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„Nach unserem Ebenbild“ – Humanoide Robotik 0

Gastbeitrag von Dr. phil. Johannes Lierfeld, Köln:  Der Mensch ist das Maß aller Dinge für den Roboter. Als „künstlicher Arbeiter“ erdacht, geht der Begriff auf das 1920 erschienene Theaterstück „R.U.R.“ („Rossum´s Universal Robots“) des tschechischen Schriftstellers Karel Capek (bzw. dessen Bruders Josef) zurück. Je nach Kontext kommt der Roboter seinem menschlichen Vor- und Ebenbild immer näher. In der aufkeimenden Industrie der intelligenten Sexroboter ist dies sicher in seiner Extremform vorzufinden. Aber auch bei Robotern, die nicht unbedingt ein menschenähnliches „Embodiment“ benötigen, die jedoch für direkte Interaktion mit Menschen eingesetzt werden, zeigen sich deutliche und nicht zufällige humanoide Züge. Eine ethische Gefahr, die hier liegt: die Menschen gewöhnen sich daran, Empathie für Roboter zu entwickeln, doch (bis auf weiteres) wird diese Empathie vom Roboter nicht erwidert werden (können).

Da ich mit dem besonderen Augenmerk auf Robotik und künstliche Intelligenz auf die diesjährige CEBIT fuhr und letzterer

pixabay_Dr.SJS

Sektor meines Erachtens nach unterrepräsentiert war, richtete ich meinen Fokus auf die – durchaus faszinierenden, wenn auch zahlenmäßig nicht stark vertretenen – robotischen Entwicklungen.

Zum einen begegnete ich dem nicht mehr ganz neuen PEPPER, dem recht bekannten humanoiden Roboter, dessen freundliches Display-Gesicht seine Funktion als „companion robot“ (Roboter als Gefährte) und „personal robot“ (Roboter als persönlicher Assistent) konzipiert wurde. Entwickelt wurde Pepper gemeinsam vom französischen Robotik-Unternehmen ALDEBARAN ROBOTICS SAS und dem japanischen Konzern SOFTBANK Mobile Corp.Mit rund 20.000 Euro ist Pepper nicht unbedingt ein Schnäppchen; der Sexroboter ROXXY kostet zum Vergleich nur 7000 Dollar. Seine Anwendung liegt momentan noch hauptsächlich hinter Empfangstischen sowie im Erziehungs- und Gesundheitswesen, doch dabei wird es nicht lange bleiben.

Der NAO 6, Peppers kleiner Cousin, besticht durch seinen coolen Ironman-Look und seine beeindruckende Mobilität. Menschliche Bewegungen kann der Nao bis zu einem bestimmten Komplexitätsgrad bereits rudimentär nachahmen, und daher wird der Mini-Roboter (der Nao ist stehend 58cm hoch) unter anderem als Yoga-Trainer eingesetzt. Die aktuelle Generation des NAO kostet etwa 9000 Euro und ist trotz aller artifiziellen Gestaltung wesentlich charmanter als die vorhin erwähnte, viel menschlicher gestaltete ROXXY.

Aus Luxemburg beeindruckte der Q-Trobot von „LUX AI“, ein ebenfalls auf soziale Interaktion hin entwickelter „companion robot“. Doch im Gegensatz zu „True Companion“, dem Hersteller des Sexrobotors ROXXY, handelt es sich beim Q-Trobot um einen echten Gefährten. Denn neben wissenschaftlichen Einsätzen wird der Q-Trobot vor allem für die Interaktion mit autistischen Kindern eingesetzt. Mit einem Preis von ca. 5500 Euro ist der Q-Trobot sicher ein künftig häufiger gesehener künstlicher Gefährte. Und damit zeichnet sich ganz allgemein eine Tendenz ab: die Roboter scheinen von unseren „Arbeitern“ zu unseren „Freunden“ zu avancieren.

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Dr. Johannes Lierfeld
E-Mail: jlierfeld@gmx.de

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Über Eva Ihnenfeldt

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