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Teil 3 Social Media Buch: Definition Web 2.0, Social Media, Social Networks, virales Marketing 78

Eva Ihnenfeldt: Wie immer in der Geschichte dauert es bei einer Erneuerung, bis sich die Begrifflichkeiten festgesetzt haben und „dudenreif“ sind. Wie lange dauerte es wohl, bis „Flowerpower“ und „Hippie“ aus dem Slang heraus zu feststehenden Begriffen wurden? Web 2.0, Social Media, virales Marketing etc. sind entstanden in dem Bedürfnis, etwas zu bezeichnen, was es bis dahin nicht gab. Im Folgenden ein kleiner Überblick über Definition und Abgrenzung der einzelnen Verwendbarkeit.

Web 2.0

Laut Wikipedia ist Web 2.0 ein Schlagwort für interaktive und kollaborative Elemente im Web. Erstmals öffentlich erwähnt wurde der Begriff Web 2.0 im Jahr 2003, und zwar in einem Fachmagazin für IT-Manager. Autor war Eric Knorr, Chefredakteur des IDG Magazins InfoWorld. Er meinte damit den Trend, dass das Internet eine universelle, standardbasierte Plattform wird und sich auf dem Web 1.0 mit HTTP, TCP/IP und HTML aufbaut.

2005 schrieb Tim O’Reilly, einer der Internet-Vordenker, einen viel beachteten Artikel über Web 2.0 – und gilt seitdem allgemein als „Erfinder“ des Schlagwortes – was er gar nicht so toll findet, da es ja nicht stimmt. Ihm ging es vor allem darum, über das Web kollektive Intelligenz nutzbar zu machen. Er wollte nicht kostenlose Tools hochloben, die dann von Politik, Verbänden und Wirtschaft für PR eingesetzt werden – er wollte unterstützen, dass weltweite Communities freie Software entwickeln können (Open-Source-Software), und arbeitet daran, dass wir „Arbeit“ und „Erfolg“ nicht mehr allein mit dem Faktor „Geld“ bewerten, sondern mit „Freude“ und geteiltem geistigem Reichtum. Also weitgehend weg von Urheberrechten und dem Schutz geistigen Eigentums – hin zum allgemein verfügbaren Wissensschatz, von dem jeder profitieren kann.

Web 2.0 beruht darauf, dass in der „Cloud“, also im weltweit verfügbaren Netz, gemeinsam Programme und Inhalte erstellt werden, dass gemeinsam Inhalte bearbeitet werden – und weiter verbreitet. Der Nutzer kann nicht nur lesen – er kann antworten! Sender und Empfänger wachsen zusammen, man spricht vom „Mitmachnetz“.

Web 2.0 ist undenkbar ohne Content-Managament-Systeme. Diese Systeme ermöglichen es, Inhalte auf Websites dynamisch zu bearbeiten, neue Inhalte (Text, Bild, Video, Audio) einzusetzen und sich mit anderen Systemen auszutauschen. Die bekanntesten Content-Management-Systeme (CMS) sind wohl TYPO3, Joomla!, WordPress und Drupal. Der Autor kann meist ohne Hilfe eines Programmieres selbst die Website pflegen, bereichern, gestalten – und Inhalte löschen. Auch Suchmaschinenoptimierung und Analysetools sind häufig dabei, so dass man ohne technische Kenntnisse Websites verwalten, administrieren – und sich mit Nutzern austauschen kann. CMS nennt man häufig auch „dynamische Websites“ im Gegensatz zu den „statischen Websites“, für deren Bearbeitung man HTML-Kenntnisse benötigt.

Weitere Faktoren des Web 2.0

Man muss nicht mehr die eigenen Daten auf dem lokalen Recher verwalten – man kann sie auf Datenspeicher im Web legen. Flickr für Fotos, YouTube für Videos, Slideshare für Präsentationen – aber auch Dropbox für alle Dateien – neben der optimalen Datensicherung kommt die Unabhängigkeit hinzu: von überall auf der Welt kann ich auf meine Daten und Dateien zugreifen.

Der Browser wird zum Zentrum allen Tuns. Die Programme aktualisieren sich ständig (weshalb man auch immer die gängigsten Open-Source-Programme verwenden sollte – wenn die Community keine Lust mehr hat, daran zu arbeiten, wird es kritisch…), es gibt immer neue Anwendungen, an die offenen Schnittstellen programmieren IT-Begeisterte Zusatzprogramme, die dem Nutzer kostenlos viele weitere Möglichkeiten bieten.

