“Social Media Marketing Praxis 2012″: Buch Kapitel 30: Monitoring II

Google Alerts "Eva Ihnenfeldt" (zum Vergrößern anklicken)

Bevor man sich für passende Monitoring Tools entscheidet, ist es wichtig sich vor Augen zu führen, welche Ergebnisse wirklich relevant sind. Studien zeigen, dass auch Konzerne, die Social Media großflächig und äußerst professionell einsetzen, das alltägliche Monitoring auf das Notwendigste beschränken – ansonsten ertrinkt man in einem Wald von Zahlen, ist mehr verwirrt als inspiriert. Wir wollen uns im folgenden Kapitel auf kostenlose – einfach zu bedienende Tools beschränken, die täglich nicht mehr als zehn Minuten Aufwand bedeuten, die jedoch eine große Unterstützung dabei sind, sich ständig zu verbessern.

Zunächst ist es wichtig zu wissen, wo im Netz wie über das eigene Unternehmen und den eigenen Namen gesprochen wird. Ich selbst habe gestern durch mein Monitoring-Tool zu “Eva Ihnenfeldt” erfahren, dass das Ruhrgebietsmagazin Coolibri ausführlich über unsere Business Academy berichtet hat – ohne mein Monitoring Instrument hätte ich das wahrscheinlich nie erfahren!

Google Alerts zur Überwachung des eigenen Namens und des eigenen Unternehmens

Google Alerts ist sehr praktisch. Man kann dort zu den verschiedensten Keywords per Mail benachrichtigt werden, wenn die entsprechenden Keywords irgendwo im Netz auftauchen. Es ist nicht notwendig, ein Google Konto anzulegen – Google Alerts ist frei nutzbar. Unter www.google.de/alerts geben Sie an, bei welchen Keywords Sie unter welcher E-Mail-Adresse benachrichtig werden wollen. Wir zum Beispiel haben sowohl den Alert “SteadyNews” als auch den Alert “Eva Ihnenfeldt” angelegt und eingestellt, dass wir täglich über neue Ergebnisse unterrichtet werden wollen.

 Google Alerts "Eva Ihnenfeldt" (zum Vergrößern anklicken)


Google Alerts „Eva Ihnenfeldt“ (zum Vergrößern anklicken)

Google Alerts zur Inspiration und zur Marktbeobachtung

Neben der Überwachung des eigenen “guten Rufs” im Web kann man Alerts auch nutzen, um Wettbewerber zu beobachten oder Trends in der Branche aufzuspüren. Das kann sehr hilfreich sein für Blogthemen, um Stimmungen aufzufangen und vom Mainstream zu profitieren mit neuen Artikeln (z.B. wenn Sie als Eventveranstalter sich an Top-Events mit Beiträgen, Tweets und Facebook-Posts beteiligen).

Auch die Beobachtung des besten Wettbewerbers ist sehr inspirierend: Wo ist Ihr Marktbegleiter in der Öffentlichkeit? In welchem Medium gibt er ein Interview? Welche News hat er veröffentlicht und wie wird allgemein im Web über ihn gesprochen?

Von den Besten lernen ist schon immer ein gutes Motto gewesen – auch Picasso hat zunächst große Künstler kopiert – also keine Scheu vor der Wettbewerbsbeobachtung.

Probleme bei Google Alerts

Wenn mein Unternehmen “Hans Müller Unternehmensberatung” heißt, ist es natürlich viel schwieriger zu filtern, als wenn ich “Mario Rammschau” heiße – so heißt nämlich kein Zweiter. Sie müssen sich also bei gängigen Begriffen kreativ einen Zusatzbegriff einfallen lassen, der die korrekte Trefferquote erhöht – meist haben sich entsprechende Städtenamen bewährt.

Leider können Xing- und Facebook-Status-Updates nicht angezeigt werden, und auch Tweets von Twitter sind nicht zuverlässig dargestellt. Hier muss man zu weiteren Tools greifen, die noch vorgestellt werden.

Besucher und Traffic mit Google Analytics

Das zweite unabdingbare Tool ist und bleibt die Statistik, die uns objektiv zeigt, wer auf unserer Website und auf unserem Blog war. Wer kam von welcher Quelle? Wie lange bleiben die Besucher auf welcher Seite? Wie viele Seiten wurden insgesamt besucht? Welche Suchbegriffe wurden eingegeben, um zu uns zu finden? Es gibt nichts Wertvolleres als diese Ergebnisse. Sie sind die Richtschnur, die uns durch die Welt der Web-Kommunikation führt, und Google Analytics ist trotz aller Datenschutzbedenken ein Segen für alle, die professionell im Netz unterwegs sind. Ein unbedingtes Must-Have!

 Die SteadyNews bei Google Analytics (zum Vergrößern anklicken)


Die SteadyNews bei Google Analytics (zum Vergrößern anklicken)

Top-Themen über Twitter-Search

Mit der Twitter-Search kann man herausfinden, welche  Themen gerade wie diskutiert werden. Allerdings bezieht sich – wie der Name schon sagt – die Twitter Search auf Twitter. Dort sind nur ganz gewisse Menschen aktiv unterwegs. Darum sollte man nicht denken, die Suchergebnisse seien repräsentativ für die Bevölkerung.

