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Bedingungsloses Grundeinkommen: Aufruf zur #Blogparade – was würde ich tun, wenn…

Zwischen Weihnachten und dem 4. Januar 2016 habe ich neun freie Tage genießen können – ein seltener Luxus für eine Selbstständige 😉 . In dieser Zeit habe ich neue Seiten an mir wieder-entdeckt: Meine politische Seele wurde wieder wach, ich begann (danke Horst B., dass Du mich aufgeweckt hast) zu diskutieren, zu recherchieren, meinem inneren Bewertungssystem Nahrung zu geben – und bekam Lust, mich zu engagieren. Das brachte mich auf die Idee zu dieser Blogparade, bei der ich mich über jeden Beitrag riesig freuen würde (auch Kommentarbeiträge von Nichtbloggern werde ich gern mit Copy and Paste als SteadyNews Beitrag veröffentlichen, falls gewünscht). Was würdest Du tun, wenn es das bedingungslose Grundeinkommen gäbe in Deutschland – ohne Wenn und Aber, einfach als „Recht auf ein Leben in existenzieller Sorglosigkeit“.

Würdest Du Dich darüber ärgern, dass Menschen dadurch auf Deine Kosten ohne Eigenarbeit ernährt

Leben wie die Lilien auf dem Felde und die Vöglein unter dem Himmel?

Leben wie die Lilien auf dem Felde und die Vöglein unter dem Himmel?

würden? Oder würdest Du weitermachen wie bisher? Ein bisschen dazuverdienen und etwas Neues beginnen? Oder vielleicht sogar in möglichst geringen finanziellen Verbindlichkeiten leben und überhaupt nicht mehr gegen Geld arbeiten?

Diese Blogparade geht bis zum 31. März 2016. Wer kein eigenes Blog hat, kann gern als Kommentar und/ oder Facebook-Beitrag seinen Standpunkt (bzw. seinen Traum) dazu beitragen, oder mir als Word-Dokument per Mail schicken. Meine Empfehlung: Schreibt immer zunächst in word den Text und kopiert ihn danach als Kommentar oder Facebook-Post – nicht dass dieser aus technischen Gründen verschwindet!

Wenn gewünscht, werde ich dann den Kommentar/ Post/ Text mit Copy und Paste als SteadyNews-Beitrag veröffentlichen – mit Echtnamen und E-Mail-Adresse des Autoren/ der Autorin. Also bitte dann Name und E-Mail-Adesse hinzufügen und mir diese Erlaubnis erteilen.

Selbstverständlich werden beleidigende, rassistische oder für mich ansonsten menschenverachtende Beiträge nicht geteilt – und als SteadyNews-Kommentar unkommentiert gelöscht – aber mit solchen Menschen haben wir ja sowieso keine Gemeinsamkeiten – die können sich woanders äußern :)

Anfang April 2016 werde ich alle SteadyNews-Beiträge zum Thema und alle Blogbeiträge von Bloggern zusammenfassend darstellen in einem abschließenden Blogbeitrag.

Und selbstverständlich werde ich alle Beiträge, die mich erreichen (Blogger bitte Blogbeiträge als Kommentar verlinken, Facebook-Posts mit derem Link einfügen) in den sozialen Netzwerken Twitter (2.400 Follower), Facebook (880 Freunde und 630 Fans) und Xing (2.100 Kontakte) verbreiten.

Wer mag, kann sich an folgenden Fragen orientieren:

Stell Dir vor, im Sommer 2016 würde das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland eingeführt. Jeder Mensch ab 25 Jahren hätte ein Recht auf 1.000 Euro netto monatlich, ohne Bedingungen, ohne Gegenforderungen. Was würdest Du tun?

  1. Welche politisch/ gesellschaftliche Einstellung hast Du bei dieser Vorstellung?
  2. Würde das bedingungslose Grundeinkommen Deine persönliche Einstellung zu Arbeit verändern?
  3. Wenn Du einen Betrag festlegen könntest für Deinen persönlichen monatlichen Bedarf, wie hoch wäre dieser, damit Du Dein Leben frei von finanziellen Zwängen leben könntest?
  4. Was würdest Du tun, wenn Du genau diesen Betrag bis zu Deinem Lebensende sicher erhalten könntest (es sei denn, es kommen Massennöte oder Krieg), wie würdest Du gern leben?
  5. Was bedeutet „Arbeit“ für Dich? Könntest Du Dir vorstellen, ganz frei von Arbeit zu leben und einfach nur noch zu genießen, was das Leben bietet?

