Social Media Marketing: Zahlen, Fakten -und ein Video zum ROI (Return on Investment)

Eva Ihnenfeldt: Eins ist klar, Twitter, Facebook, Xing, Blog und Newsletter sind höchst preiswerte Vertriebskanäle im Vergleich zu TV-Werbung, Radio, Zeitungsinseraten, Events etc. Noch etwas ist klar: im Social Media sind alle gleich – ob Konzern oder Selbstständiger – hier kommt es auf die Überzeugungskraft der Persönlichkeit an, ob der Mensch, der das Unternehmen im Social Media vertritt, glaubwürdig und sympathisch ist. Doch die Messbarkeit macht den meisten Unternehmen Probleme: wie lässt sich bemessen, was ein Facebook-Fan kostet, was zwei Tweets am Tag an Sells bringen, was 50 Leser eines Blogs wert sind?

Was ist der ROI (also die Rendite) Ihres Telefons? Überlegen Sie, ob Sie es abschaffen, weil Sie die kostbare Zeit,die Sie mit Telefonaten verbringen, effektiver einsetzen könnten? Was ist der ROI Ihres Autos? Die vielen Stunden, die Sie mit Fahrzeiten vergeuden – wären die nicht besser eingesetzt, wenn Sie ganz auf ein Auto verzichten würden? Ganz zu schweigen von der E-Mail-Flut -vielleicht sollte man am besten den E-Mail-Account abschaffen?

Social Media macht Angst, weil es neu ist. In Zeiten, in denen es schon ein Abenteuer ist, am Automaten eine Fahrkarte zu ziehen, versucht sich „Mensch“ davor zu schützen, noch mehr Technik in sein Leben zu lassen. Psychologisch verständlich, aber geschäftlich eine tragische Fehlentscheidung, denn mit Nichts lässt sich so effektiv werben wie mit Blog, Facebook, Twitter, Xing -und Newsletter.

Berater wie ich sehen es als ihre erste Aufgabe an, die Angst vor den neuen Medien zu nehmen. Es ist nicht schwierig, selbst einen Blog zu schreiben, Twittern ist noch leichter – und Facebook und Xing auch. Newsletter sind etwas anspruchsvoller, doch dabei geht es mehr um Sorgfalt als um technisches Knowhow. Man muss sich eben kümmern…

Die zweite Aufgabe im Social Media Coaching ist die Erarbeitung einer Strategie -eines „roten Fadens“. Ob Konzern oder Einzelunternehmen, jedes Unternehmen hat seinen USP (Alleinstellungsmerkmal) und eine Botschaft -und diese Botschaft gilt es zu ermitteln und authentisch zu leben. Wenn dann noch ein vertretbares Zeitmanagement gemeinsam gefunden wird, schwindet die Scheu vor dem Unbekannten – Social Media beginnt, sich in Herausforderung und Freude zu wandeln.

Die dritte (und merkwürdigerweise schwierigste) Aufgabe des Social Media Coaches ist es, Empathie in die Botschaft zum Kunden zu bringen.Was wünscht sich mein potentieller Kunde von mir? Wie kann ich ihn so begreifen, dass er sich persönlich angesprochen fühlt -und begeistert von meinem Produkt/ meiner Dienstleistung ist? Wie kann ich in eine interaktive Kommunikation kommen? Die Alternative ist, in einen Preiswettbewerb einzusteigen – keine attraktive Aussicht – Sympathie und Vertrauen sind definitiv bessere Geschäftsgrundlagen als „billig“. Social Media ist DAS Werbeinstrument der Zukunft – die Interaktion über Internet ersetzt nach und nach die meisten anderen Vertriebskanäle(aus TV wird langsam zum Web-TV!).Wer jetzt nicht beginnt, wird schwer später noch wahrgenommen werden – die Flut rollt an.

Zu den Zahlen und Fakten

1. Traffic: Jedes Unternehmen will gern bei Google auf Platz 1 – doch wie soll das möglich sein? Es gibt nur den einen Weg: interessante News und Inhalte viral verbreiten. In den USA gibt es einen Blog (Social Media Examiner), der innerhalb von fünf Monaten auf Tausende von Besuchern täglich gekommen ist -natürlich einzig und allein über Social Media. Heute reicht es nicht mehr aus, nur einen Firmenblog zu schreiben: die Vernetzung mit Twitter und Facebook garantiert, dass es weitergetragen wird – wenn denn die Empathie stimmt…. (Auch die SteadyNews mit etwa 800 Unique Visitor täglich leben von dieser Ganzheitlichkeit)

2. Image: Welchen Nutzen haben wir von einem schönen, treffenden Corporate Design – von einem kundenorientiertem Service, von Autobeschriftung und großzügigen Öffnungszeiten? Über Social Media vermittle ich meine Kundenorientierung, ich schaffe mir Respekt bei der „Elite der Internet-Nation“, bei den Bloggern und Bürger-Journalisten, die es immer mit Anerkennung lohnen, wenn ein Unternehmen tatsächlich die Werte des Web 2.0 lebt: Authentizität, Transparenz,Fairness, Großzügigkeit. OTTO (mit der Schuhmarke Mirapodo) sponsert BarCamps, auf denen sich Social Media Experten austauschen, Vodafone arbeitet eng mit der Blogger-Szene zusammen – aber alles ohne Betrug, ohne „schmieriges Guerilla-Marketing“. Hier noch ein Beispiel vom Blogger Tomrau: Vistaprint

3. TKP und Social Media: Manager sind Controllern gegenüber rechenschaftspflichtig,und es ist natürlich viel leichter, den „Tausender-Kontakt-Preis“ anzugeben als die vergleichsweise mageren Statistiken, wie viele Follower man bei Twitter hat -oder wie viele täglich im Blog lesen. Doch diese beiden Größen stehen sich nicht gleichwertig gegenüber! Nur 15% der TV-Werbung werden wahrgenommen – ein YouTube – Video hingegen wird zu 100 Prozent bewusst geguckt. Man hat sich dafür entschieden, den Beitrag im Blog zu lesen, oder dem Link bei Twitter zu folgen! Qualitativ steht jede Aktion im Web 2.0 hundertfach über das passive Berieseltwerden bei Fernsehwerbung oder gar Zeitungswerbung, die man einfach überblättert.

