Alien-Intelligenz oder: Wieso man(n) weder Frauen noch KI versteht

Gastbeitrag von Dr. phil. Johannes Lierfeld, Köln: Eines der Hauptprobleme rund um das Kontrollproblem von Künstlicher Intelligenz liegt in den sogenannten „perversen Exemplifizierungen“ („perverse instantiations“). Damit werden hypothetische, fatale Mißverständnisse zwischen Mensch und KI bezeichnet. Das bekannteste Beispiel ist hier wohl das „Büroklammer-Szenario“. In diesem Gedankenexperiment weist der Mensch die KI an, soviele Büroklammern wie möglich herzustellen; die KI – in einem unlimitierten, absoluten Auftragsdenken gefangen – würde über jedes vom Menschen intendierte Maß hinausschießen und alle Ressourcen des Planeten zur Herstellung von Büroklammern verwenden.

Ob eine starke KI so „dumm“ mit den für sie selbst elementar wichtigen Ressourcen umgehen würde, ist mehr als fraglich. Die Angst vor fataler Fehlkommunikation zwischen Mensch und KI ist jedoch alles andere als unbegründet, denn der Mensch kann nur ein Fragment der möglichen Mißverständnisse antizipieren, die sich in der Kommunikation mit einer KI ergeben könnten. Starke KI wird für den Menschen eine Form von Alien-Intelligenz darstellen.

Als systemischer Denker wage ich jedoch, der Menschheit eine gewisse Vorerfahrung im Umgang mit Alien-Intelligenzen zu unterstellen. Denn nichts anderes ist die Kommunikation mit dem anderen Geschlecht. Doppelte Kontingenz hin oder her, und allen Einwänden der „Genderer“ und „Gender(er)Innen“ zum Trotz: die binär codierte chromosomale Distinktion (XY vs. XX) verschärft oftmals die grundsätzliche Unschärfe der zwischenmenschlichen Kommunikation und verwandelt diese in einen Tanz auf dem Minenfeld.

Denn Mann und Frau sprechen in traditioneller Eintracht aneinander vorbei. Anders formuliert: die biologische Intelligenz des Mannes reicht nicht aus, um die Fallstricke der ebenbürtig ausgeprägten (manchmal jedoch überlegenen), jedenfalls aber grundlegend anders funktionierenden Intelligenz der Frau zu antizipieren. Das Denken der Frau ist dabei ein Gemisch aus Rationalität, Emotionalität, archaischen Instinkten, gesellschaftlichen Orientierungspunkten, psychosozialen Zuschreibungen und nicht zuletzt kognitiven Dissonanzen. Auch das männliche Denken (und Fühlen) wird von diesen Faktoren maßgeblich bestimmt; aber die Zutaten liegen in anderer Qualität, Quantität und somit einem anderen Verhältnis zueinander vor. Man muss die kulinarische Analogie nur weiterdenken, um zu erkennen: mit verschiedenen Rezepten kann man nicht das gleiche Gericht kochen.

Man(n) kann unmöglich alle Mißverständnisse sicher voraussehen, die eine Frau aus einer scheinbar eindeutigen Aussage heraus- oder in diese hineininterpretieren könnte. Dieser Umstand rückt die weibliche Intelligenz in diesem Zusammenhang in Vergleichbarkeit mit künstlicher Intelligenz, die genauso Gefahr läuft, an der intendierten Aussage vorbei zu denken und dementsprechend zu handeln. Daher erscheint dem reflektierten Mann die Intelligenz der Frau oftmals als Alien-Intelligenz: undurchschaubar und rätselhaft – und schier unentschlüsselbar. Naturgemäß existiert dieser Schluss auch umgekehrt; aber das tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache, da der Autor dieser Zeilen nur für die männliche Perspektive sprechen kann.

Wie kann die Menschheit – und hier sind es wieder an vorderster Front die Männer, die mit unerschütterlichem Selbstvertrauen federführend werden – sich dann anmaßen, zielführend und eindeutig mit einer überlegenen non-biologischen Intelligenz kommunizieren zu können?!?

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