Eva Ihnenfeldt: Was würde ich tun, wenn es das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland gäbe?

1. Welche politisch/ gesellschaftliche Einstellung hast Du bei dieser Vorstellung?

Maslowsche Beduerfnispyramide

Maslowsche Beduerfnispyramide

Ich bin sehr gespalten bei dieser Vorstellung. Auf der einen Seite lässt es mich übermütig sein bei der Vorstellung, die Menschen arbeiten nur noch freiwillig und ganz oben in der Maslowschen Bedürfnispyramide: „Ich arbeite, weil ich an mich und meine Fähigkeiten glaube. Ich lebe selbstbestimmt und in der Gewissheit, dass ich eine Aufgabe im Leben habe“. Doch ich bin misstrauisch bei der Vorstellung, dass das funktionieren könnte.

Mag sein, dass wir in unserer hochtechnologisierten Welt viel zu viele Menschen in Wohlstandsländern haben, die nach Arbeit und Konsum schreien – und dass man für jeden dankbar sein muss, der unauffällig und bedürfnislos einfach nur lebt und nicht viel Müll und Energieverbrauch produzieren will.

Mag sein, dass die allermeisten Menschen Status und Luxus wichtig genug finden, um weiterhin auch das zu tun, was ihnen schwer fällt – doch gerade bei jungen Menschen, die sich noch in kein finanzielles „Hamsterrad“ aus Verbindlichkeiten begeben haben, gibt es sicher viele, die lieber Nächte durch online spielen, mit Freunden feiern und Streamings konsumieren, anstatt jeden Morgen zu irgendeiner anstrengenden Arbeit zu gehen, bei der sie eben nicht machen können was sie wollen.

Mag sein, dass wir Menschen sehr schnell die Haltung, die so viele gegenüber Flüchtlingen zeigen, auf alle gesellschaftlich wichtigen Arbeiten übertragen würden (Ärmel aufkrempeln, anpacken, gemeinsam besser machen) – aber ich gebe zu, mein Pessimismus überwiegt da. „Hunger ist des Arbeiters bester Freund“ war und ist in meinem persönlichen Leben immer eine Losung gewesen, die mich motiviert und angetrieben hat. Ohne diesen „Hunger“ wäre ich wahrscheinlich ein reichlich langweiliges, nicht entwicklungsbereites Subjekt…

2. Würde das bedingungslose Grundeinkommen Deine persönliche Einstellung zu Arbeit verändern?

Ja, das würde es auf jeden Fall. Ich als Selbstständige lebe seit nunmehr 11 Jahren in einem ewigen Auf und Ab, ständig getrieben von existenziellen Sorgen. Es gibt Jahre, da hatte ich ein großzügiges Geschäftsführergehalt (da fuhr ich sogar in den Urlaub und kaufte mit ständig neue Handtaschen und Kleidungsstücke), und es gibt Monate, da zitterte ich, ob ich plus minus Null den Monat überstehe (tatsächlich hatte ich noch nie in diesen 11 Jahren Schulden. Schulden würden mich sehr belasten).

Gäbe es das bedingungslose Grundeinkommen, würde ich innerlich die Sicherheit empfinden, nicht abzustürzen, wenn es mal nicht gut laufen sollte. Ich würde dieses Recht auf Existenz und diesen Respekt vor dem sicheren Leben: Recht auf Wohnen, Wärme, Energieversorgung, Essen und Trinken – stets in meinem Geist beruhigend wach halten und mich entspannen bei allem, was ich tue.

3. Wenn Du einen Betrag festlegen könntest für Deinen persönlichen monatlichen Bedarf, wie hoch wäre dieser, damit Du Dein Leben frei von finanziellen Zwängen leben könntest?

Ich habe festgestellt, dass ich 1.500 Euro netto brauche, um meinen derzeitigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Da ich ausgesprochener „Stubenhocker“ bin (ich fahre nicht gern in den Urlaub, ich will dann immer nach Hause) und zu viel Besitz und Konsum als belastend empfinde, wäre mehr als das eher eine Last als ein Gewinn. Mein Luxus besteht aus meinem benzingefülltem Auto, das ich für mein freiheitliches Lebensgefühl wirklich unbedingt brauche, aus ein bis zwei mal Essen gehen monatlich, aus Budget für (vor Allem digitaler) Kommunikationsmittel, und etwa 70 Euro für Überflüssiges wie Mode, Bücher, Haushaltsgegenstände und was noch so mein bedürftiges, quengeliges Konsumherz sich ausdenkt ;).

