„Big Five“ Persönlichkeitsanalyse: HAT die Pandemie unsere Persönlichkeit verändert?

Das „Big-Five-Modell“ wird in der Persönlichkeitspsychologie genutzt, um grundlegende Charaktereigenschaften des Menschen durch ein Testverfahren zu messen. Seit 1930 hat sich dieses Modell in der Psychologie etabliert und immer weiter entwickelt. Seit ca zwanzig Jahren gilt es als Standardmodell in der Forschung (Selbsttest im Artikel verlinkt). Das Modell geht davon aus, dass die fünf Merkmale Extraversion, Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und Neurotizismus bei jedem Menschen relativ stabil sind und sich kaum verändern. Doch in der Pandemie haben sich womöglich erstaunliche Veränderungen ergeben. Dafür spricht die Langzeitstudie „Understanding America Study“.

Bild von Gerhard auf Pixabay 

Psychologinnen und Psychologen teilen die Persönlichkeitsmerkmale von Menschen häufig mit dem bewährten Standardmodell „Big Five“ ein, dabei bleiben die Charakterzüge unabhängig von Erfahrungen, Stimmungen und Lebenskrisen sehr stabil. Zwar belegen ältere Studien, dass wir Menschen uns alle zehn Jahre „ein kleines bisschen“ verändern, doch Katastrophen wie Erdbeben oder andere Naturereignisse spielen dabei normalerweise keine nennenswerte Rolle. Eher ist das Alter dafür verantwortlich, dass Charakterzüge sich leicht anpassen bzw. wandeln.

In der Pandemie haben einer Langzeitstudie nach, für die mehr als 9.000 US-Amerikaner/Innen aller Altersschichten regelmäßig befragt werden, sich die fünf Grundpersönlichkeitsmerkmale erstaunlich verändert. Zu Beginn der weltweiten CoV-Pandemie etwa sank die Intensität der Charaktereigenschaft „Neurotizismus“ zunächst, obwohl Depressionen und Ängste zunahmen. Später normalisierte sich der Wert wieder.

Dafür sank der Wert der „Extraversion“. Die Befragten fühlten sich introvertierter. Gewissenhaftigkeit nahm ab, Verträglichkeit und Offenheit sanken ebenfalls. Man wurde weniger offen für Neues und gleichzeitig misstrauischer.

Die Abweichungen waren nicht dramatisch, sodass das „Big-Five-Modell“ mit der Kernaussage, dass grundlegende Charakterzüge relativ stabil sind, sogar bestätigt wurde, doch immerhin waren die Veränderungen so stark, wie sie sonst nur alle zehn Jahre nachweisbar sind.

Vor allem bei jungen Menschen waren die Persönlichkeitsveränderungen messbar. Junge Erwachsene sind durch die Veränderungen der Lebensbedingungen stressanfälliger, launischer, misstrauischer und weniger gewissenhaft als vor der Pandemie. Ihre Altersgruppe ist normalerweise verträglicher und stabiler.

Was noch nicht gesagt werden kann, ist, ob die Persönlichkeitsveränderungen kurzfristig sind oder bleibend. Kann es zum Beispiel sein, dass die gesunkene Gewissenhaftigkeit bleibt? Was hätte das für Auswirkungen auf Leistungsbereitschaft und Gesundheit?

Selbstverständlich lässt sich die US-Studie nicht unbedingt auf Deutschland übertragen. Doch es ist auf jeden Fall interessant zu beobachten, dass die weltweite Pandemie stärkere Veränderungen bei den Charakterzügen eines Menschen (vor allem eines jungen Erwachsenen) hervorgerufen hat als andere Katastrophen.

Quelle ORF vom 2. Oktober 2022: US-Studie – Pandemie verändert Persönlichkeit

The Big Five: Teste Dich selbst

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Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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