Detlef Schumann: Pflegeabsicherung wird immer wichtiger

Zwar hatte die soziale Pflegeversicherung im vergangenen Jahr einen Überschuss in Höhe von rund 987 Millionen Euro deutlich besser abgeschnitten als es die Wirtschaftskrise vermuten ließ,  das lag aber hauptsächlich an den Beitragserhöhungen von 0,25 % die zum 1.7.2008 beschlossen in 2009 erstmals für des ganze Jahr zu zahlen waren. Daher ist dieses dicke Polster für die Pflegeversicherung  nur vorübergehend.

Angesichts der in diesem Jahr vorgesehenen Anhebung der Leistungsbeträge und möglicher Rückwirkungen der Wirtschaftskrise auf der Einnahmeseite wird sich das gute Vorjahresergebnis nicht wiederholen, erklärte das
Gesundheitsministerium.

Reserven von knapp drei Monatsausgaben

Dank des hohen Überschusses verfügte die SPV Ende 2009 über einen Mittelbestand von knapp 4,8 Milliarden Euro. Damit erreichte der Mittelbestand eine Reichweite von 2,78 Monatsausgaben nach 2,33 Monatsausgaben im Jahr zuvor. Die Koalitionsregierung von CDU/CSU und FDP hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die SPV durch eine obligatorische, kapitalgedeckte Pflegezusatz-Versicherung zu stärken, um den sich abzeichnenden Herausforderungen der demografischen Entwicklung zu begegnen. Konkrete Vorschläge liegen allerdings noch nicht auf dem Tisch.

Mehr als 20 Milliarden Euro Ausgaben

Die Ausgaben der SPV stiegen den Angaben des Ministeriums zufolge um 6,2 Prozent auf gut 20,3 Milliarden Euro. Hier sind schon die ersten Auswirkungen der Leistungsverbesserungen des Pflegeweiterentwicklungsgesetz zu merken. So stieg die Zahl der Personen, welche die zusätzlichen  Betreuungsleistungen für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (insbesondere Demenzkranke) erhalten, um über 60 Prozent auf 115.000 Personen an.

Die Betreuungsleistung wurde zudem von 460 Euro je nach Betreuungsaufwand auf 1.200 oder 2.400 Euro pro Jahr angehoben. Im stationären Bereich stellten inzwischen mehr als 70 Prozent aller Pflegeheime zusätzliche Betreuungskräfte für Demenz erkrankte Heimbewohner ein, die von der Pflegeversicherung bezahlt werden. „Insgesamt hat die Reform zu einer Stabilisierung der häuslichen Pflege beigetragen“, stellte das Ministerium fest.

Kosten werden in den nächsten Jahren explodieren

Wer zwischen den Zeilen liest, merkt schnell das die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung in den nächsten Jahren explodieren werden. Die geburtenstarken Jahrgänge werden in 10-15 Jahren in Rente gehen und da
viele keine Kinder haben stellt sich die Frage wer wird mich pflegen? Ist es die geschiedene  Ehefrau? ist es der geschiedene Mann?

Ich wünsche allen Lesern eine harmonische Partnerschaft und lange Gesundheit. Wenn die Entscheidung Pflege fallen muss dann sollte Geld für eine professionelle Pflegeperson da sein, und nicht ein naher Angehöriger zur Aufgabe seines Berufes gezwungen sein, oder schlimmer noch das eigene Ersparte und das der Angehörigen fürs Pflegeheim verwendet werden müssen.

Wer früh mit einer leistungsstarken privaten Pflegeversicherung vorsorgt, kann damit zwar keine Krankheit verhindern, die finanziellen Belastungen aber senken. Gerade Selbständigen sollte die aufgebaute Firma so viel Wert sein!

Beste Grüße aus Bochum
Detlef Schumann

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