4. Was würdest Du tun, wenn Du genau diesen Betrag bis zu Deinem Lebensende sicher erhalten könntest (es sei denn, es kommen Massennöte oder Krieg), wie würdest Du gern leben?

Wie schon oben festgestellt, habe ich in finanziell sorglosen Zeiten festgestellt, dass mein Kampfgeist erlahmt. Zu Anfang meiner Selbstständigkeit hatte ich ein gutes finanzielles Polster und konnte ganze vier Jahre lang meine monatlichen Einnahmen aufstocken, wenn es nicht ausreichte. Das war bequem, führte aber dazu, dass ich nur das machte, was ich konnte und wobei ich mich sicher fühlte. Erst als alles Ersparte weg war, traute ich mich, Aufträge anzunehmen, vor denen ich Angst hatte. Ich begann, Erwachsene zu unterrichten in PR, Online-Marketing und Social Media, einfach weil ich überleben musste! Ich begann, aktiv zu akquirieren, mich zu überwinden, weil ich Kunden zum Überleben brauchte!

Wer wäre ich heute, wenn diese Notwendigkeit mich nicht über mich selbst hätte hinauswachsen lassen? Immerhin hat mir dann Unterrichten und Lehren so viel Freude gemacht, dass ich gleich eine ganze Akademie gründete! Und auch jetzt ist „Hunger“ mein wichtigster Motivator, um nicht nur sinngetrieben zu arbeiten, sondern auch mit Blick auf den fairen Handel. Ich bin klarer Verfechter von einem ausgewogenen Geben und Nehmen im Leben, und es würde mir nicht guttun, ehrenamtlich zu arbeiten.

Immer wenn ich nicht das Feedback eines klar definierten Gegenwerts für mein Engagement erhalte, suche ich andere Gegenwerte wie „Dankbarkeit“, „Befriedigung von Eitelkeit“, „Rechthaberei“ usw. Geld ist für mich der neutralste und freiheitlichste Ausdruck von Wertschätzung, alle anderen Möglichkeiten sind für meinen Charakter schädlich.

Fazit: Nein, ich persönlich würde gern genau so weitermachen wie bisher: Aufträgen hinterherjagen, meinen Wert in Mark und Pfennig bemessen lassen, kreative Geschäftsideen und Prozesse entwickeln und beharrlich verfolgen; bei Widerständen und Barrieren klug und strategisch reagieren, mit Geschäftsfreunden zusammenarbeiten und sich gegenseitig stützen und befördern. Ich lebe das Leben, das ich leben will.

5. Was bedeutet „Arbeit“ für Dich? Könntest Du Dir vorstellen, ganz frei von Arbeit zu leben und einfach nur noch zu genießen, was das Leben bietet?

Vielleicht kommt eines Tages der Tag, an dem ich wirklich nur noch das Leben genießen will, frei von Uhr, Terminen, Aufgaben und Stress. Vielleicht wache ich eines Morgens auf und sage mir „Genug“.

Vom 24. Dezember 2015 bis 3. Januar 2016 konnte ich ein bisschen einen Vorgeschmack von diesem „Genug“ erfahren, und es hat mir viel Spaß gemacht und mich sehr entspannt. Ich habe viel Streaming-Serien konsumiert, bin lange spazieren gegangen mit dem Hund, habe sogar neue Menschen dabei kennen gelernt und über Spiritualität und Lebenssinn mit ihnen philosophiert. Das war wunderschön.

Ich habe mich bei Facebook mit Freunden schriftlich ausgetauscht, war sicherlich jeden Tag ein bis zwei Stunden bei Facebook, einfach aus Spaß und Interesse für meine Mitmenschen. Ich habe es sogar gewagt, politisch Stellung zu beziehen und auch das hat riesigen Spaß gemacht. Ich hatte plötzlich Sehnsucht danach, mich wie früher politisch zu engagieren und mich an so großen Vorbilder wie Ai Weiwei zu orientieren. Ich war überrascht und gerührt, wie viele meiner Facebook-Freunde nachdenklich, mitfühlend und weise sind – was für ein Geschenk!

Falls also je der Tag kommen sollte, an dem ich morgens aufwache und eine innere Stimme sagt „Genug!“, möchte ich gern auf das bedingungslose Grundeinkommen zurückgreifen können. Mag es mit 60, mit 75 oder mit 90 sein.

