Eva Ihnenfeldt: Das neue Pfingsten? Der Heilige Geist schwebt in der Cloud!

Seit ich denken kann, war Jesus für mich der ultimative Traummann: Mutig, mitfühlend, kompromisslos, eindeutig. Er hing weder an Besitz, noch an Familie, Heimat und Zuspruch. Er empfahl seinen Anhängern, den Staub von ihren Schuhen zu schütteln und sich an nichts zu binden – vor Allem nicht an Geld. Er ließ sich nicht verlocken und nicht erpressen – bis zum bitteren Ende… Tja, und Christi Himmelfahrt war er dann plötzlich weg – und seine Jünger versteckten sich zitternd vor Regierung und Establishment und wussten nicht weiter. Aber dann kam Pfingsten!

Und plötzlich waren sie alle mutig und frei und rissen die Türen auf und zeigten sich – und ihre Botschaft von Mitgefühl und Auge_PyramideNächstenliebe wurde verstanden! Es breitete sich aus wie ein Virus und war nicht mehr aufzuhalten. Der Siegeszug der kompromisslosen Menschlichkeit bahnte sich seine Wege über die ganze Welt – dank diesem Heiligen Geist, der zur rechten Zeit am rechten Ort die Seele durchdrang. Mit seiner Hilfe konnten „Jesus People“ Fühlen, Denken, Reden und Tun zu einem künstlerischen Ausdruck bringen. Kunst und Poesie sind es ja doch, die die Herzen der Menschen berühren, weil man in ihnen Wahrhaftigkeit spürt. Und die Botschaft (heute sagen wir „Wertesystem“) ist klar: Liebe Deine Nächsten wie Dich selbst und binde nicht Deine Seele an Besitz – bleib frei.

Das Internet und der Heilige Geist

Tja, und nun leben wir in einer Zeit, in der wir nicht mehr von oben herab gesagt bekommen wollen, was wir zu glauben und zu tun haben. Sogar in die Unternehmen dringt die Botschaft der Transparenz und die Bottum-Up Philosophie: Nur mit Wertschätzung und Respekt sind Menschen motiviert und geben ihr Bestes. Gilt das nicht auch für die Welt der Selbstentwicklung? Der Seelenreifung? Der Metaphysik? Sind wir Menschen nicht langsam reif genug, uns unsere eigene Religion zu bilden und unser Gewissen ins Bewusstsein zu holen und auszuformen?

Durch das Internet haben wir die Möglichkeit, über Google und andere „virtuelle Schnitzeljagden“ mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu kommen, die unserem Wertesystem entsprechen. Wir können uns auf Veranstaltungen verabreden, können uns Bücher, Musik und Kunst empfehlen, können miteinander diskutieren und gemeinsam nach Herzenslust nach dem Guten streben. Wir können von „digitalen Besitzlosen“ lernen, Mut tanken und uns öffentlich mitteilen, wenn wir neue Ideen haben (oder auch altvertraute Ideen plötzlich verstehen).

Wir können uns trauen, „anders“ zu sein, weil wir voller Staunen erfahren, wie viele „Andere“ es gibt, die anscheinend alle mehr oder weniger gut zurechtkommen! Wir können Philosophen, Religionsexperten, Metaphysik-Durchdrungene und Vergeistigte kennen lernen. Wir können Videos gucken, Podcasts hören, uns in Facebook-Gruppen austauschen und in Foren gemeinsame Projekte entwickeln. Ob Moslem, Hindu, Buddhist oder Christ – oder einer von den herrlich freien Atheisten – wir können gemeinsam ringen um die besten Möglichkeiten, sich zu einem Menschen zu entwickeln, der seiner Spezi zur Ehre gereicht.

Inspiration, Intuition und Imagination reichen völlig aus, um sich von unten in lauter „Entwicklerteams“ zusammenzuschließen und frei von Religionswächtern an einer neuen Religion zu basteln: die Agile-Spiritualität geht ihren Weg – und wetten? Sie lässt sich nicht mehr aufhalten.

Natürlich gibt es die vielen Besitzstandswahrer und besorgten Bürger, die ebenfalls fleißig an ihrer Vision einer idealen Umgebung arbeiten. Die gern vernichten, ausschließen, ignorieren und verachten, was nicht zu ihrem Kleingarten-Paradies passt. Und es sieht im Moment so aus, als ob sie für die nächsten Jahre die Übermacht haben werden in der westlichen Welt – während die Rückwärtsgewandten aus der religiösen östlichen Welt mit steinzeitlichen Methoden dagegen halten – doch ich glaube daran: Der Neue Heilige Geist aus der Cloud lässt sich ebenso wenig vernichten und instrumentalisieren wie damals die Urchristen vernichtet werden konnten. Wie schön, dass ich in dieser wunderbaren Zeit mitspielen darf. Bei aller Gewalt und Gefahr: Ich bin gern dabei!

Dieser Beitrag und dieses Video wurden inspiriert durch die Süddeutsche: Gott ist online“

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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