Die einzelnen Dienste sind mehr und mehr vernetzt. Man kann auf der eigenen Website Google Maps einbinden, Twitter und Facebook integrieren oder YouTube-Videos einbinden. Das Denken, das diesen offenen Programmierschnittstellen (API’s) zugrunde liegt, nennt man häufig Mashup – kommt aus der Musik. und bezeichnet die nahtlose Kombination bestehender Inhalte.

Ebenfalls entscheidend für Web 2.0: Inhalte sind wichtiger als das Design. Erst kommt die Nutzerfreundlichkeit (die Usability), dann kommt die „Tapete“. Für viele Designer alter Schule ist diese Umstellung sehr schwierig, denn zu viel blickfangendes Design kann die Nutzbarkeit einschränken. Viele Webdesigner reagieren sogar äußerst empfindlich auf Kunden, deren Designvorstellungen im Vordergrund stehen, der Begriff „Webarchitektur“ trifft es wohl am besten: eine Website ist ein virtuelles Gebäude und muss ähnlich konstruiert werden – die Deko kommt ganz am Schluss…

Zentral ist im Web 2.0 immer die Einfachheit, ohne Schickschnack und ohne unnötige Verwirrung. Auch Geschäftsmodelle sind sehr einfach – am bekanntesten und erfolgreichsten ist hier wohl Google: alle Dienste und Optimierungen sind kostenlos und frei zugänglich – der Dienst finanziert sich ganz einfach über Werbung, die streng vom Redaktionellen getrennt ist.

Alles bleibt ewig im Beta-Stadium. Nie ist etwas als „fertig“ anzusehen, alles wird ständig verbessert, erneuert, kreativ angereichert. Wie im wirklichen Leben entwickeln sich schöpferische  Beziehungen, haben ihren Anfang, ihre Entwicklung – und durchaus ihr Ende, werden durch neue ersetzt und ergänzt.

Social Media

Social Media weist schon sehr genau auf den kommunikativen Austausch in sozialen Netzwerken hin. Vor allem aber ist Social Media ein Begriff, der von Unternehmen und Organisationen mit gewinnorientierten Zielen genutzt wird. In Stellenanzieigen für Marketing-Manager wird immer häufiger Social Media Kompetenz erwartet, und Social Media Seminare und Schulungen werden dringend gesucht.

Social Media ist ein Segen und ein Fluch im Business. Der Konsument, der private User gibt nämlich den Takt vor – er schreibt, liest, bewertet – und verbreitet Inhalte, die man vielleicht gar nicht so gern verbreitet sieht. Das gute alte Sender-Empfänger-Modell gerät aus den Fugen, wenn ein einzelner unzufriedener Kunde über das Netz die gleichen Verbreitungsmöglichkeiten gewinnt wie ein internationaler Konzern! So hatte der Blogger und Journalist Jeff Jarvis den Konzern Dell mit der Bezeichnung „Dell-Hell“ in große Bedrängnis bringen können, da seine Unzufriedenheit mit dem Kundenservice auf viel Resonanz anderer Kunden stieß – und diese im Netz ein virales Feuer entzündeten, das Dell enormen wirtschaftlichen Schaden zufügte.

Dell lernte schließlich und ist heute vorbildlich in der Verwendung von Social Media, und auch viele andere Konzerne erlebten Krisen und die Erneuerung durch Einsicht und Kommunikationsveränderung – hin zur Interaktivität, hin zum ehrlichen Dialog mit dem Kunden.

Doch auch kleine Unternehmen, auch Arztpraxen, Rechtsanwälte und lokal ansässige Geschäfte erkennen mehr und mehr, dass man Social Media nicht einfach ignorieren kann. Es wird gesprochen und bewertet im Netz, und es wird immer mehr gesprochen. Die internetfähigen Handys (Smartphones) geben dem Ganzen noch einmal eine zusätzliche Dynamik.

Social Media ist ein wunderbares Instrument, um mit Kunden in Kontakt zu kommen, um gezielt zu informieren, kostengünstig zu werben und vielseitigen Service anzubieten – doch Social Media ist auch riskant, wenn man die Grundsätze dieser Web-Philosophie nicht akzeptiert: Aufrichtigkeit, Glaubwürdigkeit, Transparenz und Vertrauen müssen ständig gepflegt werden, sonst kann die Aktivität leicht zum Bumerang werden, denn die User sind nicht mehr so leicht wie früher zu verführen.