Dann möchte ich ein Zimmer oder eine kleine Wohnung haben in einer Gemeinschaft von Ähnlich Gesinnten, die alles darauf ausrichten, dass dieser Planet weiter daran arbeitet, dass es allen fühlenden Wesen gut gehen möge – sogar Erdogan (seufz) – die fröhlich und gelassen Pläne schmieden und sich engagieren. Dann möchte ich Stück für Stück meine Bedürfnisse zurückschrauben und eine weise, liebe Greisin werden, die den Kindern und Erwachsenen gern zur Verfügung steht als Zuhörerin – und wer will, auch als Erzählerin. Dann möchte ich mit dem Rollator langsam und bedächtig in den Supermarkt rollen, um mir das Notwendigste zu meinem Glück zu kaufen. Viel wird es nicht sein, und das macht mich froh. Man braucht ja so wenig, um glücklich zu sein!

Bildquelle: pixabay_IvaCastro

Eva_Ihnenfeldt_KMUdigital_kleinEva Ihnenfeldt
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Mobil: 0176-80528749
E-Mail: e.ihnenfeldt@steadynews.de
Website:
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Xing: Eva Ihnenfeldt
Twitter: @steadynews
Blog: Steadynews

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29 Comments

  1. Johannes sagt:

    Hi Eva, Ein spannendes Thema und hier ist mein Beitrag:
    http://www.einaugeistgenug.de/was-wuerde-ich-tun-wenn/

  2. Die bisherigen Erfahrungen scheinen ja ganz positiv zu sein. Eigentlich ist es ja auch nicht menschenwürdig, wie man sich demütigen lassen muss, um Sozialleistungen zu beziehen, wenn es nötig ist. Selbstbestimmung gibt’s nicht mehr, und oft nicht mal mehr einen angemessenen Tonfall im Umgang mit bedürftigen Antragstellern. Wenn ich mir vorstelle, was für ein administrativer Aufwand entfallen würde ohne Hartz IV und Co., wieviel weniger Angst ich hätte haben müssen, sozial abzustürzen, wenn es mit der Selbstständigkeit mal nicht so läuft. Und wieviele Leute gründen würden, wenn sie das nicht zu befürchten hätten. Doch, ich denke, es macht Sinn

  3. Danke schön lieber Johannes, ich finde es total mutig und inspirierend, was Du schreibst. Ja, Vertrauen haben ist wohl der Schlüssel für eine bessere Welt…

  4. Danke schön liebe Claudia, ja, ich finde auch, dass an Hartz IV besonders schlimm ist, wie gedemütigt sich die Menschen dort fühlen – selbst wenn sie als Vollzeitarbeiter ergänzend Hartz IV beziehen, weil sie mit dem Mindestlohn als einfacher Arbeiter nicht ihre Familie ernähren können. Ich kenne einen Fall, wo der Sacharbeiter gefordert hat, die Frau solle auch arbeiten gehen: Bei vier Kindern, und die beiden Jüngsten als Zwillinge waren gerade mal ein Jahr alt!

  5. Liebe Claudia, Du hast mich total berührt mit Deinem Beitrag. Ich finde es beeindruckend, dass Du Menschen, die ALG II beantragen mussten, bei diesem schweren Gang begleitet hast (wahrscheinlich Gründer, die zum Unternehmensstart auf Einstiegsgeld angewiesen waren?) und so eindeutig dazu Stellung bezeihst. Ich bin ganz Deiner Überzeugung. Außerdem gibst Du sehr persönlich Einblick in Dein Verhältnis zu Arbeit und Geld – danke dafür!

  6. Sorry, dass Anonymous war ein Versehen, hab vergessen, meinen Namen einzutragen.
    Als altgediente Sozialarbeiterin war es mein Job, Menschen zum Amt zu begleiten. Damals wars noch zumeist das Sozialamt. Nein, es waren nicht nur Gründer, es waren zumeist Freunde, Nachbarn, Angehörige. Jobcenter ist oft noch schlimmer als früher das Sozialamt, was die Qualität des Umgangs mit der Kundschaft betrifft. Das hätte ich mir seinerzeit kaum vorstellen können, dass es noch schlimmer geht.

  7. Also, ich würde mit BGE mehr das tun auf das ich spontan gerade Lust habe, eine Vollzeitstelle im langweiligen Bürro wäre dann mit mir nicht mehr zu machen. Arbeiten ? ja, vielleicht wenns dafür besonderst viel Geld gibt oder der job ansonsten sehr interessant ist, dann schon, ansonsten doch eher weniger.
    Damit würde dann für mich auch die Orts Gebundenheit weg fallen, warum dann nicht den Winter in einem anderen Land verbringen wo es wärmer ist usw.

