebnisse waren drastisch: Rund die Hälfte aller Männer zwischen 50 und 59 kennen zumindest gelegentliche Erektionsstörungen – je älter, desto häufiger gibt es dieses Problem. Und das, obwohl fast alle Männer in Studien angeben, dass ihnen Sex enorm wichtig ist. Gesprochen wird darüber sehr wenig, obwohl die Konsequenzen dieser körperlich/ psychischen Diskrepanz brutal sein können. 

Männer in den Wechseljahren

Viel wird darüber geschrieben und gesprochen, wenn es um die Hormonumstellung des weiblichen Körpers geht. Frauen haben anscheinend weniger Probleme, Wechseljahresbeschwerden auszudrücken und sich miteinander über ihre Probleme auszutauschen. Auch die Medien sind voll mit Beiträgen zum Klimakterium.

Doch welcher Mann mit 50 erzählt seinen Freunden, dass er Potenzprobleme hat! Leben diese Männer nicht in einer Scheinwelt, die ihnen die Illusion vermittelt, nur sie allein wären „Versager“? Gibt es nicht immer noch unendlich viele Filme und Serien, in denen ältere Männer mit jungen Frauen Sex haben? Das muss doch die Betroffenen verwirren und einschüchtern!

Bei meiner Recherche bin ich auf Foren gestoßen, wo mutige Männer über ihre Potenzprobleme schreiben und sich gegenseitig Tipps geben. Die „verständnisvolle Partnerin“ spielt eine gewichtige Rolle dabei. Denn wenn man sich als Versager fühlt, verschlimmern sich die Probleme, wie einige Männer offen berichten. Sie brauchen Frauen, die geduldig die eigenen Bedürfnisse zurückstellen.

Es gibt Therapien! Doch es wird kaum darüber berichtet

Tatsächlich scheinen Medikamente wie Viagra (das Patent ist ausgelaufen und es gibt nun weitaus preiswertere Alternativen) häufig zu wirken – allerdings nicht immer. Mich ärgert, dass in den Medien nicht häufiger über die Probleme der alternden Männer berichtet wird. Es muss furchtbar belastend sein, wenn man das Gefühl hat, als Einziger betroffen zu sein – obwohl mit 50 schon die Hälfte ab und zu Probleme haben. Mit 60 haben 34 Prozent sogar schon schwere Erektionsstörungen, obwohl sogar die Siebzigjährigen noch zu 70% angeben, dass ihnen Sexualität wichtig ist.

Mein Appell an die Frauen: Denkt nicht, dass Ihr schuld seid, wenn Euer Partner seltener Lust auf Sex zeigt. Wahrscheinlich will er einfach nicht über seine Erektionsstörungen sprechen. Mit zunehmendem Alter nimmt nun mal die Testosteron-Produktion ab. Das hat nichts mit Eurer Attraktivität zu tun. Das ist Biologie 🙂

Mein Appell an die Männer: Traut Euch zum Urologen! Viel zu wenige nehmen ärztliche Behandlung in Anspruch, obwohl es wirklich eine ganze Reihe von Therapiemöglichkeiten gegen Erektionssstörungen gibt – selbst wenn diese nur gelegentlich auftreten. Empfehlen kann ich auch die Männerforen im Internet, in denen sich Betroffene austauschen. Ihr müsst Euch ja nicht outen und nicht selbst reden. Ich selbst konnte als Frau mitlesen, obwohl ich nicht einmal registriert war. Nicht verschweigen ist der Weg – sondern recherchieren, erkennen und handeln!
Hier der Link zu einem der öffentlich einsehbaren Foren – erektion.de

Fazit für mich persönlich: Ich gebe zu, dass mein Tinder-Experiment schon nach einer Woche an Reiz verlor (Tinder für Ältere – ein Selbstversuch). Gern würde ich männliche Freunde haben, mit denen ich ins Kino gehe oder in den Zoo. Aber die vorliegende Diskrepanz zwischen „Wollen und Können“ schreckt mich so sehr ab, dass ich mich doch wieder abmelde. Die Angebote die ich bei Tinder von Männern 50+ erhielt, waren ziemlich eindeutig und sehr unangenehm.

Wer mir wirklich leid tut sind Paare, bei denen der Mann viel älter ist als seine Frau – so wie bei Donald Trump. Bin sicher, da verbergen sich Dramen hinter der Oberfläche. Denn was ist schlimmer als ein älterer Mann, der will und nicht kann??? Und gaaaaanz so unwichtig ist auch für die meisten Frauen das Thema „Sexualität“ nicht. Selbst wenn sie aus Rücksicht nicht darüber reden…

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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