„Ich-Bedrohung“ – wenn soziale Arbeit als illegitim und unfair erlebt wird

Warum gibt es gerade in sozialen Berufen so viele Probleme zwischen Kolleg/Innen bzw. zwischen Chef/Innen und Mitarbeiter/Innen? Warum gibt es erstaunlich viele Frauen, die durch schmerzhafte Erfahrungen nur noch mit Männern zusammenarbeiten wollen? Tatsächlich ist der Druck auf Mitarbeiter/Innen besonders hoch, wenn es bei den Arbeitsaufgaben darum geht, sich um Menschen „zu kümmern“.

Illegitime Arbeitsaufgaben

Ob bei Kindern, Jugendlichen, hilfsbedürftigen Erwachsenen oder Senioren, die gefährliche „Ich-Bedrohung“ lauert überall dort, wo die Arbeit als demütigend, unfair, ausbeuterisch erlebt wird – und wo Erfolge und Leistungen schwer zu bemessen sind. Wird unser „Ich“ bedroht, besteht die Gefahr, dass wir ausbrennen und an Depressionen erkranken, da unser Selbstwert in den Keller sinkt. Stehen wir mit unseren Kolleg/innen im Wettbewerb um das Attribut „Wer ist die Selbstloseste im ganzen Betrieb“, bleiben Konflikte und Anfeindungen nicht aus.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

Ich selbst habe in meiner anthroposophisch geprägten Ausbildung zur Erzieherin erfahren, wie schwierig es ist, ein guter Mensch sein zu müssen. Die Anforderungen in sozialen Berufen sind gigantisch, hier ein paar Beispiele:

  • Habe alle Deine Klient/Innen gleich gern. Bevorteile niemanden und benachteilige niemanden
  • Sei weise und empathisch und erspüre zuverlässig die Bedürfnisse der Dir Anvertrauten
  • Gib nicht zu viel und gib nicht zu wenig. Gibst Du zu viel, schadest Du Deinen Klient/Innen, indem Du sie „emotional von Dir abhängig machst“, gibst Du zu wenig, bist Du böse. Du arbeitest anscheinend nur für das Geld
  • Wenn Du mit seelisch Kranken arbeitest, sei seelisch stark, gesund und positiv
  • Beweise ständig, dass Du professionell bist und nicht einfach „aus dem Bauch heraus“ handelst

Steigende Anforderungen im sozialen Bereich

Hinzu kommen die ständig steigenden Dokumentationspflichten und Anforderungen in sozialen Berufen. Ob in der Pflege, in der Arbeit mit Kindern, in der psychosozialen Arbeit, in allen weiteren Gesundheits- und Sozialberufen, die Ansprüche an die Mitarbeiter/Innen und Projekte steigen.

Ich-Bedrohung

Falls Sie diese schrecklichen Auswirkungen von illegitimen Arbeitsaufgaben, Demütigungen, Unfairness, Mobbing, Überforderung und gefühlter Wertlosigkeit im Beruf kennen, handeln Sie schnell. Es geht sehr schnell, dass der Selbstwert sinkt – doch es dauert lange, bis man sich nach einer andauernden Ich-Bedrohung wieder aus ganzem Herzen selbst lieben kann. Natürlich gibt es dieses Phänomen nicht nur in sozialen Berufen – doch da ist die seelische Belastung nun einmal besonders hoch. Suchen Sie sich Hilfe und erkundigen Sie sich nach Förderprogrammen, die eventuell sogar ein kostenloses Coaching ermöglichen, um sich neu zu orientieren.

Love it – Change it – Leave it. Einen Ausweg gibt es immer, und sei es erst einmal ein völliger Cut.

Leseprobe bei GRIN: Stress durch mangelnde Wertschätzung bei der Arbeit

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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