    BGE wirds deshalb auch nur dann geben können wenn die Wirtschaft bereits weitgehend automatisiert wurde, also die menschliche Arbeitskraft immer weniger benötigt wird. Erst dann wäre es gesellschaftlich tragbar wenn ein größerer Teil der Menschen einen solchen Lebensstil führt und für den Prozess der gesellschaftlichen Produktion nicht mehr zur Verfügung steht.

  8. Ein wichtiger Aspekt! Gestern abend an der Kasse im Supermarkt dachte ich noch „Na, ob dieses junge Mädchen freiwillig arbeiten würde, wenn es das BGE gäbe?“ Und dann dachte ich: „Wozu brauchen wir eigentlich noch menschliche Kassierer! Ginge das nicht alles schon automatisch, wenn wir dsa BGE hätten? danke für den Kommentar!

  9. Anonymous sagt:

    Die Produktion ist in Deutschland weitgehend automatisiert. Riesige Produktionshallen, gefüllt mit Maschinen, dazwischen ein oder zwei einsame Menschen, die die Prozesse und Maschinen überwachen und gegebenenfalls technisch betreuen, nun das ist schon lange Realität. Und das Mädel, das freiwillig nicht arbeitet, wird Wege finden, dies so wenig wie möglich zu tun. Vielleicht sind wir dann auch ein bisschen mehr gefordert, Arbeit menschengerecht zu gestalten, statt den Menschen arbeitsgerecht zu formen. Mit den allseitig bekannten Folgen.

  10. Genau! Also ich gehe gern zu einer „Selbstkassieren-Kasse“, wenn ich dadurch dem jungen Mädchen ein Stück Freiheit schenklen kann. Befürchte aber, ohne Kollegen, Aufgabe, Stolz auf sich selbst sein und Stress und Raufs und Runters wird unser Mädel eher depressiv als glücklich… Ich bin wirklich gespalten, ob wir freiwillig arbeiten, wenn wir nicht mehr müssen

  11. Anonymous sagt:

    Wahrscheinlich müssen wir an dieser Stelle anschauen, was wir unter Arbeit verstehen. Vielleicht arbeiten wir nicht mehr so, wie wir es heute kennen: unsere Arbeitskraft zu vertraglich vereinbarten Zeiten und Entlohnungen zur Verfügung stellen und die vertraglich vereinbarten Arbeitsbereiche ableisten. Weil wir nur so die Mittel für unseren Lebensunterhalt und/ oder eine Karriere haben können.
    Wir werden uns irgendwie beschäftigen müssen. Ich bin sicher nicht die Einzige, die einen Grund haben will, morgens aufzustehen. Die eine sinnvolle Aufgabe braucht.
    Aber vielleicht können wir das dann selbstbestimmter tun, mehr unserem eigenen Rhythmus folgen.
    Bei mir gibt es oft längere Zeiten, in denen scheinbar Stillstand herrscht, mehr oder wenige Routine abgearbeitet wird. Und dann wieder Zeiten, in denen ich meine ganze Energie und Leidenschaft in eine Aufgabe, ein Projekt, ein „Abenteuer“ stecke, arbeite und arbeite, ohne müde zu werden.
    Ich würde depressiv ohne eine sinnvolle Aufgabe im Leben zu haben. Aber ich würde gerne öfter meinem eigenen Rhythmus und meinen eigenen Impulsen folgen können, nicht aus Existenzgründen in ein Korsett aus Zeit- und Arbeitsvorgaben gezwängt sein.

  12. Mario Weber sagt:

    Sehr spannendes Thema. Ich finde es immer interessant die verschiedenen Beiträge der Autoren zu lesen, da zum Teil vollkommen verschiedene Ausarbeitungen dabei herauskommen.

