Home / Recht & Geld / Bei der Schufa sind die Hälfte der Daten falsch oder veraltet

In einer Studie, vom Verbraucherschutzministerium in Auftrag gegeben, wurde festgestellt, dass die Daten von Auskufteien häufig falsch sind: bei der Schufa sind tatsächlich fast die Hälfte der Daten veraltet, falsch oder unvollständig. Auch Creditreform-, Bürgel- und Arvato-Daten wurden in 100 Stichproben auf Richtigkeit und Vollständigkeit untersucht.

Bei der Schufa wurde vom Institut für Grundlagen und Programmforschung festgestellt, dass etwa bereits getilgte Kredite als ungetilgt geführt wurden. Einige Negativkriterien waren der Schufa gar nicht bekannt, wie Arbeitslosigkeit, Scheidungsverfahren und Unternehmensverschuldung. Auch positive Kriterien wie Immobilienbesitz oder Sachvermögen tauchten in den Daten nicht auf.

Die Schufa selbst bezog zu den Vorwürfen Stellung: sie betont, dass sie als Auskunftei ausschließlich Daten zu Kreditgeschäften und Überziehungskrediten, Kreditkarten, Mobilfunkverträgen, Leasingverträgen, Krediten oder Versandhandelkonten führe. Daten wie Familienstand, Nationalität, Vermögen und Einkommen werden dort nicht erhoben.

Bei der Auskunftei Bürgel fehlten zahlreiche Daten. Auch wurden viele falsche Angaben gespeichert, wie z.B. Wirtschaftsinformationen zu Firmenbeteiligungen oder selbständiger bzw. gewerblicher Tätigkeit. Selbst bei Amtsregister-Daten gab es fehlerhafte Daten.

Die Creditreform hatte für mehr als die Hälfte der Testpersonen überhaupt keine Daten vorliegen. Bei den gespeicherten Daten hingegen waren nur fünf Prozent fehlerhaft.

Besonders interessant war die Auskunftei Arvato Infoscore. Für 95 Prozent der Testpersonen stellte Arvato überhaupt keine Daten zur Verfügung. Die Auskunftei gibt die gespeicherten Informationen ausschließlich Firmenkunde und „besonders interessierten Verbrauchern“ weiter – die Selbstauskunft wird jedoch verweigert.

Das Verbraucherministerium will bis 2010 jedem Verbraucher ermöglichen, einmal jährlich kostenlos eine Selbstauskunft bei den Auskunfteien einzuholen. Ab da müssen die Anbieter von Bonitäts-Prüfungen ihre Messzahlen offen legen sowie die zugrundeliegenden Kriterien und deren Gewichtung.

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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