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Kredit für Gründer und Selbstständige: Diese Möglichkeiten haben Sie 2

Egal ob es um die Finanzierung der Unternehmensgründung oder um einen Kredit für private Zwecke geht: Für Unternehmensgründer und Selbstständige sind Kredite kein leichtes Thema. Dabei haben Sie oft zahlreiche Möglichkeiten der Finanzierung. Die wichtigsten im Überblick.


Bild von Nattanan Kanchanaprat auf Pixabay

Gerade in der Gründungsphase beziehungsweise zu Beginn einer selbstständigen Tätigkeit ist es oft schwer, an notwendige finanzielle Mittel zu kommen. Neben klassischen Bankkrediten, die es zum Teil auch für Gründer gibt, können Sie bei verschiedenen Anbietern auch spezielle Förderdarlehen erhalten. Sind Sie bereits seit Jahren selbstständig, wird es Ihnen leichter fallen, einen klassischen Bankkredit zu bekommen. Doch egal, ob es dabei um einen Kredit für berufliche oder für private Projekte geht – Geldleihen ist für Selbstständige immer ein Stück komplizierter als für Festangestellte. Die Finanzierung kann also auch künftig immer wieder zu einer schwierigen Frage werden. Die wichtigsten Finanzierungsmöglichkeiten für Gründer und Selbstständige im Überblick:

Bankkredit

Der klassische Bankkredit ist für Gründer oder selbstständige Unternehmer eines der wichtigsten Finanzierungsinstrumente. Dabei gilt es grundsätzlich zu unterscheiden, ob das Darlehen für geschäftliche oder für private Zwecke aufgenommen wird. Von dieser Frage hängt unter anderem ab, welche Angebote bei den Banken verfügbar sind und unter welchen Bedingungen sie vergeben werden.In beiden Fällen wird die Bank eine Bonitätsprüfung vornehmen. Ist der Kredit für eine private Anschaffung gedacht, kann die Kreditvergabe oft verhältnismäßig schnell und unbürokratisch erfolgen. Bei einzelnen Direktbanken genügt – neben den wichtigsten Angaben über Sie als Kreditnehmer – schon der aktuelle Einkommensteuerbescheid, um sich als kreditwürdig auszuweisen.

Wenn Sie einen Bankkredit für geschäftliche Zwecke aufnehmen, müssen Sie Ihren geschäftlichen Erfolg meist detaillierter belegen, etwa durch Einnahmen-Überschuss-Rechnungen oder Jahresabschlüsse sowie betriebswirtschaftliche Auswertungen. Grundsätzlich können Sie zwischen zwei Formen unterscheiden: Kredite für konkrete Anschaffungen, etwa für ein Dienstfahrzeug oder Büroeinrichtung, und Kreditlinien, mit denen Sie kurzfristige finanzielle Engpässe überwinden. Eine Kreditlinie (auch Kreditrahmen genannt) kann, vergleichbar mit einem Dispo, immer wieder kurzfristig abgerufen werden, wenn Sie gerade einen finanziellen Engpass überbrücken müssen. Sie ist also deutlich flexibler als ein Investitionskredit, kostet dafür aber höhere Zinsen.

Etwas komplizierter ist die Sache, wenn Sie sich noch in der Gründungsphase befinden. Schließlich haben Sie noch keinen Nachweis, dass Ihr Geschäftsmodell die nötigen Einnahmen erwirtschaftet, um das Darlehen zurückzuzahlen. Entsprechend spielt für Sie der Businessplan eine entscheidende Rolle. Je überzeugender und ausgereifter der Plan ist, desto besser stehen die Chancen, bei der Bank einen passenden Kredit zu bekommen. Auch zusätzliche Sicherheiten, etwa durch Eigenkapital oder eine Bürgschaft, können die Kreditvergabe erleichtern.

Förderkredite und Zuschüsse

Für Gründer und junge Unternehmen gibt es spezielle Förderkredite. Insbesondere die KfW bietet hier einige interessante Darlehen an. Dazu zählt etwa der ERP-Gründerkredit, auch als Startgeld bekannt, mit dem Sie als Gründer oder Kleinunternehmer unter anderem Betriebsmittel ohne Eigenkapital finanzieren können. Außerdem fördert die Bank Investitionen in die Digitalisierung mit verschiedenen Programmen. Förderkredite können Sie aber zum Beispiel auch von der Förderbank Ihres Bundeslandes erhalten, etwa von der LfA in Bayern oder der IBB in Berlin. Häufig ist es auch möglich, verschiedene Förderprogramme miteinander zu kombinieren.

Studierende und Hochschulabsolventen haben zudem die Möglichkeit, für ihr Vorhaben öffentliche Gelder in Form eines Gründerstipendiums zu erhalten. Voraussetzung ist meist, dass es um die Verwirklichung innovativer, technologischer oder wissensbasierter Projekte geht. Das ist zum Beispiel beim EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie der Fall. Das Stipendium dient vor allem dazu, Ihren Lebensunterhalt als Gründer zu sichern. Zum Teil kann es aber auch genutzt werden, um Sachausgaben zu finanzieren.

Crowd-Finanzierungen

Die Möglichkeit, ein junges Unternehmen oder eine selbstständige Tätigkeit über die sogenannte Crowd zu finanzieren, ist nach wie vor eher ein Sonderfall. Allerdings haben sich in den vergangenen Jahren einige Plattformen entwickelt, über die teils beachtliche Summen in einzelne Unternehmen geflossen sind. Crowd-Finanzierungen sind sehr unterschiedlich organisiert. Gemein haben sie vor allem, dass das Geld von zahlreichen kleineren Geldgebern stammt. Während die Geldgeber beim Crowdfunding meist die Entwicklung eines bestimmten Produkts unterstützen – und als Gegenleistung ein fertiggestelltes Exemplar erwarten – erwerben sie beim Crowdinvesting eine vertragliche Beteiligung an einem Unternehmen. Das Crowdlending wiederum entspricht am ehesten einem klassischen Ratenkredit. Hier leihen sich Unternehmer einen bestimmten Betrag und zahlen ihn über eine feste Laufzeit in gleichbleibenden Raten zurück. Der Zinssatz orientiert sich an der Risikoeinstufung durch das Portal.

Darauf sollten Sie immer achten

Sobald Sie wissen, welche Finanzierungen für Sie infrage kommen, sollten Sie die Bedingungen der einzelnen Anbieter prüfen. Auch wenn die Unterschiede erheblich sein können: Achten Sie nicht nur auf den Zinssatz, sondern vor allem auch auf die kleinen Vertragsdetails. Können Sie bei der Rückzahlung auch Pausen anlegen? Wie leicht lässt sich die Rate anpassen? Je nachdem, wie sich Ihre Geschäfte entwickeln, können solche Fragen in den kommenden Jahren entscheidend für Sie werden.

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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