    Viele Grüße

    Mario

  13. Anonymous sagt:

    Jede Möglichkeit zur Verbreitung der Idee des BGE ist für mich möglich. So bedanke ich mich zunächst zur Idee dieses blogs. Und wie Du es bereits beschreibst, in einer gewissen „Frei-“ oder „Urlaubs“-Zeit werden Gedankensprünge frei und – oftmals – die Ergebnisse in die Tat umgesetzt. Dies ist eine der Ideen im BGE.
    Das Bedigungslose Grundeinkommen wird – nachdem die Gesamtbevölkerung es durch einen Bundesvolksentscheid eingeführt haben will – ab der Geburt gezahlt. Das Ende der Zahlung ist klar – der Tod eines Menschen.
    Voraussetzung und Umsetzung des BGE ist die direkte Demokratie, in der Volksentscheide das Leben mit gestaltet. Dazu gehören immense Vorinformationen,Vertrauen in mein Tun.
    Zur direkten Demokratie gehört unbedingt der bundesweite Volksentscheid. Dies werden wir in Deutschland erreichen, wenn die letzten fünf Bundesländer diesem zustimmen.
    Wir werden mit dem BGE Freiheit, Vertrauen zu- und untereinander, eine neue Wirtschaftsform, bewußtere Bildungsvermittlung, Gesundheit, Freude, erreichen sowie eine hohe Anerkennung in der Weltgemeinschaft. Wobei ich davon ausgehe, daß das BGE weltweit, jedes Land einzeln für sich, Lebensgrundlage werden wird.
    Ich gebe hier ein Beispiel:
    Mit dem BGE habe ich die Freiheit, falls ich angestellt bleiben will, mit dem Arbeigeber das Einkommen neu zu verhandeln. Ich will, vllt., weniger Stunden arbeiten, von zuhause aus arbeiten, mehr Fortbildung bezahlt bekommen, etc, etc. Wir werden uns zutrauen Selbstbewußtsein, Verantwortung neu anzuschauen.
    Mit dem BGE werden Lehrkräfte neue Lehrpläne erstellen, Schüler sehr viel mehr mitgestalten.
    Die Liste ließe sich beliebig verlängern.

  14. Alex L sagt:

    Hallo Eva,
    über Google auf der Suche nach neuen Aktionen, bin ich zu diesem Artikel gelangt und kann es mir heute vorstellen, deine Blogparade auf meinem jungen Blogparaden-Blog Blogparade.guru aufzunehmen und denke, das wäre in deinem Sinne 😉

    Ich gebe neue Blogparaden bekannt und so ein Thema darf auch nicht fehlen. Also dann sende ich dir heute einen Pingback rüber.

  15. Hi lieber Alex, da danke ich Dir sehr! Ich muss auch mal wieder eine zweite Aktivierungs-Kampagne starten – bei der Veröffentlichung sind ja schon richtig tolle Artikel zusammengekommen. Würde mich freuen, wenn Du jetzt auch etwas anschiebst – so ein wichtiges Thema! Viel Erfolg und vielleicht bisa bald! Liebe Grüße Eva

  16. Anonymous sagt:

    Hier ist mein kleiner Beitrag zur Blogparade – vielen Dank für’s Veranstalten!
    https://sonstigesblog.wordpress.com/2016/02/22/wohin-mit-dem-bge/

  17. Hi liebe Christel – habe mich total über Deinen Beitrag gefreut (und ihn auch gleich über Facebook, Twitter und Xing verteilt). Meine Hochachtung für Deine nachdenkliche, ausgewogene Sichtweise, danke schön!!!

  18. Anonymous sagt:

    Liebe Eva,
    ich habe Dich eben für einen Blogging-Award nominiert.
    Hier findest Du die Nominierung:
    https://jobcenteraktivistin.wordpress.com/2016/02/26/preis-gewonnen-liebster-award-discover-new-blogs/
    Viele herzliche Grüße
    Christel T.

  19. Hi liebe Christel, das ist aber lieb – danke schön! Gerne nehme ich den Award an, würde nur gern wissen, bis wann ich den Post mit den 11 Fragen schreiben soll. Und welchen Post von mir meinst Du? Der Link in Deinem Beitrag scheint nicht zu funktionieren. Aber ich denke, ich ahne es: Den hier, nicht wahr? http://steadynews.de/allgemein2/vorprogrom-stimmung-in-deutschland-es-wird-zeit-fuer-eine-markting-strategie-in-kaltland Ja, wir haben viel zu tun. Und ich bin sicher, dass wir es schaffen, die Nazis zurückzudrängen. Wenigsten zeigen sie jetzt mal ihr hässliches Gesicht offen. Das ist doch schon mal ein Fortschritt.

  20. Anonymous sagt:

    Liebe Eva, freut mich sehr, daß Du den Award annehmen willst!
    Es gibt gar kein Zeitlimit, und ich finde es auch besser, sich Zeit zu nehmen und dafür auch wirklich was Nettes draus zu machen.
    Den Link reparier ich gleich, danke für den Hinweis!

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