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Ist es legal, Adressen zu kaufen? Was kann man mit gekauften Adressen tun? 0

Ich erlebe bei meinen Schulungen und Beratungen von Gründern immer wieder, dass in Bezug auf Online-Marketing und Social-Media der Vorschlag eingebracht wird, man könne doch Adressen der jeweiligen Zielgruppe kaufen und diese dann per Mail anschreiben. Doch gerade die Kontaktierung per E-Mail ist sehr streng geregelt – strenger noch als Telefonwerbung. Es ist absolut davon abzuraten, sich auf so einen Kauf einzulassen – und doch gibt es einen Umweg, der zielführend ist.

Zunächst ein paar Worte zur Neukundengewinnung per Direktmarketing: Ein Unternehmen darf grundsätzlich nur dann telefonisch oder per E-Mail/ Message an potentielle Kunden herantreten, wenn diese ausdrücklich die Genehmigung dazu erteilt haben. Das gilt sowohl für Privatkunden als auch für geschäftliche Kunden. Einzige Ausnahme ist ein Telefonanruf, bei dem von einer „mutmaßlichen Einwilligung“ ausgegangen werden kann. Doch so eine „mutmaßliche Einwilligung“ legen die Gerichte meist sehr streng aus, man sollte es also besser nicht auf eine Unterlassungsklage ankommen lassen.

Am leichtesten sind Direktmarketing-Werbemaßnahmen bei postalischen Kampagnen möglich. Hier bietet z.B. die Post ein äußerst umfassendes Adressauswahl- und Versandpaket an. Sowohl Privat- als auch Geschäftskunden dürfen per Post angeschrieben werden – es sei denn, sie haben Widerspruch eingelegt oder bringen eindeutig zum Ausdruck, dass sie grundsätzlich keine Werbepost wünschen.
Hier ein Überblick aus kmu-marketing-blog.de:Was man mit gekauften Adressen tun darf

Wie kann man potentielle Kunden trotzdem per Mail erreichen?

Es gibt viele erfolgreiche Newsletter, die bereit sind, Werbung von Dritten aufnehmen. Die Preise für eine (gekennzeichnete) Anzeige schwanken je nach Abonnentenzahl, Öffnungsrate, Klickrate. Es ist empfehlenswert, Blogs, E-Commerce-Anbieter und Online-Magazine zu untersuchen, die eine ähnliche Zielgruppe ansprechen wie man selbst. Man sollte selbst die entsprechenden Newsletter abonnieren um zu testen, ob überhaupt die Möglichkeit einer Werbeanzeige besteht – und ob sich das für das eigene Business lohnen könnte.

Ebenfalls kann über die Social-Media Aktivitäten der Magazine/ Blogs analysieren, ob es Vertrauen und Bindung zum Medium gibt. Der nächste Schritt wäre, um Mediadaten zu bitten und sich nach den Preisen zu erkundigen. Langfristige Partnerschaften sind in der Regel preiswerter als einzelne Werbeplatzierungen – und können sicher auch individuell angepasst werden. Eventuell können auch Gastbeiträge verhandelt werden.

Dieser Weg ist sehr empfehlenswert, da es bei eventuellen juristischen Problemen den Betreiber von Website und Newsletter betrifft – man selbst ist in der Regel außen vor. Potentielle Kunden per E-Mail zu erreichen, kann für viele StartUps und bei der Einführung neuer Produkte die beste und preisgünstigste Möglichkeit sein. Es lohnt sich also, zu recherchieren und mit Medien-Betreibern in Kontakt zu treten. Von Adresskäufen würde ich abraten – es sei denn, für postalisches Direktmarketing.

 

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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