Die Leitinitiative zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen der Europäischen Kommission, vorgestellt im Oktober 2025, soll die medizinische Versorgung in Europa spürbar verändern. Ziel ist es, Diagnostik, Prävention und Behandlungsentwicklung mithilfe vertrauenswürdiger, sicherer KI-Systeme zu verbessern – und zwar im gesamten europäischen Gesundheitsraum.
Was die Leitinitiative bewirken soll

Die EU will erreichen, dass KI nicht nur in Hightech-Kliniken oder großen Forschungszentren eingesetzt wird, sondern allen Menschen zugutekommt. Dazu gehört, ärztliche Entscheidungen mit KI-Unterstützung zu präzisieren und die Zeit zwischen Diagnose und Therapie zu verkürzen. KI-Systeme sollen künftig Muster in medizinischen Bildern, Laborwerten oder genetischen Daten erkennen, die für das menschliche Auge kaum sichtbar sind. Dadurch können Krankheiten früher entdeckt und Therapien individuell angepasst werden.
Ein weiteres großes Ziel ist die Stärkung der Prävention. KI-gestützte Modelle können Risiken für Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen frühzeitig ermitteln, indem sie Lebensstilfaktoren, Blutwerte oder Bewegungsprofile aus Gesundheits-Apps analysieren. So könnten Ärztinnen und Ärzte präventiv eingreifen, bevor eine Erkrankung entsteht.
Sicherer Umgang mit Gesundheitsdaten
Ein zentraler Baustein der Initiative ist der europäische Gesundheitsdatenraum (European Health Data Space, EHDS), über den patientenbezogene Gesundheitsdaten sicher geteilt werden können. Durch Verschlüsselung und strenge Datenschutzvorgaben soll dabei gewährleistet sein, dass persönliche Daten nicht missbraucht werden. Die Kommission verweist ausdrücklich darauf, dass Patientinnen und Patienten weiterhin entscheiden, welche Daten geteilt werden dürfen.
Förderung von Innovation und Sicherheit
Etwa eine Milliarde Euro investiert die EU derzeit in Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um den vertrauenswürdigen KI-Einsatz im Gesundheitswesen zu beschleunigen. Damit soll sichergestellt werden, dass KI-Systeme nicht nur leistungsfähig, sondern auch sicher sind. Besonders im Fokus stehen sogenannte Hochrisiko-KI-Systeme – etwa Diagnosesoftware, die über Behandlungsentscheidungen mitentscheidet. Diese Anwendungen müssen nach dem EU-KI-Gesetz strenge Sicherheits- und Transparenzauflagen erfüllen.
Bedeutung für Versicherte
Für Versicherte bedeutet die Initiative langfristig eine bessere, personalisierte Versorgung. Diagnosen können schneller und genauer gestellt, Therapien gezielter ausgewählt und Risiken früher erkannt werden. Gleichzeitig reduziert der stärkere Einsatz von KI die Belastung für das medizinische Personal und kann Wartezeiten verkürzen.
Quelle Europäische Kommission: Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen



