IAB-Studie: Wie Unternehmen in Deutschland ihre Stellen besetzen

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat 15.000 Arbeitgeber befragt, wie diese ihre Stellen besetzen. Kanäle, Erfolgsraten, Bewerberkriterien, Schwierigkeiten… die Studie, die Anfang Oktober 2014 veröffentlicht wurde, gibt Aufschluss sowohl für Unternehmen als auch für Bewerber.

Insgesamt gab es 2013 4,9 Millionen Neueinstellungen, davon allerdings nur 800.000 in Ostdeutschland. Besonders Studie Stellenbesetzunggefragt sind die Branchen Gesundheits- und Sozialwesen – sowie Wirtschaftliche Dienstleistungen.

Etwa die Hälfte der eingestellten Mitarbeiter kamen direkt aus einer anderen Anstellung, gut ein Drittel wurde aus der Arbeitslosigkeit heraus eingestellt, ein Fünftel waren Einsteiger aus Ausbildung, Weiterbildung, Studium. Der verbleibende Rest war zuvor entweder selbstständig oder nicht berufstätig/ arbeitssuchend.
Neueinstellungen 2013: Hier der Link zum IAB-Kurzbericht als pdf

Welche Kanäle werden am erfolgreichsten bei der Stellenbesetzung genutzt?

Am erfolgreichsten ist der persönliche Kontakt, bzw. Empfehlungen von Mitarbeitern. Mehr als ein Viertel der Stellen werden über Empfehlungen bzw. Kontakte besetzt. Am zweitwichtigsten ist immer noch die Print-Anzeige in Zeitungen bzw. Zeitschriften. Knapp ein Fünftel der Gesuche konnten hierüber erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Arbeitsagentur konnte bei jeder achten Stelle vermitteln, jede zehnte Anstellung erfolgte durch ein Inserat in einer Online-Stellenbörse. Ebenfalls jede zehnte Anstellung erfolgte durch Initiativbewerbungen und archivierte Bewerberlisten.

Am schwierigsten ist die Suche nach Meistern oder Technikern – bei fast bei jeder zweiten Stellenausschreibung kam es zu Schwierigkeiten. Doch auch nichtakademische Ausbildungsberufe sind Mangelware – vor allem im Baugewerbe gibt es Probleme. Im Schnitt brauchten die befragten Unternehmen (viele Mittelständler) in Westdeutschland 76 Tage, um Stellen zu besetzen – in Ostdeutschland sind es 81 Tage.

Fast alle Unternehmen nutzen die eigene Website, um Stellen zu besetzen – doch dieser Kanal ist nur in etwa 17 Prozent erfolgreich. Die Zahl der Bewerber ist seit 2007 enorm zurückgegangen, im Westen um 30 Prozent, im Osten sogar um fast die Hälfte.

Mein Fazit für mittelständische Unternehmen: Zwar nutzen wohl alle wechselinteressierten Bewerber und Arbeitssuchenden das Internet für ihre Recherche, doch die Unternehmen haben selten adäquate Mittel, um hier das Interesse auf sich zu lenken. Vor Allem das Baugewerbe und die verarbeitende Industrie sollte sich darüber Gedanken machen, wie man sich Wettbewerbsvorteile als Arbeitgebermarke im Web verschafft. Eine Stellenausschreibung auf der eigenen Website ist ok – wird aber nicht gefunden und muss flankiert werden durch werbewirksame Maßnahmen.

Mein Fazit für Stellensuchende und Karriere-Interessierte: Der persönliche Kontakt ist weiterhin das Entscheidende. Nutzen Sie jede Gelegenheit, um persönliche Beziehungsgeflechte aufzubauen. Hier leistet das Internet – allem Voran Xing – wertvolle Dienste. Zeigen Sie auch dann Interesse an attraktiven Stellen und Unternehmen, wenn diese nicht aktiv suchen. Vernetzen Sie sich mit Meinungsführern und Entscheidern, gehen Sie auf Veranstaltungen, auf denen diese ebenfalls zu finden sind. Nutzen Sie Eigenmarketing im Web – Beziehungen schaden immer nur dem, der keine hat…

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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