Social Media ermöglicht gerade kleinen Unternehmen, regelmäßig und gezielt zu werben. Im Vergleich zu klassischen Werbekanälen wie Zeitung, Radio, Fernsehen, Plakate ist Social Media extrem kostengünstig – kostet allerdings viel Zeit und Sorgfalt. Am häufigsten eingesetzt werden im Business:

  • Blogs/ Weblogs
  • Soziale Netzwerke
  • Mikroblogging
  • Foren
  • Portale
  • Bewertungsportale
  • Online-Spiele
  • Wikis
  • Podcasts

Auch in der internen Unternehmenskommunikation spielen Social Media Instrumente zunehmend eine Rolle. Denn da die Mitarbeiter in ihrer Freizeit soziale Netzwerke nutzen, kommen Unternehmen kaum noch darum herum, auch intern etwas anzubieten. Das mit vielen Risiken verbudnen, da neben dem Faktor Zeitfresser vor allem die klassischen Hierarchien in Frage gestellt werden, wenn Sender und Empfänger sich gleichberechtigt gegenüberstehen können…

Soziale Netzwerke/ Social Networks

Soziale Netzwerke sind Netzgemeinschaften, die über Portale miteinander kommunizieren. Üblicherweise bieten Soziale Netzwerke folgende Funktionen an (siehe Wikipedia)

  • Persönliches Profil
  • Adressbuch mit der Verwaltung der Freunde, Kontakte, mit Verweisen auf andere Mitglieder in dem Netzwerk
  • Nachrichten versand und Nachrichtenempfang – sowohl an einzelne Mitglieder als auch an mehrere gleichzeitig
  • Empfang und Versand von Mitteilungen über Ereignisse, Veranstaltungen, Neuigkeiten, Kontaktersuche, Änderungen, neue Bilder etc
  • Statusupdates in Form von Mikroblogging – also der Möglichkeit, in Kürze etwas den anderen Mitgliedern öffentlich mitzuteilen (zu posten)
  • Eine Suchfunktion

Die bekanntesten Sozialen Netzwerke in Deutschland sind wohl Facebook, Xing, StudiVZ, MySpace, YouTube, Flickr, LinkedIn und das Empfehlungsportal Qype.

Virales Marketing

Jedes Unternehmen und jede Organisation, die aktiv Social Media betreibt, hat wohl den Wunsch, dss sich diese Aktivitäten im Netz verbreiten – dass sie weitergetragen werden. Bei Facebook wünscht man sich viele Fans für die Fanpage, und bei einem YouTube Video will man, dass es möglichst oft geguckt wird – und weiterempfohlen über Twitter und Co.

Virales Marketing bezeichnet die Nutzung von sozialen Netzwerken, um auf Kampagnen, Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Viral bedeutet, dass eine Nachricht, ein Video, ein Bild oder ein Audiobeitrag sich ausbreitet wie eine ansteckende Krankheit – dass sie über „Mund-zu-Mund-Propaganda“ weitergetragen wird.

Ob eine Botschaft viral wird, ist vor allem abhängig vom Inhalt. Der Leser, User, Nutzer muss überrascht und/ oder begeistert werden, zum Staunen, Lachen, sich empören, oder zum Nachdenken gebracht werden. Der Empfänger  muss seine Interessen vertreten sehen, oder die Möglichkeiten haben, eine unterhaltsame und/ oder nützliche Anwendung mit Freunden zu teilen.

Virale Kampganen zu planen, ist sehr schwer. Wirklich den Erfolg berechnen ist unmöglich. Voraussetzung einer erfolgreichen Strategie ist – wie immer – ein Kommunikationskonzept, das einfühlsam auf die Zielgruppe ausgerichtet ist. Entscheidend ist neben anderen Faktoren die Freiwilligkeit des Weitertragens. ich kann den Empfänger zwar über „passive“ virale Marketinginstrumente zum unfreiwilligen Boten machen, aber wirklich Erfolg werde ich nur haben, wenn wir „Freunde“ werden, wenn er mir vertraut und mir Gutes will.

Dieses Buch Social-Media-Marketing für Selbstständige, kleine Unternehmen, Freiberufler und berater enwtickelt sich in den SteadyNews Stück für Stück.

Autorin ist

Eva Ihnenfeldt
Unternehmensberaterin, Dozentin und Inhaberin der
Social Media Agentur SteadyNews
Rheinlanddamm 201
44139 Dortmund
Tel.: 0231/ 77 64 150
E-Mail: eva.ihnenfeldt@newsletter-redaktion.de

Die vorläufige Gliederung des Buchs finden Sie hier:

Social Media Buch

 

 

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

3 thoughts on “Teil 3 Social Media Buch: Definition Web 2.0, Social Media, Social Networks, virales Marketing

  1. Danke schön! Ich bin wirklich richtig begeistert und soooooo froh über dieses junge innovative Team, das mir das zur Seite steht

  2. Pingback: Definition Sozial Media « yaboz

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