Home / Management / Facebook im Bewerbungsprozess: Personaler scannen Facebook-Profile mit Software

Die Psychologen Sandra Matz und Michal Kosinksi von der Universität Cambridge haben eine Software entwickelt, mit deren Hilfe Personaler das gesamte Facebook-Profil durchscannen können. Ob Likes, Freunde, Bilder oder Gruppen, die Algorithmen analysieren das Verhalten auf Facebook und leiten daraus Charakterzüge ab. Artikel in der Welt-Online

Sind Sie im Social Web ein wahrer Engel? Wollen Unternehmer Engel als Mitarbeiter?

Klingt ein wenig gruselig sich vorzustellen, dass man als Bewerber über das private soziale Netzwerk objektiver, umfassender und zuverlässiger durchleuchtet wird als im klassischen Bewerbungsverfahren mit psychologischen Fragebögen und Vorstellungsgesprächen? Beunruhigend, dass ein Computerprogramm anhand der Likes in Sekundenschnelle ausspuckt, ob man eher traditionell/ konservativ ist ein konsumfreudiger Hedonist? Es scheint so, als sei die Big Brother Realität schon wahr geworden. Das angebliche Zitat von Marc Zuckerberg, in dem er schon 2010 das „Ende der Privatsphäre“ verkündete, hat sich bewahrheitet.

Die Software dürfte sicher zurzeit in Deutschland nicht eingesetzt werden, aber in den USA ist das anscheinend kein Problem. Vor allem die „Likes“ sagen viel über einen Menschen aus.

Man kann also sagen, je mehr Likes ein Facebookuser angibt (Musik, Filme, Seiten…) desto deutlicher wird der Charakter. Zu 75 Prozent lassen die Likes das weibliche Geschlecht bestimmen, zu 88 Prozent das männliche. Mit 85-prozentiger Genauigkeit ist die politische Ausrichtung erkennbar.

Was soll man nun tun? Sich aus Facebook zurückziehen? Jeden einzelnen Like für die Einsicht von außen verbergen? Einen Fake-Account nutzen? Soweit wie möglich überhaupt nichts liken? Sich im gesamten Netz so unsichtbar wie möglich machen?

Will man einen guten Job, ist das ganz sicher nicht der richtige Weg. Zwar kann man sich der gewünschten Transparenz verweigern, doch das wird für die Karriere bestimmt nicht positiv sein. Ist jemand im Web nicht vertreten sagt auch das etwas über den Charakter aus: vielleicht dass man misstrauisch, altmodisch, einsam, teamunfähig, unkommunikativ ist? Oder dass man irgendetwas zu verbergen hat?

Tja, das Web wird vom Raum der gesetzlosen Freiheit immer mehr zum Raum des gläsernen Menschen. Und auch wenn in Deutschland so eine automatische Software zunächst schwer vorstellbar ist, sind wir nicht weit von den USA und vielen anderen Nationen entfernt.

Schon Kinder in der Schule lernen, dass sie bei Facebook, Whatsapp und Co genau überlegen sollen, welche Informationen sie über sich preisgeben, was sie in welchen Ton schreiben und mit wem sie sich befreunden. Sich dieser Entwicklung zu versperren bringt gerade Menschen aus Management- und Kommunikationsberufen ins berufliche Abseits, sich vertrauensvoll mit allen Schwächen und fragwürdigen Vorlieben zu zeigen ebenfalls.

Was tun? Ist tatsächlich das Ende der Privatsphäre ein Evolutionsschritt, den man mit Schulterzucken und einem „Ich habe ja nichts zu verbergen“ begegnen kann?

Über Eva Ihnenfeldt

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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