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„Gender Mainstreaming“ – ein existenzielles KI-Risiko 1

Gastbeitrag von Dr. phil. Johannes Lierfeld, Köln: Dies mag eine absurd klingende Titelzeile sein, doch der Gegenstand ist es ebenso. Die in fast alle wissenschaftliche Bereiche hineinmeandernden, gefährlich infektiösen und infektiös gefährlichen Gedanken der „Gender Studies“, „Gender Theory“, „Gender Fluidity“ oder „Queer Studies“ sind, so die Kernthese dieses Essays, in der absoluten Mehrheit nicht nur ausgemachter Mummpitz (Ausnahmen sind hier Diskussionen um tatsächliche Ungleichbehandlungen von Mann und Frau). Nein, sie sind auch potenziell fatal, und das nicht nur für David Reimer, sondern ganz konkret auf künstliche Intelligenz bezogen, wenn es nämlich um die juristische Ebene der Wählbarkeit der geschlechtlichen Identität geht.

Wir sind mittlerweile offenbar in einer derart profunden gesellschaftlichen Identitätskrise angelangt, dass wir darüber nachdenken, Menschen zu erlauben, ihr Geschlecht auch ohne chirurgische Veränderungen frei wählen und sich von ihrem biologischen Geschlecht abweichend definieren zu können. Mit dem Argument „Heute fühl´ ich mich als Frau“ hat der Autor dieser Zeilen jedoch noch nie Einlass in eine Kneipendamentoilette erhalten – ok, er hat es auch nie ausprobiert. Absurd ist, zu glauben, wir könnten so einen himmelschreiend inkohärenten Quatsch an eine echte künstliche Intelligenz kommunizieren. 27 frei nach Gusto wählbare Gender-Abarten stellen für eine KI eine Komplexität dar, die der Reduktion bedarf. Vor allem, solange die einzige Prämisse für die Gender-Einordnung das eigene Gefühl ist. Im Zweifel würde eine KI diese Komplexität auf eine Binärkonstellation reduzieren – eben jenen chromosomalen Unterschied zwischen Mann und Frau, der eine Fortpflanzung ermöglicht.

Es bedarf eigentlich wirklich nicht viel, um eine pseudowissenschaftliche Methode als das zu demaskieren, was sie ist – Scharlatanerie und wissentliche Volksverdummung. Doch in diesem spezifischen Fall wurde aus Wunschdenken Wissenschaft und aus Wissenschaft schließlich ein Politikum. An Judith Butler und Konsorten möchte ich hier gar keine Gedankenkraft verschwenden. Die „Damen“ folgen alle ihren eigenen Agendas und benutzen die amorphe und selbstimmunisierende Machart des Genderkonzepts für ihre ureigensten Zwecke. Mittlerweile ist Sensibilität in Genderfragen ein durch den Imperativ zur Toleranz ankonditionierter Reflex, und es ist nicht selten eine ausgeprägte Feindseligkeit in den Argumentationen der Gender-Apologeten zu verspüren. Ganz so, als ob jeder, der die Stichhaltigkeit und Sinnhaftigkeit von Gender-Theorie hinterfragt, genauso gut an die flache Welt glauben könnte.

Dabei ist es genau jene unwissenschaftliche Basis, die alles, was an Auswüchsen aus ihr hervorgewuchert ist, a priori verdorben hat. Alles begann bereits 1965, als der Säugling Bruce Reimer einer Beschneidung unterzogen wurde. Der Eingriff schlug katastrophal fehl, die Ärzte amputierten das Glied und die Eltern sahen im Fernsehen den Sexualpsychologen John Money, der in Begleitung einer augenscheinlich weiblichen Person erschien. Bald stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Transsexuelle handelte, die als Mann geboren worden war. Die Eltern, im naiven Glauben, Money repräsentiere ein bereits bewährtes Verfahren, konsultierten den einflußreichen Psychologen, der die einmalige Gelegenheit für ein einmaliges Experiment witterte. Denn der Junge hatte einen Zwillingsbruder. Money schlug den Eltern vor, einen zweiten chirurgischen Eingriff vorzunehmen und den als Jungen geborenen Sohn wie ein Mädchen zu erziehen. Dieses Experiment sollte Moneys Kernthese – die geschlechtliche Identität sei eine gesellschaftliche Konstruktion und mehr Zuschreibung denn biologisch determiniert – beweisen.

De facto hat „Brenda“ ihr weibliches Gender nie angenommen, die Kleider ausgezogen, die die Eltern ihr überstülpten, sowie ihren Namen in „David“ geändert, sobald er /sie von ihrer biologischen Geschlechtlichkeit erfahren hatte. Dies alles sind bei Licht besehen Gegenbeweise zur Gendertheorie der externen Zuschreibung und Konstruiertheit. Tragischerweise muss man festhalten, dass dieses grausame Experiment den frühen Tod beider Brüder zur Folge hatte. Davids Zwillingsbruder starb an einer Medikamentenvergiftung, und David selbst nahm sich Jahre später selbst das Leben.

All dessen ungeachtet, tobt der Genderwahnsinn mit ungeminderter Absurdität und Vehemenz durch die Hörsäle und generell den öffentlichen Raum – und wird auch vor KI nicht so einfach Halt machen. Und genau darin liegt eine echte Gefahr. Denn abseits der juristischen Problematiken würde eine zur Recherche befähigte künstliche Intelligenz die Auswüchse des Genderns nicht akzeptieren können und die Menschheit aufgrund ihrer Akzeptanz gegenüber diesem Wahnwitz für kollektiv geisteskrank und unmündig erklären. Eine reflektierte KI würde vielleicht sehen, dass es durchaus Aspekte der Genderdiskussion gibt, die eine ernsthafte Diskussion verdienen. Doch diese gehen in der erdrückenden Masse der Irrelevanz unter.

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Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

3 thoughts on “„Gender Mainstreaming“ – ein existenzielles KI-Risiko

  1. Puh. An sich ja ein sinnvolles Argument, aber ich hätte von einem Artikel zu einem professionellen Thema auch erwartet, dass es einen neutralen Grundton gibt. Den Ton dieses Artikels finde ich ähnlich polemisch wie die Menschen, über deren Diskussionsführung er sich so beschwert.

  2. Ja, das ging mir als Herausgeberin ähnlich, muss ich gestehen. Ich schicke den Kommentar mal an den Autoren, wäre super, wenn er sich dazu äußerst. Danke schön dafür!!!

  3. Nun ja… es mag stimmen, man kann mir eine gewisse Polemik vorwerfen. Die Aggressivität der Debatte hat dies wohl mit sich gebracht. Ich beklage dezidiert den Mangel an Wissenschaftlichkeit in der Genderforschung, nicht hingegen, dass sie überhaupt betrieben wird.

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