Außerdem ist die Twitter-Search nicht zuverlässig und die Ergebnisse reichen nur wenige Tage zurück. Praktisch – doch nicht lebensnotwendig. Kann bei Bedarf immer mal eingesetzt werden – zum Beispiel, um Multiplikatoren und Keynotespeaker auf Twitter zu finden….

SteadyNews bei Friendorfollow (zum Vergrößern bitte anklicken)

 

Die letzten 30 Tage bei Twitter mit Twittercrawl

Mir persönlich gefällt Twittercrawl besser als das twitterinterne Twitter-Search. Twittercrawl ist spezialisiert auf deutsche Twitternutzer und zeigt die Ergebnisse sehr übersichtlich als Zeitstrahl und als Tagwolke. Unter den Ergebnissen werden zusätzlich noch die letzten Tweets angezeigt, so dass man gut herausfinden kann, wer besonders aktuell zu dem entsprechenden Thema twittert. Interessant für alle, die News für ihre Beiträge, Posts und Tweets suchen – doch wie gesagt: Twitter ist nicht für den Durchschnittsbürger Deutschlands repräsentativ.

SteadyNews bei Friendorfollow (zum Vergrößern bitte anklicken)

Wer folgt mir bei Twitter? Und wer nicht?

Bei Twitter bekommt man ja sehr häufig neue Follower. Viele Twitteraner folgen schon aus Höflichkeit sofort zurück. Doch sie bedenken nicht, dass es viele Kommerzielle bei Twitter gibt, die automatische Programme nutzen, um anderen zu folgen. Sobald diese zurückfolgen, werden sie von den automatischen Programmen wieder auf “Unfollow” gesetzt, um die Twitter-Bilanz sauber zu halten ( es sieht ja immer ganz dumm aus, wenn man selber tausenden von Leuten folgt – und nur ganz wenige zurückfolgen).

Hier gibt es ein wunderbares Tool, das einem zeigt, wer überhaupt zurückfolgt – es heißt FriendorFollow.com.
Ich schaue immer mal wieder nach, wie hier meine persönliche Bilanz ist. Und hier kann ich auch Twitteraner finden, die den SteadyNews schon lange treu folgen – die ich aber bisher übersehen habe, obwohl sie spannende Neuigkeiten twittern – oder obwohl ich sie persönlich kenne.

Social Media Prominenz beobachten mit Klout

Wirklich interessant finde ich Klout, um den Einfluss bei Twitter, Facebook und Co zu verfolgen. Sowohl der eigene Status als

Die Steadynews bei Klout (zum Vergrößern bitte anklicken)

Die Steadynews bei Klout (zum Vergrößern bitte anklicken)

auch der von anderen Web-Aktiven kann verfolgt werden. Das kann gute Aufschlüsse darüber geben, wer im sozialen Netz einflussreich ist – also auch als Multiplikator wertvoll sein kann. In den USA ist der Klout-Wert tatsächlich schon wichtig für die Karriere – wer da wenig Punkte hat, ist anscheinend schlecht vernetzt und kennt Keinen. An Klout kommt niemand vorbei, der sich als Social Media Experte bezeichnet, denn jeder kann den Klout-Wert prüfen – auch wenn man nicht aktiv bei Klout registriert ist. Einfach bei Google „klout.com“ plus dem jeweiligen Namen eingeben, dann sieht man die Beziehungsgeflechte.

Facebook Monitoring mit Nutshell Mail

Das letzte Tool, das ich persönlich noch nutze, ist Nutshell Mail. Man muss einen Account anlegen und kann dort genau auflisten, über welche Neuigkeiten man per Mail unterrichtet werden will. So erhalte ich zweimal täglich eine Aufstellung darüber, was sich bei Facebook getan hat. Eine schöne Alternative, wenn man ein Smartphone hat, ist die Flipboard. Mit der Flipboard kann man auf dem Handy oder Tablet seine Tweets und Facebook Neuigkeiten lesen wie in einem Magazin. Das macht Spaß und man verpasst nichts Wichtiges.

Fazit

Das war eine kleine Auswahl von Monitoring-Tools. Es gibt unendlich viele, und viel verschwinden nach einiger Zeit wieder, weil sie sich wirtschaftlich nicht rentieren und darum nicht weiter gepflegt werden. Für mich ist einfach wichtig, wer über wen wie redet im Netz – und welche Besucher welche Inhalte bei uns interessant finden – und wie sich unsere Popularität verbreitet.

Darum auf den Traffic achten, auf die entsprechenden Suchbegriffe und auf die Inhalte, die am meisten gelesen werden. Und bei Klout in den lustigen Wettstreit gehen, wer dort am meisten Einfluss verzeichnet. Und bei Facebook per Mail kontrollieren, ob man auch nichts Wichtiges verpasst hat. Das ist meines Erachtens erst einmal ausreichend – und in 10 Minuten täglich leicht zu schaffen. Hauptsache, man lernt aus den Ergebnissen! Das ist und bleibt eben die Frage Nummer Eins: Was ist meine Stärke und wie und wo kann ich sie am besten für meinen Erfolg einsetzen.

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