4. Das „Lernende System Unternehmen“: Unternehmen geben Unmengen von Geld für Marktstudien aus -für kleine Unternehmen natürlich undenkbar. Doch Social Media ist Marktstudie in Echtzeit! Wer hat was gelesen, wer ist von wo gekommen und wohin gegangen – DAS sind die interessantesten Ergebnisse beim Statistik-Tool Google Analytics. Twitter hat hunderte von Statistik-Tools, die dem Unternehmen zeigen, bei wem sie am besten ankommen -und womit. Facebook bietet ebenfalls kostenlose Statistiken für die Fanpage – und außerdem kann man gerade Facebook einsetzen, um“Fans“ zu Produktentwicklern zu machen! „Welcher Schuh gefällt Euch am besten?“ „Was für ein Seminar hättet Ihr gern?“, „Was sind die größten Fragen in Eurem StartUp?“ – ob Dienstleister oder Händler, ob B2B oder B2C – Social Media ersetzt teure Markt-Analysen und erhält das Unternehmen lebendig – und ein stagnierendes Unternehmen ist ein sterbendes Unternehmen.

5. Sells – Verkäufe: Wie kann man messen, was die Aktivitäten gebracht haben?Die Bochumer GLS-Bank ist im Jahr 2010 Bank des Jahres aus zwei Gründen: wegen der ökologisch und sozial fairen Produkte -und wegen der herausragenden Social Media Aktivitäten! Ich konnte in einem Gespräch mit Johannes Korten, der als Führungskraft Facebook und Twitter für die GLS pflegt, nach den Ergebnissen fragen. Sicher ist es nicht direkt so, dass ein Facebook-Fan einen Eintrag liest -und anschließend auf die GLS klickt, um ein Konto zu eröffnen! Doch über die Monate hinweg ist zu beobachten, wie die Kunden der GLS in die Höhe geschnellt sind -das ist Social Media! Ohne Kommunikation hätte kaum jemand erfahren, dass die Produkte so vertrauenswürdig sind (und vielleicht  bewirkt diese Erwähnung gerade nun den nächsten Sell -wer weiß…)

Folgendes Video stammt zwar aus den USA und ist auf englisch, aber sehr gut verständlich, da es nur auf die Bilder setzt. Es beschäftigt sich ausschließlich mit dem ROI -und sollte eigentlich überzeugen…

Eva Ihnenfeldt
Social Media Agentur SteadyNews

www.newsletter-redaktion.de
Rheinlanddamm 201
44139 Dortmund
Tel.: 0231/ 77 64 150
E-Mail: [email protected]

Xing-Profil Eva Ihnenfeldt (die sich immer über neue Kontakte freut)

4 thoughts on “Social Media Marketing: Zahlen, Fakten -und ein Video zum ROI (Return on Investment)

  • Reply Lambert Schuster 15. Oktober 2010 at 09:38

    Bin in Melle, gleich halte ich auf unserem Kooperationstreff (Treffen der Unternehmensberater um Johannes Müller Wirtschaftsberatung) einen Vortrag über Social Media. Mal sehen, wie die Kollegen das annehmen. Habe Ihren Artikel ausgedruckt und Gestern und Heute gleich mehrmals gelesen. Ich danke für diese ausgezeichnete Information
    Gruß
    Lambert Schuster

    • Reply Eva Ihnenfeldt 15. Oktober 2010 at 10:23

      Ich wünsche viel Erfolg – das wird garantiert ein sehr guter vertriebsorientierter Vortrag – schade, dass ich nicht dabei bin 🙁 – und schön, dass ich vielleicht ein bisschen inspirierend sein durfte…

  • Reply Marek Hoffmann 24. Oktober 2010 at 16:46

    Hallo,

    ich stimme Ihnen in den meisten Punkten zu. Vodafone als gutes Beispiel für Social Media zu nehmen, sehe ich aber mehr als kritisch. Sich zunächst für Internetsperren auszusprechen und dann den Versuch zu unternehmen, sich mit der „Generation Upload“ zu verbrüdern, war mehr von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Und wie dann mit der Misere umgegangen wurde, war alles andere als Social Media-like.

    Grüße

    Marek Hoffmann

  • Reply Eva Ihnenfeldt 24. Oktober 2010 at 17:00

    Ja, für internationale Konzerne ist und bleibt das Ganze ein schwieriges unbekanntes Terrain. Was ich aber weiß, ist, dass Vodafone bei den „Webaktivisten“ – also bei der Elite der Social Media Pioniere, beliebt ist. Vodafone sponsert BarCamps und bringt sich ein, ohne Bedingungen zu stellen. Das verschafft Respekt und Sympathie – bei wirklich wichtigen Leuten in Deutschland… Ich habe bei einem BarCamp die Vodafone Pressesprecherin für den Bereich Social Media kennengelernt, und das war schon wirklich ok – so wie auch der Marketingleiter der Metro-Group – sehr auf einer Ebene und sehr lernbereit – einfach sympathisch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.