Existenzgründung: 7 Tipps zum Selbst-Marketing

Existenzgründungsberaterin Eva Ihnenfeldt: Was viele immer noch nicht glauben können: beruflicher Erfolg beruht tatsächlich nur zu einem Drittel auf Qualifikation und Können – hinzu kommen ein Drittel Image und ein Drittel Netzwerk. So welken viele fähige, fleißige Mitarbeiter in ihren Unternehmen unerkannt dahin, und auch Existenzgründer müssen erst lernen, sich gezielt selbst zu vermarkten, und das ist nicht so einfach…

Die meisten Menschen haben schon in frühester Kindheit gelernt, bescheiden zu sein, sich zurückzunehmen – und um Gottes Willen nie das größte Stück Kuchen zu nehmen! Diese Einstellung steht jedoch dem beruflichen Erfolg leider oft genug im Weg, und so wenig wir eigentlich Angeber und Großtuer mögen, so erfolgreich sind sie denn doch, die Rudi Assauer’s, Dieter Bohlen’s und Guido Westerwelle’s dieser Welt…drum hier sieben Tipps für ein erfolgreiches Selbst-Marketing.

1. Tipp: Kenne genau Dein „Alleinstellunsgmerkmal“

Wir kennen den USP aus dem Businessplan. Will man ein Unternehmen gründen, muss man immer herausarbeiten, was das Einzigartige an der Geschäftsidee, an der Bäckerei, dem Coaching oder der Anwaltspraxis ist – und genau das kann jeder Mensch auch für sich herausarbeiten – natürlich mit Unterstützung von Familie und Freunden. Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Stärken genau formulieren zu können. Fragen Sie andere, was sie besonders an Ihnen schätzen – und schreiben Sie es auf. So wächst Ihr Selbstwertgefühl – die Voraussetzung für eine erfolgreiche Selbst-PR

2. Tipp: Setze Dir genaue berufliche Ziele

Egal, ob Sie selbstständig sind oder angestellt, formulieren Sie Ihre beruflichen und/ oder geschäftlichen Ziele für die Zukunft. Nutzen Sie dabei die Schlüssel der so genannten S.M.A.R.T- Analyse, fassen Sie eien Zeitraum von drei Jahren ins Auge. Ihre Ziele sind:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Akzeptiert
  • Realistisch
  • Terminiert

3. Tipp: Orientiere Dich an erfolgreichen Menschen

Man kann nur erfolgreich sein, wenn man Erfolg zulässt. Lernen Sie bewusst erfolgreiche Menschen kennen, lesen Sie Biografien, sehen Sie Dokumentationen über Erfolgsmenschen: Studieren Sie das Geheimnis erfolgreicher „Marktbegleiter“: es ist ihr Auftreten und ihr Selbstwertgefühl! Wenn man an sich selbst glaubt, dan glauben einem auch die Leute…

4. Tipp: Knüpfen Sie Netzwerke

Das Allerwichtigste zur Verwirklichung aller Ziele ist die Kunst des Netzwerkens. Es ist wirklich sinnvoll, hier eventuell auch Geld in Fortbildungen zu investieren, in denen man erfolgreiches Netzwerken lernt. Wo trifft man welche Menschen? Wer ist relevant für mich und meine Pläne? Wie kann ich mich einbringen, was kann ich dem jeweiligen Netzwerk geben (Netzwerken heißt immer „Geben“).

5. Tipp: Der richtige Auftritt

Was ist für den ersten – also den entscheidenden – Eindruck von Belang? Welche Urteile fällen Menschen über mich, die mich nie zuvor gesehen haben? Wirke ich sicher, seriös, kompetent, zuverlässig, vertrauenswürdig? Was kann ich tun, um diesen Eindruck aktiv zu fördern? Sehr hilfreich ist es, wenn Sie mit Freunden ein Video aufnehmen, in dem Sie eine Bewerbungs- oder Verhandlungssituation spielen. Mal kann der Eine, mal der Andere die Rolle des Bewerbers bzw. Anbieters übernehmen. Es ist wirklich eine große Hilfe, dass es heute Handys gibt, die das ganz unkompliziert begleiten – es ist spielerisch, schnell – und kann genauso schnell auch wieder gelöscht werden…

6. Tipp: Wie verhandle ich Preise

Bei jeder ernsthaften Verhandlung gibt es Jemanden, der möglichst viel Geld erhalten – und Jemanden, der möglichst wenig Geld bezahlen will. Wie kann ich hier meine Verhandlungsposition stärken? Wichtig ist, dass ich auf Grund meiner Selbstüberzeung ausstrahle, dass ich nicht „um jeden Preis“ zu haben bin. Ich kenne meinen Wert und bin nur in einem gewissen (zuvor überlegtem) Rahmen überhaupt zu Verhandlungen bereit.

Vor jeder Verhandlung steht jedoch das Wissen um den Markt. Wagen Sie es, sich bei Marktbegleitern zu erkundigen: wer nimmt was für welche Leistungen, und wer verdient was in welcher Position? Leider sind wir Deutschen hier sehr zurückhaltend, doch wer direkt fragt – und auch über sich selbst offen Auskunft gibt – erhält denn doch erstaunlich offene Antworten und kann sich immer besser orientieren.

7. Tipp: Tun ist immer besser als Nicht-Tun

Gerade Existenzgründer und Menschen, die ihren Job verloren haben, sind häufig unfreiwillig ohne Auftrag, ohne Aufgabe. Hier kann ich nur wärmstens empfehlen, besser auch für viel zu wenig Geld zu arbeiten, als nichts zu tun. Natürlich kann man sich nach einer bedrückenden Kündigung erst einmal erholen, bevor man wieder nach neuen Herausforderungen sucht, doch im Nichts-Tun liegt immer die große Gefahr, dass das Selbstwertgefühl in den Keller rutscht. Das ist der Anfang einer Teufelsspirale.

Vor allem sollte man sich vor dem Absturz in Hartz IV hüten – es ist unglaublich schwer, aus einer Langzeitarbeitslosigkeit wieder den Weg in ein selbst bestimmtes Leben zu finden. Auch Existenzgründer sollten lieber in der ersten Phase Dumping-Angebote wie über My-Hammer annehmen, als „in Schönheit zu verhungern“. Man macht sich in Wirklichkeit nicht die Preise damit kaputt (was ja oft behauptet wird), man baut sich auf.

Man zeigt, was man kann, und je überzeugter man von den eigenen Fähigkeiten ist, desto teurer wird man auch – von ganz allein. Qualität setzt sich durch, wenn Image (also Selbstwertgefühl) und Netzwerk (also viele Menschen kennen, die einen mögen) stimmen. Und ohne zufriedene Referenzkunden hat man nun mal noch nicht viele „Beweise“ des eigenen Könnens. Darum sammeln Sie getrost begeisterte Menschen um sich herum, dann wird diese Begeisterung die Grundlage Ihres erfolgreichen Selbst-Marketings werden.

Eva Ihnenfeldt
Marketing- und Social Media Expertin

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